Tipps für die Weindegustation

So degustieren Sie Wein wie ein Profi

Möchten Sie über Weine mehr sagen können als «Schmeckt mir» oder «Schmeckt mir nicht»? Es geht auch anders! Wir erklären Ihnen die Grundsätze des Wein Degustierens und wie Sie Augen, Nase oder Gaumen dabei einsetzen können.

Freunde degustieren Wein
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Was sagt Ihnen die Farbe?

Halten Sie das Glas vor einen weissen Hintergrund – zum Beispiel eine Tischdecke – um die Farbe zu bewerten. Aus der Farbe können Sie schon viele Schlüsse ziehen:

Weissweine:

-Blassgelbe Weine sind jung.

-Goldgelbe bis bernsteinfarbene Weine sind reif und trocken, in Holzfässern gereift oder edelsüss.

-Gelbbraune oder braune Weissweine sind alt und leblos.

Roséweine:

-Gräulich-Rosa bedeutet, dass der Wein jung und einfach ist.

-Himbeerfarben ist ein junger und fruchtiger Wein.

-Wird der Rosé lachsfarben, ist er leicht gereift.

Rotweine:

-Eine blasse Farbintensität steht für einen reifen Wein, eine tiefe Intensität für einen jungen Wein.

-Purpurrote und rubinrote Weine sind jung.

-Granatrote Weine sind reif und in Holzfässern ausgebaut.

-Braunrote Weine sind überreif oder wurden zu lange gelagert.

Wein Sehtest
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Was riechen Sie?

Wenn Sie das Weinglas schwenken und die Nase tief ins Weinglas stecken, riechen Sie das Bouquet – den Duft des Weins. Steigen Ihnen dabei intensive Aromen in die Nase, haben Sie es mit einem qualitativ hochstehenden Wein zu tun.

Woher kommen die Aromen im Wein?

1. Von der Traubensorte

Der Wein kann blumig wie Lavendel oder Orangenblüten, fruchtig wie Feigen oder Beeren, würzig wie Pfeffer oder Vanille und erdig wie Pilze oder Moos riechen.

2. Vom Rebberg und der Weinherstellung

Je nach Bodenbeschaffenheit des Rebbergs kann der Wein mehr oder weniger mineralisch riechen. Besonders sonnige oder regnerische Jahrgänge wirken sich stark auf die Aromen aus.

3. Vom Alter und der Alterung

Eine Holznote im Bouquet verrät Ihnen, dass der Wein im Holzfass ausgebaut (gereift) wurde.

Frau riecht am Wein
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Was schmecken Sie?

Nehmen Sie einen Schluck Wein, lassen Sie ihn über die Zunge rollen und kauen sie ihn. Bestätigt der Gaumen, was Auge und Nase sich schon gedacht haben?

Was Sie alles schmecken können

-Den Süssekomplex: Schmeckt der Wein auf der Zungenspitze eher süss oder trocken?

-Den Säurekomplex: Kohlensäure prickelt auf der Zunge, Säure empfinden Sie als stechend.

-Tannine: Sie stammen hauptsächlich von der Traubenschale, sind meist nur in Rotweinen enthalten und vermitteln ein Gefühl von Trockenheit im Mund.

-Den Körper: Ein körperreicher Wein schmeckt vollmundig und intensiv, ein körperarmer dünn und fad.

-Den Charakter: Das ist die Summe der Eindrücke von Nase und Gaumen. Ein Wein «mit Charakter» spricht zusammenfassend für eine gute Qualität.

Junger Mann schmeckt Wein
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Die Summe aller Eindrücke – wie lautet Ihr Urteil?

Wiederholen Sie den Vorgang

Riechen Sie nochmals am Wein, saugen Sie das Bouquet und alle Aromen auf. Fällt Ihnen eine Note von Tabak, Vanille oder Johannisbeeren auf, die Ihnen beim ersten Degustieren entgangen ist? Nehmen Sie nochmals einen Schluck. Schmeckt der Wein herber oder lieblicher als zuvor? Wie ist der Nachgeschmack oder Abgang? Halten die Aromen am Gaumen und in der Nase noch lange an oder verflüchtigen sie sich sofort?

Warum überhaupt Wein degustieren?

Beim Wein Degustieren geht es darum, einen Wein kennenzulernen, ihn zu erkunden und seine Geheimnisse zu lüften. Es ist ein Versuch, das Qualitätsniveau eines Weins zu definieren. Mithilfe einer Degustation finden Sie heraus, warum Ihnen ein Wein schmeckt oder nicht. Denn Schlussendlich ist es immer eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Sehtest beim Wein
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Weinanbau hat in der Schweiz Tradition. Welchen Wein Sie wo trinken können, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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