So funktioniert eine Workation

Wie sich Job und Ferien verbinden lassen

Den Laptop zuklappen und gleich danach in den Pool springen: Flexible Arbeitsmodelle ermöglichen heutzutage die Kombination von Arbeit und Ferien. Wir erklären den «Workation»-Trend und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein sollten.

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«Arbeiten, wo andere Urlaub machen»: Mit diesem Slogan werben Arbeitgeber, aber auch Feriendestinationen und Unterkünfte um Menschen, die ihren Job nicht nur im Unternehmen erledigen möchten. Das Motto hierfür lautet «Workation»: ein Kunstwort, das sich aus den englischen Begriffen «work» (Arbeit) und «vacation» (Ferien) zusammensetzt. Doch was versteht man eigentlich darunter?

Was ist eine Workation?

Das Kofferwort Workation legt seine Bedeutung bereits nahe: Es geht um die Verbindung von Job und Ferien. Genauer gesagt: Angestellte arbeiten nach Absprache mit ihrem Arbeitgeber eine bestimmte Zeit von einem anderen Ort aus. Oft handelt es sich um ein attraktives Ferienziel im europäischen Ausland, sodass sich die Freizeit vor Ort wie Urlaub anfühlt. So können Sie nach getaner Arbeit beispielsweise an den Strand oder auf kulinarische Entdeckungsreise gehen.

Workation ist ein Trend, der mit der Ausweitung von Homeoffice und mobilem Arbeiten populär geworden ist. Eine Workation hat allerdings nichts mit Digitalem Nomadentum zu tun, bei dem meist Freischaffende über Jahre im Ausland arbeiten. Auch grenzt sie sich vom Hybrid-Work-Konzept ab, bei dem Angestellte tageweise im Büro, von zu Hause oder von unterwegs aus arbeiten.

Insofern ist die Workation eine besondere Form des zeitlich begrenzten mobilen Arbeitens mit klaren Absprachen, von der sich sowohl Angestellte als auch Unternehmen positive Effekte erhoffen.

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Für viele Jobsuchende spielt es mittlerweile eine wichtige Rolle, ob ihr künftiger Arbeitgeber Möglichkeiten wie Homeoffice, Workations oder auch Sabbaticals offeriert. Natürlich müssen sich solche Arbeitsmodelle für beide Seiten lohnen.

Eine Workation bietet einige Vorteile: Viele Angestellte fühlen sich durch den Tapetenwechsel und die schöne Umgebung inspiriert, was oft zu einem Kreativitäts- und Leistungsschub führt. Verbringen sie die Zeit als Team, fördert die gemeinsame Workation sowohl den Zusammenhalt als auch das Netzwerken mit anderen Berufstätigen vor Ort. Bei vielen wirkt sich die attraktive Freizeitgestaltung positiv auf die Work-Life-Balance aus: Sie fühlen sich ausgeglichener und erleben durch die Erfahrungen neue Motivation und persönliches Wachstum.

Eine Workation kann aber auch Nachteile haben: Sind die Bedingungen vor Ort nicht ideal, kann auch das Arbeiten am Ferienort in Stress ausarten. Das gilt vor allem in Sachen Kommunikation: Versagt die Technik oder gestaltet sich die Abstimmung mit Kollegen schwierig, bremst die Workation die Produktivität. Ausserdem besteht immer das Risiko, dass sich Arbeit und Freizeit nicht mehr richtig trennen lassen. Um dies zu vermeiden, sind klare Absprachen wichtig.

Für wen eignet sich die Job-Ferien-Kombi?

Grundsätzlich kommt eine Workation für alle Berufsgruppen infrage, die ortsflexibel arbeiten können. Dazu gehören beispielsweise Selbstständige, Freischaffende und Angestellte aus den Bereichen IT, Marketing, Design, Redaktion, Buchhaltung, Beratung oder Kundenservice. Für Jobs, die physische Präsenz, spezielle Arbeitsumgebungen oder Werkzeuge erfordern, ist diese Form des mobilen Arbeitens hingegen weniger geeignet.

Viele Unternehmen bieten Workations als Teambuilding an, um etwa die Arbeit an konkreten Projekten voranzutreiben und die Zusammenarbeit generell zu stärken. Es ist auch möglich, als Einzelperson am Ferienort zu arbeiten und eventuell den Partner oder die Familie mitzunehmen. Insbesondere bei einer Workation mit Kindern sind jedoch klare Regelungen zum Tagesablauf, den Arbeitszeiten und der Betreuung unerlässlich, damit alle von der Erfahrung profitieren.

Darüber hinaus sollten Arbeitnehmer für eine Workation bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Neben den technischen Anforderungen sind ein gutes Zeitmanagement, Selbstdisziplin, Zuverlässigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Flexibilität im Umgang mit unerwarteten Herausforderungen gefragt. Schliesslich muss sich das Unternehmen auf die Eigenverantwortlichkeit des Mitarbeiters verlassen können. Arbeiten Sie bereits produktiv im Homeoffice oder generell selbstständig, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Workation ebenfalls gut.

Wie sieht es bei einer Workation rechtlich aus?

Ein überaus wichtiger Punkt bei der Planung einer Workation ist der rechtliche Rahmen. Hier gilt es vieles zu beachten, denn einheitliche Regelungen für eine Workation gibt es im Arbeitsrecht bisher nicht. Daher benötigen Arbeitnehmer zunächst einmal die Zustimmung des Arbeitgebers, sofern dazu nichts im Arbeitsvertrag steht. Unabhängig davon ist jedoch eine separate Vereinbarung für jede Workation empfehlenswert, die beispielsweise Punkte wie Dauer, Destination, Arbeitszeiten, Kostenübernahme, Datenschutz und Haftung beinhalten sollte. Es sollte so viel wie möglich geregelt sein, damit es im Nachhinein nicht zu Unstimmigkeiten kommt.

Welches Arbeits-, Sozialversicherungs- und Steuerrecht gilt, hängt unter anderem von der Dauer und der Destination ab: Workations in der Schweiz sind meist unproblematisch. Was die Arbeitstätigkeit im Ausland angeht, unterhält die Schweiz mit vielen EU- und EFTA-Ländern Abkommen. Bei Drittstaaten ausserhalb dieser Zonen wird eine Workation rechtlich wesentlich komplexer – so sind etwa Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligungen erforderlich. Auch kann es passieren, dass man ab einer bestimmten Aufenthaltsdauer im Zielland sozialversicherungs- oder steuerpflichtig wird. Ausserdem ist es ratsam, vor Beginn einer Workation mit der Krankenversicherung zu klären, welche Leistungen diese im Ausland erbringt und wie es mit anderen Versicherungen, etwa in Bezug auf Berufsunfälle, aussieht.

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