Tageslichtlampen gegen Winterblues
So funktioniert die Lichttherapie für zu Hause
In den dunklen Jahreszeiten neigen viele zu Verstimmungen. Hauptursache: das fehlende Sonnenlicht. Mit einer Tageslichtlampe können Sie dem Winterblues entgegenwirken. Wir erklären Ihnen, worauf Sie bei der Lichttherapie zu Hause achten sollten.
Spätestens im Winter ziehen wir uns nach drinnen zurück. Neben der Gemütlichkeit schleicht sich bei manchen auch eine saisonale Verstimmung ein: Sie werden beispielsweise müde, antriebslos oder melancholisch. Halten diese Symptome durchgehend länger als zwei Wochen an und lässt sich der Alltag kaum noch bewältigen, handelt es sich möglicherweise nicht um den vergleichsweise harmlosen Winterblues, sondern um eine behandlungsbedürftige Winterdepression. Suchen Sie in diesem Fall bitte unbedingt einen Arzt auf.
Die Hauptursache für diese saisonalen psychischen Beeinträchtigungen ist der Mangel an Sonnenlicht. Zum einen schüttet der Körper weniger Serotonin aus. Das liegt unter anderem daran, dass er im Winter kaum Vitamin D produziert, das für die Aktivierung des Hormons sorgt. Serotonin ist unter anderem für unseren Schlafrhythmus und unsere Emotionsregulation verantwortlich. So fördert es zum Beispiel Wohlbefinden und Zufriedenheit und reduziert Ängste. Zum anderen bildet der Körper vermehrt Melatonin, was häufig zu Müdigkeit und einer Verschiebung des Schlafrhythmus führt.
Während die erfolgreiche Bekämpfung des Winterblues mithilfe von Vitamin-D-Präparaten noch nicht eindeutig durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen ist, gilt der Nutzen von medizinischen Tageslichtlampen als belegt. Durch ihre Lichtstärke können sie den Mangel an Sonnenlicht teilweise ausgleichen und bringen den Serotoninstoffwechsel wieder ins Gleichgewicht. Bevor Sie jedoch mit einer Lichttherapie zu Hause beginnen, sollten Sie Ihr Vorhaben stets mit einem Arzt besprechen.
Tageslichtlampe kaufen: Darauf sollten Sie achten
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Tageslichtlampen: Die einen leuchten im Alltag, die anderen werden gezielt zur Lichttherapie eingesetzt. Kleinere Tageslichtlampen, etwa für den Schreibtisch im Büro oder Homeoffice, oder Stehlampen fürs Wohnzimmer bringen zwar etwas mehr Licht als normale Lampen und können konzentrationsfördernd und stimmungsaufhellend wirken ‒ meist ist aber das Licht nicht intensiv genug, um einen Winterblues wirklich zu vertreiben.
Damit Sie mit einer Tageslichtlampe eine gesunde Wirkung erzielen, sollten Sie beim Kauf auf folgende Eigenschaften achten:
- Natürliche Lichtqualität: Tageslichtlampen mit Vollspektrum decken, ähnlich wie Sonnenlicht, das gesamte natürliche Farbspektrum ab.
- Ausreichende Lichtintensität: Für eine gezielte Lichttherapie zu Hause sollten Sie eine Tageslichtlampe mit 10'000 Lux kaufen. Bei weniger Lux dauert die Anwendung entsprechend länger.
- Geeignete Farbtemperatur: Tageslichtlampen sollten etwa zwischen 5'000 und 6'500 Kelvin aufweisen, um natürlichem Tageslicht zu entsprechen.
- Kein UV-Licht: Um weder Haut noch Augen zu schädigen, dürfen medizinisch eingesetzte Tageslichtlampen keine UV-Strahlung abgeben. Zudem sollte das Licht flimmerfrei sein.
- Flexible Beleuchtung: Um die mobile Lichttherapie auch überall anwenden zu können, sollte sich die Leuchtfläche der Lampe drehen und neigen lassen.
- Stromverbrauch: Diesen erkennen Sie an der Watt-Zahl des Gerätes. LED-Lampen sind in der Regel stromsparend und langlebig.
Lichttherapie zu Hause: Wie Sie Tageslichtlampen anwenden
Haben Sie das medizinische Okay eingeholt, können Sie mit der Lichttherapie zu Hause beginnen. Oft erhalten Sie in der Bedienungsanleitung wichtige Informationen zur Anwendung der Tageslichtlampe. Haben Sie ein Gerät mit 10'000 Lux, reicht in der Regel eine tägliche Sitzung von etwa 30 Minuten aus. Hat die Tageslichtlampe weniger Lux, dauert die Anwendung entsprechend länger.
Für eine optimale Wirkung sollten Sie die Lampe mindestens sieben Tage hintereinander nutzen. Die Tageszeit hängt von individuellen Bedürfnissen ab: Wer im Winter nicht gut aus dem Bett kommt, profitiert von der Anwendung am Morgen, wer nachmittags ein Energietief verspürt, kann die Tageslichtlampe zu dieser Zeit benutzen. Nur von einer Anwendung am Abend raten Experten ab.
Während Sie die Tageslichtlampe nutzen, können Sie zum Beispiel lesen oder am Computer arbeiten. Wichtig ist, dass Sie bei der Anwendung den in der Anleitung empfohlenen Abstand zum Gerät einhalten und die Augen geöffnet lassen. Idealerweise schauen Sie alle ein bis zwei Minuten ganz kurz direkt in das Licht, damit es von der Netzhaut aufgenommen werden kann. Vermeiden Sie es aber, noch häufiger oder gar dauerhaft in das Licht zu sehen.
Tageslichtlampen mit den oben genannten Eigenschaften gelten als sicher. Bei Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Augenbrennen oder Hautrötungen sollten Sie jedoch die Lichttherapie zu Hause abbrechen und einen Arzt aufsuchen.