Kategorien der Schweizer Pärke
Text: Lisa Inglin
Wie verhalte ich mich in einem Naturpark
Unsere Natur ist atemberaubend und absolut schützenswert. Das klappt aber nur, wenn alle Besucher mitmachen und sich rücksichtsvoll verhalten. Für den Nationalpark gibt es sogar ein eigenes Gesetz. Doch was gilt es zu beachten?
Die Schweizer Pärke gehören zu den ursprünglichsten Landschaften des Landes und sind derzeit in vier Kategorien eingeteilt: Nationalpark, Nationalpärke neuer Generation, Regionale Naturpärke und Naturerlebnispärke.
Der Schweizerische Nationalpark
Der Schweizerische Nationalpark ist der einzige, der offiziell den Namen Nationalpark trägt. Er ist gemäss Weltnaturschutzorganisation (IUCN) ein Wildnisgebiet der Kategorie I und hat nach internationalen Standards den höchsten Schutzstatus. Die Aufgaben des Schweizerische Nationalparks umfassen das Sicherstellen der freien Entwicklung der Natur, die Bildung und Sensibilisierung sowie die Forschung.
Nationalpärke der neuen Generation
Die Kernzone der Nationalpärke der neuen Generation ist für die freie Entfaltung der Natur vorgesehen. Die Umgebungszone ist hingegen für die Pflege und nachhaltige Nutzung von traditionellen Kulturlandschaften da – hier sind also wirtschaftliche Aktivitäten erwünscht. Nationalpärke der neuen Generation sollen einem ähnlichen Zweck dienen, wie der Schweizerische Nationalpark. Ergänzt durch die Aufgaben speziell in der Umgebungszone, wie das naturnahe Bewirtschaftung der Kulturlandschaft sowie eine nachhaltige Wirtschaft in der Region zu fördern. Zwei Projekte sind leider bereits gescheitert, weshalb es aktuell keine Pärke in dieser Kategorie gibt.
Regionale Naturpärke
Sogenannte Regionale Naturpärke haben eine Gesamtfläche von mindestens 100 km². Sie dienen der Bewahrung und Aufwertung von traditionellen Kulturlandschaften. Dabei gilt es als nachgewiesen, dass sie dadurch die regionale Wertschöpfung fördern. So wird insbesondere die nachhaltig betriebene, lokale (Land-)Wirtschaft in der Region gestärkt und die intakten Naturlandschaften bringen einen touristischen Mehrwert.
Naturerlebnispärke
Die Naturerlebnispärke befinden sich in der Nähe von Städten und bieten in der Kernzone, die mindestens 4 km² umfasst, Tieren und Pflanzen einen ungestörten Lebensraum. So kann sich die Natur dynamisch entfalten und die Besucher können gleichzeitig diese unberührte Landschaft erleben. In den Übergangszonen darum werden zusätzlich einzigartige Naturerlebnisse angeboten.
Naturschutz-Bestimmungen
Im Schweizerische Nationalpark gehört zu den bestgeschützten Gebieten der Alpen. Daher gelten hier strenge Regeln:
- Aus der Natur darf absolut nichts mitgenommen werden.
- Hunde, Velos oder Drohnen sind nicht erlaubt.
- Sämtliche Abfälle nehmen Sie selbstverständlich wieder mit nach Hause.
- Baden in den Gewässern, Feuer machen und Übernachten ist nicht gestattet.
- Im Winter ist der Nationalpark als Wildruhezone geschlossen.
Und in anderen Pärken?
Wenn Sie sich achtsam und rücksichtsvoll Verhalten, tragen Sie in jedem Fall dazu bei, die Natur zu schützen. Andere Pärke in der Schweiz vereinen Natur- und Kulturlandschaft, deshalb gibt es hier vor allem in den besiedelten Zonen weniger Einschränkungen und z.B. Velo fahren ist natürlich erlaubt. Informieren Sie sich am besten vor Ihrem Parkbesuch über geltende Regeln.
Nationalpärke gibt es nur in Nordamerika? Einen gibt es auch in der Schweiz. Und im ganzen Land finden sich 19 weitere spektakuläre Naturlandschaften. Warum es sich lohnt, auch die einzigartige Flora und Fauna der Heimat zu erkunden, erfahren Sie von uns.
Entdecken Sie Ihre Heimat und besuchen Sie einen der Schweizer Pärke zu Fuss, mit dem Velo oder auch per Bahn. Consumo hat Ihnen ein paar Vorschläge für unvergessliche Ausflüge in die wunderschönen Natur- und Kulturlandschaften zusammengestellt.
Regionaler Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut
Der Park Gruyère Pays-d‘Enhaut reicht vom Ufer des Genfersees in Montreux bis ins Greyerzerland sowie ins Saanenland bei Gstaad. Hier geht die alpine Kulturlandschaft eine faszinierende Symbiose mit zwei Naturschutzgebieten ein. In dieser Gegend wimmelt es also nur an Möglichkeiten, sich auf die Spuren des Schweizer Käses und anderen regionalen Produkten zu begeben. Unterwegs kommt man durch zahlreiche Waldgebiete, vorbei an saftigen Alpwiesen aber auch Tälern und Felswänden. Je nachdem, welchen Käsepfad man wählt. Doch auch Wanderungen durch die Moorlandschaft bis zum Lac Lioson sind möglich. Und wenn man nach der Wanderung hungrig ist, findet sich im mittelalterlicher Städtchen Gruyères sicherlich etwas Käse andere lokale Leckereien, um das Kaloriendefizit wieder auszugleichen. Wer lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist, findet zwei ausgeschilderte Routen von Schweizmobil, die Alpenpanoramaroute für Velofahrer und die Panorama Bike Route für Mountainbiker. Wer nicht mehr so mobil ist, kann den Park wunderbar mit der Bahn erleben. Die Golden Pass Line führt auf ihrem Weg von Montreux nach Luzern mitten durch den Regionalpark.
Naturpark Diemtigtal
Im Diemtigtal erwarten Sie mit 140 Alp Betrieben und über 10’000 Kühen, Rindern, Schafen und Ziegen ein tösendes Glockenkonzert, dass Sie während den Wanderungen und Mountainbiketouren stets begleitet. Neben wunderschönen, eiskalten Bergbächen und glitzernden Bergseen sind vor allem die vielen einzigartigen Diemtigtaler Häuser – welche mit aufwändigen Schnitzarbeiten und Malereien verziert sind – besonders beeindruckend und ein Symbol für die noch heute gelebte Tradition der Region. Dazu gibt es die drei Diemtigtaler Hauswege. Verschiedene weitere Themenwege je nach Interesse für Vögel, Kulturgeschichte, Kirchen oder Wildrosen finden sich im Park ebenso wie Biketouren. Das 19 km lange Tal liegt übrigens ebenfalls auf der Strecke der Golden Pass Line.
Schweizerischer Nationalpark
Der Schweizerische Nationalpark existiert seit 1914 und ist damit der älteste Nationalpark der Alpen. Er liegt im Engadin und ihn zeichnet neben seinem stattlichen Alter noch etwas anderes aus: Nirgendwo sonst in der Schweiz leben so viele Murmeltiere, Steinböcke und andere Wildtiere, aber abgesehen von dieser reichen Tierwelt gibt es sonst keine dauerhaft ansässige Bevölkerung im Park, denn eine Übernachtung im Park ist nicht erlaubt. Hier erleben Sie also unberührte Natur in einem Wildnisgebiet, dass streng geschützt wird. Doch mit 21 Routen und über 100 km ausgeschilderten Wanderwegen ist er bestens für Besucher erschlossen. Diese sind quasi alle über das Besucherzentrum in Zernez erreichbar.
Naturpark Thal
Im Naturpark Thal erfahren Sie auf dem geologischen Lehrpfad Gänsbrunnen einiges über die Entstehungsgeschichte des Juras und können dabei die verschiedenen Gesteinsschichten, die in der Region vorkommen, ergründen. Wer schon immer einen Luchs sehen wollte, hat hier gute Chancen, wer kein Glück hat, erfreut sich hoffentlich an den vielen Orchideen, Rosen und anderen Pflanzen. Ganz nach dem Motto «stille Natur - lebendiges Thal» sorgt die Verbindung von Besiedelung und Naturlandschaft für ein einzigartiges Erlebnis.
Die Schweizer Pärke App
Eine ganz grossartige Möglichkeit die Pärke zu entdecken und sich auf den Ausflug vorzubereiten ist die Schweizer Pärke App.