Kontaktlinsen-Typen einfach erklärt

Wie Sie die passenden Linsen für sich finden

Je nach Art der Fehlsichtigkeit, Material und Tragedauer gibt es verschiedene Kontaktlinsen-Typen. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Unterschiede und erklären, welche Linsen für wen geeignet sein können.

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Kontaktlinsen können eine praktische Alternative oder Ergänzung zur Brille sein. Doch Linse ist nicht gleich Linse: Sie unterscheiden sich unter anderem darin, welche Fehlsichtigkeit sie korrigieren, aus welchem Material sie bestehen oder wie lange sie getragen werden können. Wir erläutern, welche Kontaktlinsen-Typen es gibt und welche Faktoren bei der Auswahl eine Rolle spielen.

Brillen-Alternative: Vor- und Nachteile von Kontaktlinsen

Kontaktlinsen bieten gegenüber Brillen einige Vorteile. Da sie direkt auf dem Auge sitzen, bleibt das Sichtfeld vollständig frei – auch am Rand. Viele Menschen empfinden das im Alltag oder beim Sport als angenehmer, weil Linsen mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen und bei sportlichem Körperkontakt nicht zu Bruch gehen können. Im Gegensatz zu Brillengläsern können Kontaktlinsen auch nicht beschlagen, was etwa im Beruf praktisch sein kann.

Ändert sich im Laufe der Zeit die Sehstärke, braucht es keine teuren neuen Brillengläser (oft inklusive neuem Gestell): Insbesondere bei weichen Linsen lassen sich einfach Exemplare mit neuen Werten kaufen. Auch eine Sonnenbrille mit Sehstärke ist nicht nötig, sodass sich je nach Outfit auch unterschiedliche Modelle mit zuverlässigem UV-Schutz tragen lassen. Zu guter Letzt – und das ist für viele Kontaktlinsenträger ein entscheidendes Argument – fallen sie optisch kaum auf und beeinflussen das Aussehen nicht. Wer dagegen, etwa zur Abrundung eines Fasnacht- oder Halloweenoutfits, seine Augen absichtlich verändern möchte, kann zu sogenannten Fun-Linsen greifen.

Trotz einiger Sparpotenziale sind vor allem Tageslinsen langfristig oft etwas teurer als eine Brille. Auch erfordern Kontaktlinsen einen sorgfältigen Umgang – sowohl beim Einsetzen und Herausnehmen als auch bei der Pflege. Wiederverwendbare Linsen müssen regelmässig gereinigt und richtig aufbewahrt werden. Darüber hinaus verträgt nicht jedes Auge Kontaktlinsen gleich gut: Bei bestimmten Augenerkrankungen, sehr trockenen Augen oder Allergien gegen Materialien oder Pflegemittel kann das Tragen problematisch sein. Deshalb sind eine fachgerechte Beratung und Anpassung beim Optiker oder in einer Augenarztpraxis sinnvoll.

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Fehlsichtigkeit: passende Kontaktlinsen-Typen

Bei der Wahl des Linsentyps kommt es zunächst darauf an, welche Fehlsichtigkeit korrigiert werden soll. Dabei ist nicht nur die Sehstärke ausschlaggebend: Auch Faktoren wie die Form der Hornhaut, die Beschaffenheit des Tränenfilms oder individuelle Sehgewohnheiten sind wichtig, um die passenden Kontaktlinsen zu finden.

Je nach Art der Fehlsichtigkeit gibt es drei Linsentypen:

  • Sphärische Linsen dienen dazu, Kurz- oder Weitsichtigkeit zu korrigieren. Sie haben eine gleichmässige Krümmung und bündeln das Licht so, dass es wieder korrekt auf die Netzhaut trifft.
  • Torische Kontaktlinsen eignen sich bei Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Sie haben eine spezielle Form, welche die ungleichmässige Krümmung der Hornhaut gezielt ausgleichen kann. Für verzerrungsfreies Sehen müssen sie stabil in einer bestimmten Position auf dem Auge
  • Multifokale Linsen kommen meist bei Alterssichtigkeit zum Einsatz. Mehrere Zonen mit unterschiedlichen Stärken ermöglichen scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen ‒ ähnlich wie bei einer Gleitsichtbrille.

Material: weiche und harte Kontaktlinsen

Neben der Art der Fehlsichtigkeit unterscheiden sich Linsentypen auch hinsichtlich des Materials: So gibt es weiche und formstabile, «harte» Kontaktlinsen. Welche Variante für Sie passend ist, hängt unter anderem davon ab, wie häufig Sie die Linsen tragen und welche Eigenschaften Ihre Augen haben.

Weiche Kontaktlinsen bestehen aus elastischen Materialien und passen sich der Oberfläche des Auges gut an. Viele Menschen gewöhnen sich deshalb schnell an diese Art von Linsen. Aufgrund ihres grösseren Durchmessers und ihrer Flexibilität verrutschen sie seltener, was zum Beispiel beim Sport von Vorteil ist. Zudem haben Sie die Wahl zwischen Tages-, Wochen- oder Monatslinsen.

Formstabile Kontaktlinsen sind kleiner und bestehen aus festen, sauerstoffdurchlässigen Materialien. Sie werden individuell angefertigt und liegen auf dem Tränenfilm. Durch ihre Stabilität erlauben harte Kontaktlinsen ‒ etwa bei Hornhautverkrümmung ‒ oft eine präzisere Sehkorrektur. Allerdings benötigen die Augen wegen des Fremdkörpergefühls häufig eine längere Eingewöhnungszeit.

Tragedauer: Monats-, Wochen- und Tageslinsen

Während Sie harte Kontaktlinsen bei guter Pflege bis zu drei Jahre nutzen können, gibt es bei weichen Linsen Kontaktlinsen-Typen mit unterschiedlicher Tragedauer.

Tageslinsen gelten als besonders hygienisch, da Sie jeden Tag ein neues Paar verwenden. Sie müssen sie also nicht reinigen, sondern können sie einfach abends in den Kehricht werfen. Allerdings sind Tageslinsen vergleichsweise teuer und durch die tägliche Entsorgung entsteht mehr Abfall. Sie eignen sich daher vor allem für Menschen, die nur gelegentlich Kontaktlinsen tragen.

Monatslinsen sind für eine Nutzungsdauer von etwa einem Monat ausgelegt. Ähnlich wie harte Kontaktlinsen müssen Sie diese nach dem Tragen reinigen und hygienisch aufbewahren, um Ihre Augengesundheit nicht zu gefährden. Nutzen Sie Ihre Linsen täglich, sind Monatslinsen meist günstiger als Tageslinsen, wenngleich Sie die Kosten für Pflegemittel berücksichtigen müssen.

Wochenlinsen, oft auch Zwei-Wochen-Linsen genannt, können Sie je nach Modell eine bis zwei Wochen tragen. Sie stellen damit einen Kompromiss zwischen Tages- und Monatslinsen dar.

Inzwischen sind auch spezielle Linsen erhältlich, die Sie über einen längeren Zeitraum ununterbrochen – also auch nachts ‒ tragen können. Allerdings sind diese nicht für jedes Auge geeignet und können aufgrund der langen Tragedauer das Risiko für Infektionen erhöhen.

Sind Sie sich unsicher, welche Kontaktlinsen zu Ihnen passen, lassen Sie sich am besten in einem Fachgeschäft oder einer Augenarztpraxis beraten.

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