Schuppen loswerden: Was hilft wirklich?
Tipps zu Shampoos, Pflegeroutinen und Hausmitteln
Wer Schuppen loswerden möchte, sollte auf seine Kopfhaut achten. Wir verraten, welche Shampoos und Pflegeroutinen helfen, wie Sie Stylingprodukte anwenden sollten und warum viele Hausmittel eher mit Vorsicht zu geniessen sind.
Trockene Schuppen loswerden: Kopfhaut schonen
Trockene Schuppen entstehen häufig, wenn der Kopfhaut Fett oder Feuchtigkeit fehlen. Verwenden Sie dann entfettende Shampoos – auch Anti-Schuppen-Shampoos haben in der Regel eine talgentfernende Wirkung ‒, kann sich das Problem verstärken. Ähnlich ist es bei zu häufigem oder zu heissem Haarewaschen und Föhnen.
Möchten Sie trockene Schuppen loswerden, sollten Sie darauf achten, die aus der Balance geratene Kopfhaut nicht weiter zu reizen. Greifen Sie daher zu milden, feuchtigkeitsspendenden oder rückfettenden Shampoos und Haarpflegeprodukten, die Austrocknung entgegenwirken.
Manche Fachleute empfehlen auch eine nächtliche Ölpackung, bei der Sie beispielsweise einige Tropfen Olivenöl auf die Kopfhaut geben, über Nacht einwirken lassen und am Morgen mit einem milden Shampoo auswaschen. Dieses Hausmittel gegen Schuppen ist aber in der Regel nur dann sinnvoll, wenn tatsächlich ein Mangel an Hautfetten die Ursache ist.
Fettige Flocken bekämpfen: Anti-Schuppen-Shampoos verwenden
Fettige Schuppen tauchen meist dann auf, wenn die Kopfhaut zu viel Talg produziert und sich unter diesen Bedingungen Hefepilze vermehren. Viele Experten empfehlen daher ein auf die Kopfhaut abgestimmtes Anti-Schuppen-Shampoo: Je nach Wirkstoffkombination kann es festsitzende Schuppen lösen, überschüssiges Fett entfernen und das Wachstum von Hefepilzen hemmen. So kann es helfen, die gereizte Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Achten Sie beim Kauf darauf, dass keine stark rückfettenden oder aggressiven Komponenten enthalten sind. Auch sollte unter den Inhaltsstoffen kein Zink-Pyrithion zu finden sein: Der Wirkstoff steht im Verdacht, die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen, und ist seit 2022 in der EU in Kosmetika verboten.
Um Schuppen erfolgreich zu bekämpfen, ist eine regelmässige und korrekte Anwendung wichtig: Anfangs sollten Sie das Anti-Schuppen-Shampoo mehrfach pro Woche benutzen und entsprechend den Herstellerangaben einwirken lassen. Stellen Sie dann nach einigen Wochen eine deutliche Besserung fest, reicht es häufig, das Shampoo nur noch einmal pro Woche anzuwenden. Für die tägliche Haarpflege empfiehlt sich dann ein mildes, leicht entfettendes Shampoo.
Haare waschen und pflegen: Routinen anpassen
Da Schuppen und Kopfhaut in den meisten Fällen direkt zusammenhängen, gilt bei Haarpflegeroutinen vor allem eins: Schonen Sie Ihre Kopfhaut. Vor dem Haarewaschen können Sie die Schuppen vorsichtig auskämmen oder ausbürsten, damit sie sich beim Waschen wegspülen lassen. Verwenden Sie bei der Haarwäsche nur lauwarmes Wasser, massieren Sie Shampoos sanft ein und spülen Sie diese sorgfältig aus, um Rückstände zu vermeiden.
Möchten Sie trockene Schuppen loswerden, sollten Sie Ihre Haare wenn möglich nicht täglich und auch nur kurz mit wenig Shampoo waschen. Da jede Reinigung Fett entzieht, kann zu häufiges Waschen die Kopfhaut weiter austrocknen und zu noch mehr Schuppen führen. Bei fettigen Schuppen ist regelmässiges Waschen dagegen sinnvoll, um den überschüssigen Talg zu entfernen.
Rubbeln Sie die Haare nach dem Waschen nicht trocken, sondern drücken Sie sie behutsam im Handtuch aus. Insbesondere bei trockenen Schuppen ist es besser, wenn Sie die Haare an der Luft trocknen lassen. Möchten Sie Ihre Haare föhnen, tun Sie es am besten kurz, mit ausreichend Abstand und wenig Hitze. Um die Kopfhaut weniger zu strapazieren, bietet es sich an, kopfüber zu föhnen.
Schuppen vorbeugen: Pflege- und Stylingprodukte hinterfragen
Ob Gel, Wachs oder Spray: Auch Pflege- und Stylingprodukte können einen Einfluss auf die Schuppenbildung haben. Bei fettigen Schuppen können beispielsweise ölhaltige Glanzsprays, Haaröle oder -wachse die Kopfhaut zusätzlich belasten. Bei trockenen Schuppen sollten Sie unter anderem austrocknende Produkte wie Haarspray, Gel oder Mousse mit Alkohol meiden. Darüber hinaus können auch Mittel für Colorationen und Dauerwellen weiter reizen.
Entscheiden Sie sich daher idealerweise für milde Pflege- und Stylingprodukte. Verwenden Sie diese nur in kleinen Mengen und möglichst nicht direkt auf der Kopfhaut oder am Haaransatz. Reagiert Ihre Haut empfindlich, ist es zudem ratsam, die gestylten Haare möglichst bald wieder gründlich auszuwaschen, damit Rückstände das Schuppenproblem nicht verschlimmern.
Hausmittel gegen Schuppen: mit Vorsicht einsetzen
Viele Menschen probieren zunächst Hausmittel aus, wenn sie Schuppen loswerden möchten. Tatsächlich kursieren unter anderem im Internet zahlreiche Ratschläge: So sollen beispielsweise ins Shampoo gemischtes Teebaumöl oder Backpulver gegen Schuppen helfen. Auch Apfelessig, Zitrone oder Meersalz werden als effektive Hausmittel angepriesen.
Das Problem ist aber, dass viele dieser Substanzen eine ohnehin strapazierte Kopfhaut noch mehr reizen oder gar allergische Reaktionen auslösen können. Weniger riskant wirkt da der Tipp, bei trockenen Schuppen mit etwas Oliven- oder Kokosöl nachzuhelfen, sofern der Kopfhaut Fett fehlt.
Letztlich gilt für alle Hausmittel gegen Schuppen: Informieren Sie sich zunächst über deren Wirkung. Möchten Sie dann etwas ausprobieren, verwenden Sie das Mittel sparsam und testen Sie es zunächst nur an einer kleinen Stelle auf Verträglichkeit. Verstärken sich Symptome wie Juckreiz, Brennen, Rötungen oder Schuppenbildung, beenden Sie den Versuch.
Beachten Sie ausserdem: Unsere Tipps beziehen sich auf gewöhnliche Schuppenbildung. Stecken ernsthafte Hauterkrankungen wie seborrhoisches Ekzem oder Schuppenflechte dahinter, benötigt die Kopfhaut eine gezielte medizinische Behandlung.