Nordlichter-Ferien perfekt geplant
Tipps zu Reisezeit, Unterkunft und Aktivitäten
Eine Reise zu den Nordlichtern ist für viele Menschen ein unvergessliches Erlebnis. Damit Sie das einzigartige Naturspektakel auch in vollen Zügen geniessen können, haben wir für Sie praktische Tipps zur Planung Ihrer Nordlichter-Ferien.
Nordlichter-Ferien: Wann ist die beste Reisezeit?
Die grundsätzlich beste Reisezeit, um Nordlichter zu sehen, ist von September bis März. Dann sind die Nächte ausreichend dunkel und in der Winterzeit auch lang genug, um mit etwas Glück die faszinierenden Farbenspiele am Himmel erleben zu können.
Je nachdem, wo Sie Ihre Nordlichter-Ferien verbringen möchten, gibt es unterschiedliche Reisezeit-Empfehlungen: In Norwegen sollen die Lichter im Herbst und im Frühling am aktivsten sein, aber auch in der Zwischenzeit tauchen sie häufig auf. Das gilt auch für Schweden und Finnland. In Island sollen die Chancen auf Polarlichter bei guten Wetterbedingungen im September und März am höchsten sein. In Grönland kommt es auf die Region an: Für Süd- und Nordgrönland soll Ende August und September die beste Reisezeit für Nordlichter sein, im Osten sind es die Monate März und April.
Ein klarer Himmel, ungestörte Dunkelheit, kaltes, trockenes Wetter und natürlich die erhöhte Sonnenwindaktivität sind Voraussetzungen für das Auftauchen der Aurora borealis, die sich oft am stärksten in den Stunden rund um Mitternacht zeigt. Sie lässt sich meist erst wenige Stunden im Voraus vorhersagen. Darum ist es sinnvoll, sich eine Polarlicht-App wie «My Aurora Forecast» aufs Smartphone zu laden. Damit erhalten Sie aktuelle Informationen und erhöhen Ihre Chancen auf erfolgreiche Nordlichter-Ferien.
Welche Unterkünfte gibt es vor Ort?
Auf der Reise zu den Nordlichtern ist die Unterkunft Geschmacks- und Budgetsache. Familien mit Kindern oder Gruppen können sich zum Beispiel eine gemütliche Hütte buchen, die oft günstiger ist als andere Unterbringungsarten. Besonders beliebt und ideal zum Beobachten der Lichter sind Glasiglus oder sogenannte Aurora-Domes, die eine freie Sicht zum Himmel bieten. Wenn Sie also einmal Glamping in einer tief verschneiten Landschaft ausprobieren möchten, wählen Sie eine dieser exklusiven und entsprechend kostspieligen Unterkünfte.
Wünschen Sie sich dagegen bewährten Komfort und Service in Ihren Nordlichter-Ferien, sind Hotel oder Lodge eine gute Wahl. Dort finden Sie neben gut ausgestatteten Zimmern oft auch einen Spa- und Wellness-Bereich, in dem Sie sich nach Ihren Ausflügen aufwärmen und entspannen können.
Welche Aktivitäten lohnen sich auf der Nordlichter-Reise?
Natürlich ist das Betrachten des Himmelsspektakels ein einzigartiges Erlebnis. Doch in den Nordlichter-Ferien gibt es noch mehr zu entdecken und zu erleben: So können Sie beispielsweise das nächtliche «Lightseeing» mit einer Schneeschuhwanderung verbinden. Viele Veranstalter bieten geführte Touren durch die verschneiten Landschaften an.
Die meisten Tourenanbieter nutzen Schneemobile, um nachts in der Wildnis die besten Aussichtspunkte für Polarlichter zu erreichen. Die rasanten Fahrten sorgen für ordentlich Adrenalin – ideal für Menschen, die sich im Nordlichter-Urlaub ein bisschen Nervenkitzel wünschen. Selbstverständlich können Sie Schneemobiltouren auch tagsüber unternehmen, um die Umgebung zu erkunden.
Tierliebhaber kommen bei einer Huskyschlittenfahrt auf ihre Kosten: In den Weiten Skandinaviens machen die Touren mit den lauffreudigen Hunden besonders viel Spass. Vielleicht dürfen Sie ja sogar selbst lenken. Und wem das noch nicht genug tierisches Abenteuer ist, der kann auch noch einer Rentierfarm einen Besuch abstatten.
Welche Kleidung gehört ins Gepäck?
Auf Ihrem Polartrip erwarten Sie – insbesondere nachts – häufig zweistellige Minusgerade. Beim Beobachten der Nordlichter ist warme Kleidung also ein Muss, wenn Sie nicht frieren wollen. Befolgen Sie beim Ankleiden das Zwiebelprinzip und tragen Sie lieber mehrere dünne Schichten übereinander als nur eine dicke Schicht. Die Luft zwischen den Schichten trägt nämlich zur Isolierung gegen die Kälte bei. Ausserdem sind Sie flexibel und können zwischendurch auch einzelne Teile ausziehen, falls Ihnen zu warm wird.
Denken Sie beim Kofferpacken an wasserdichte Wanderschuhe mit griffiger Sohle, warme Oberbekleidung wie Ski- oder Softshellhosen und Daunenjacken, Pullover aus Wolle oder Fleece, dicke Wollsocken und bei Bedarf Unterziehsocken, atmungsaktive Thermounterwäsche sowie warme Schals, Mützen und Handschuhe. Ausserdem praktisch für unterwegs: Hand- und Fusswärmer und eine Stirnlampe.
Wie lassen sich Nordlichter fotografieren?
Für ambitionierte Fotografen haben Polarnächte einen ganz besonderen Reiz. So können Sie bei manchen Reiseanbietern auch spezielle Fototouren buchen. Um Nordlichter in guter Qualität zu fotografieren, sollten Sie eine Spiegelreflex- oder Systemkamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten und Weitwinkelobjektiv mitnehmen. Ebenso wichtig: dünne Handschuhe, ein stabiles Stativ, ein Fernauslöser und Ersatzakkus, da die Batterien in der Kälte schneller entladen.
Bei der Einstellung der Kamera kommt es auf die aktuellen Gegebenheiten vor Ort an. Generell empfiehlt es sich, im RAW-Format zu fotografieren, den manuellen Fokus zu verwenden und eine möglichst niedrige Blendenzahl (Abkürzung F) zu wählen. An die ideale Verschlusszeit und Sensorempfindlichkeit (ISO) tasten Sie sich heran: Testen Sie Verschlusszeiten bis 30 Sekunden – wenn das Bild unscharf wird, verringern Sie diese. Ähnlich ist es mit der ISO-Einstellung: Sie können hoch beginnen – ist das Bildrauschen zu stark, wählen Sie eine niedrige Zahl. Mit etwas Übung können Sie so unvergessliche Momente Ihrer Nordlichter-Ferien für immer festhalten.