Dekorative Kakteen- und Sukkulentenarten
Passende Pflanzen für Wohnung, Balkon und Garten
Viele Kakteen- und Sukkulentenarten können an ganz unterschiedlichen Standorten wachsen, sofern die Bedingungen zu ihren Ansprüchen passen. Lernen Sie mit uns neun Vertreter kennen – vom farbenfrohen Erdbeerkaktus bis zur winterharten Fetthenne.
Sie tragen dicke Blätter, wehrhafte Dornen oder farbenprächtige Blüten: Viele Kakteen- und Sukkulentenarten unterscheiden sich optisch deutlich von anderen Pflanzenarten – und sind gerade deshalb ein Hingucker. Darüber hinaus gelten die Gewächse häufig als hitzeresistent, pflegeleicht und genügsam. Wir stellen Ihnen neun Vertreter für das Haus, den Balkon und die Terrasse sowie zum Auspflanzen im Garten vor.
Was ist der Unterschied zwischen Sukkulenten und Kakteen?
Der Begriff «Sukkulente» leitet sich vom lateinischen Wort «suculentus» für «saftreich» ab. Er bezeichnet Pflanzen aus unterschiedlichen Familien, die Wasser in ihren Blättern, Stämmen oder Wurzeln speichern. Kakteen sind eine Untergruppe der Sukkulenten. Daher gilt: Alle Kakteenarten sind Sukkulenten, aber nicht alle Sukkulentenarten sind Kakteen. Erkennen lassen sich Kakteen unter anderem an ihren sogenannten Areolen – das sind kleine, häufig polsterartige Stellen, aus denen Dornen, Haare oder Blüten wachsen. Andere Sukkulenten besitzen diese nicht.
Welche Kakteen und Sukkulenten eignen sich als Zimmerpflanzen?
Viele Kakteen- und Sukkulentenarten stammen aus warmen Regionen und sind hierzulande nicht winterhart. Im Haus finden sie ganzjährig geschützte Bedingungen. Welche Art als Zimmerpflanze infrage kommt, hängt jedoch auch vom vorhandenen Platz und Lichtangebot ab. Ausserdem sind einige Arten, darunter die Glücksfeder und viele Vertreter der Wolfsmilchgewächse, giftig.
Zwei besonders hübsche Kakteen für die Wohnung sind der Weihnachtskaktus und der Erdbeerkaktus. Der Weihnachtskaktus trägt flache, hängende Triebe und bildet zwischen November und Januar weisse, gelbe, orangefarbene, rosafarbene oder rote Blüten. Er bevorzugt einen hellen Platz ohne direkte Mittagssonne. Beim Erdbeerkaktus zeigen sich ähnliche Farben in Form eines kugelförmigen Oberteils, das auf einen grünen Kaktus aufgepfropft wird. Er mag es ebenfalls hell und warm, verträgt aber keine intensive Sonneneinstrahlung und steht daher zum Beispiel gut an West- oder Ostfenstern.
Wie vielfältig das Erscheinungsbild sukkulenter Zimmerpflanzen sein kann, zeigt die Glücksfeder: Die aus Ostafrika stammende Pflanze bildet aufrechte bis überhängende, dunkelgrün glänzende Blätter und erreicht meist 40 bis 60 Zentimeter Höhe. Auch sie ist, was Licht und Wasser betrifft, genügsam und freut sich über einen halbschattigen Standort, der wegen ihrer Giftigkeit ausser Reichweite von Kindern und Haustieren liegen sollte.
Welche Arten passen auf Balkon und Terrasse?
Im Topf oder Kübel lassen sich einige Kakteen- und Sukkulentenarten auch entsprechend ihrer Lichtbedürfnisse draussen auf dem Balkon oder der Terrasse platzieren. Viele Pflanzen geniessen den Sommer an einem warmen, sonnigen oder halbschattigen Platz (zum Beispiel im Pflanzenregal, müssen als frostempfindliche Gewächse aber rechtzeitig wieder nach drinnen.
Das gilt etwa für den Geldbaum, der seinen Namen den dicken, ovalen Blättern verdankt, die an Münzen erinnern. Unter guten Bedingungen entwickelt sich die Sukkulente zu einem 50 bis 100 Zentimeter hohen Bäumchen. Den Sommer verbringt der Geldbaum gerne an einem sonnigen bis halbschattigen Platz, im frühen Herbst gehört er aber wieder ins Haus.
Auch die Echeverie sollte kühl, aber frostfrei drinnen überwintern. Sie bildet kompakte Rosetten aus fleischigen Blättern, die je nach Sorte unterschiedliche Formen und Farben annehmen. Sobald im Frühjahr keine Fröste mehr drohen, darf sie an einen hellen, sonnigen und regengeschützten Standort im Freien ziehen.
Ein Kaktus, der sich für Balkon und Terrasse eignet, ist der «Echinocereus coccineus», häufig auch als Igelsäulenkaktus bezeichnet. Diese dornige Kakteenart bildet trichterförmige, leuchtend orangerote Blüten und sorgt für farbige Akzente. Zudem gilt sie als einigermassen winterhart – Sie sollten sie in der kalten Jahreszeit aber vor Nässe schützen.
Welche Kakteen- und Sukkulentenarten wachsen im Garten?
Es gibt auch winterharte Kakteen und Sukkulenten, die Sie in den Garten auspflanzen können. Die meisten bevorzugen einen vollsonnigen Platz mit durchlässigem, eher trockenem Boden. Ideale Standorte sind daher beispielsweise natürlich angelegte Steingärten und Trockenmauern.
Ein robuster Klassiker ist die Hauswurz. Ihre grünen bis roten Blätter bilden kompakte Rosetten, die auch im Winter erhalten bleiben. Die Sukkulente macht sich gut in einem dem Klimawandel angepassten Garten. Sie verträgt Hitze und Trockenheit, aber auch Kälte, und breitet sich über Tochterrosetten aus. So entstehen mit der Zeit dichte, hübsche Polster.
Mehr Höhe bringt die Hohe Fetthenne ins Beet: Sie wächst aufrecht und erreicht etwa 30 bis 70 Zentimeter. Von August bis Oktober trägt sie je nach Sorte weisse, rosafarbene oder rote Blütenschirme. Sie bevorzugt einen sonnigen, eher trockenen Standort und ist winterhart.
Ein geeigneter Kaktus für das Freiland ist «Escobaria vivipara», im Handel oft auch Warzenkaktus genannt. Er bleibt klein, bildet kugelige, dicht bedornte Triebe und mit der Zeit kleine Gruppen. Im Sommer schmückt er sich mit leuchtend rosa bis violetten Blüten. Auch er kann in der Regel ganzjährig draussen bleiben, benötigt aber im Winter einen Nässeschutz und bei sehr frostigen Temperaturen gegebenenfalls einen leichten Schutz aus Vlies.
Wichtig: Achten Sie beim Kauf auf den Artenschutz. Nahezu alle Kakteenarten unterliegen internationalen Schutzbestimmungen. Kaufen Sie deshalb nur Exemplare aus legaler Vermehrung bei seriösen Gärtnereien oder im Fachhandel.