Kakteen und Sukkulenten richtig pflegen
So haben Sie an Ihren Pflanzen lange Freude
Auch wenn sie recht genügsam und robust sind, ist die Pflege von Kakteen und Sukkulenten nicht gänzlich anspruchslos. Wir geben daher praktische Tipps von passendem Substrat und Standort über Wasser- und Düngerbedarf bis zu Vermehrung und Winterruhe.
Welche Kakteenerde und welcher Standort passen?
Wer Kakteen oder Sukkulenten richtig pflegen möchte, sollte ihre je nach Art und Herkunft unterschiedlichen Ansprüche an Erde und Licht berücksichtigen. Für viele Pflanzen eignet sich handelsübliche Kakteen- und Sukkulentenerde, die locker, wasser- und luftdurchlässig ist. Alternativ lässt sich Erde mit mineralischen Bestandteilen wie Bims oder Quarzsand mischen. Beachten Sie bei der Auswahl der Erde, dass einige Arten einen höheren Humusanteil bevorzugen, andere ein stärker mineralisches Kakteen-Substrat. Wählen Sie zudem einen Topf oder eine Pflanzschale mit Abflussloch, damit überschüssiges Giesswasser abfliessen kann.
Für die meisten Sukkulenten und Kakteen ist ein Standort mit viel Licht und Wärme ideal. Zimmerpflanzen, die keine pralle Mittagssonne vertragen, stehen besser an einem Ost- oder Westfenster. Zugluft sollten Sie stets vermeiden. Die idealen Standortbedingungen erfahren Sie üblicherweise auf dem Pflanzenetikett.
Wie lassen sich Sukkulenten richtig pflegen und giessen?
Bei der Pflege von Sukkulenten spielt das Giessen eine wichtige Rolle: Die Pflanzen speichern Wasser in ihren Blättern, Stämmen oder Wurzeln und benötigen deshalb keine täglichen Wassergaben. Wie häufig Sie Kakteen giessen müssen, hängt unter anderem von Pflanzen- und Topfgrösse, Standort und Jahreszeit ab. Kleinere Exemplare benötigen meist häufiger Wasser als grosse. Während der Winterruhe nimmt der Wasserbedarf generell ab.
Bei vielen Kakteen darf das Substrat vor der nächsten Wassergabe vollständig durchtrocknen. Einen Kaktus giessen Sie besser selten, dann aber durchdringend. Alternativ können Sie den Pflanztopf in kalkarmes Wasser oder Regenwasser tauchen, bis sich das Substrat vollgesogen hat. Lassen Sie ihn anschliessend gut abtropfen. So können Sie auch bei vielen anderen Sukkulentenarten vorgehen. Bei Blattsukkulenten sollten Sie das Wasser direkt auf die Erde geben, da sich manche Arten bei nassen Blättern braun verfärben.
Besonders problematisch für Sukkulenten ist Staunässe: Bleiben die Pflanzen dauerhaft im Wasser stehen, können ihre Wurzeln faulen. Legen Sie für eine gute Drainage Tonscherben auf den Gefässboden, damit die Abflusslöcher nicht durch Erde verstopfen. Lassen Sie überschüssiges Giesswasser immer vollständig ablaufen und leeren Sie Untersetzer oder Übertöpfe zeitnah aus.
Was ist wichtig, wenn Sie Kakteen düngen, umtopfen oder vermehren?
Auch wenn sie nur wenige Nährstoffe benötigen, sollten Sie Sukkulenten und Kakteen ab und zu düngen. Versorgen Sie die Pflanzen während der Wachstumszeit am besten mit speziellem Kakteen- und Sukkulentendünger. Halten Sie sich in puncto Häufigkeit und Dosierung an die Angaben auf der Verpackung, da ein Überschuss schaden kann.
Auch wenn Sie Sukkulenten und Kakteen sorgfältig pflegen, benötigen sie von Zeit zu Zeit frisches Substrat und eventuell einen grösseren Topf. So sollten Sie etwa Kakteen umtopfen, wenn ihre Wurzeln unten aus den Abflusslöchern wachsen, die Pflanze umzukippen droht oder die Erde verdichtet und ausgelaugt ist. Wählen Sie dann ein um wenige Zentimeter grösseres Gefäss und tragen Sie beim Umtopfen dorniger Arten feste Handschuhe.
Viele Sukkulenten vermehren Sie einfach über kleine Tochterpflanzen, sogenannte Kindel. Trennen Sie diese ab, lassen Sie die Schnittstelle trocknen und pflanzen Sie sie in einen eigenen Topf. Bei manchen Kakteen können Sie einen gesunden Seitentrieb abschneiden und als Steckling verwenden. Lassen Sie seine Schnittstelle ein bis zwei Wochen trocknen, bevor Sie ihn in trockene Anzuchterde setzen und zunächst nur leicht mit warmem Wasser besprühen. Bei vielen Blattsukkulenten kann auch aus einem zuvor angetrockneten Blatt eine neue Pflanze wachsen.
Wie sollten Kakteen und Sukkulenten überwintern?
Viele Kakteen- und Sukkulentenarten sind frostempfindlich. Bei ihnen wechselt der Standort mit den Jahreszeiten: Den Sommer können viele im Freien verbringen, zum Überwintern müssen sie aber rechtzeitig wieder ins Haus. Draussen profitieren sie von frischer Luft und niedrigeren Nachttemperaturen, was bei blühenden Arten die Blütenbildung fördern kann. Wählen Sie je nach Lichtbedarf einen sonnigen oder halbschattigen, möglichst regengeschützten Platz.
Ob und wann eine Art eine Ruhepause benötigt, hängt von ihrer Herkunft ab. Viele Sukkulenten und Kakteen überwintern gerne hell und kühl, während andere ganzjährig einen warmen Standort benötigen. Während der Winterruhe sollten Sie die Pflanzen je nach Art und Bedarf deutlich weniger oder gar nicht giessen und auf Dünger komplett verzichten.
Bei der Pflege winterharter Kakteen und Sukkulenten im Garten entfällt der Umzug ins Haus: Sie dürfen in der kalten Jahreszeit draussen bleiben. Viele von ihnen vertragen Frost besser als anhaltende Feuchtigkeit, daher empfiehlt sich ein Schutz vor Regen und Winternässe. Bei manchen Arten kann bei starkem Frost zusätzlicher Schutz sinnvoll sein.
Welche Krankheiten und Schädlinge treten bei Sukkulenten auf?
Selbst robuste Pflanzen brauchen hin und wieder Aufmerksamkeit. Regelmässige Kontrollen helfen, Kakteen und Sukkulenten richtig zu pflegen und Krankheiten oder Schädlinge frühzeitig zu erkennen.
Gelbe, rote oder braune Verfärbungen sowie weiche Stellen können auf Fehler bei Pflege oder Standort, aber auch auf Krankheiten hindeuten. Eine langsam entstehende, feste braune Schicht am Stamm eines Kaktus ist mitunter eine natürliche Verkorkung. Runde, eingesunkene und borkige Flecken können dagegen durch die Brennfleckenkrankheit entstehen. Glasige, weiche Stellen sprechen für Fäulnis. Die kann auch die Wurzeln betreffen – diese sind dann oft dunkel und matschig. Erkrankte Pflanzen sollten Sie isolieren, befallene Stellen mit einem sauberen Werkzeug entfernen und Exemplare mit geschädigten Wurzeln in frisches Substrat umtopfen.
Zu den häufigen Schädlingen bei Sukkulenten zählen Woll- und Schildläuse, Spinnmilben und Trauermücken. Wollläuse sehen wie kleine Wattebäusche aus, Schildläuse hinterlassen häufig klebrige Ausscheidungen und Spinnmilben feine Gespinste. Trauermücken sind kleine schwarze Fliegen, deren Larven in feuchter Erde leben und die Wurzeln schädigen. Separieren Sie befallene Pflanzen und bestimmen Sie zunächst den Schädling, um ihn dann gezielt zu bekämpfen.