Innere Unruhe, Schnarchen und Schlafstörungen:
So finden Sie nachts Frieden
Der Wecker klingelt und Sie fühlen sich wie gerädert – obwohl Sie gestern zeitig ins Bett gegangen sind. Sie konnten nicht einschlafen, sind nachts immer wieder aufgewacht und kamen einfach nicht zur Ruhe. So finden Sie endlich wieder Erholung.
Kennen Sie das? Je mehr man versucht, einzuschlafen, desto weniger klappt es. Ein- oder Durchschlafprobleme kennen vor allem die 35- bis 65-jährigen Berufstätigen: 80 Prozent haben laut Daten der Krankenkasse DAK-Gesundheit einen schlechten Schlaf. Wir wissen zwar: Ausreichend zu schlafen stärkt das Immunsystem, die Konzentration und die Leistungsfähigkeit. Doch sich selbst deswegen unter Druck zu setzen, macht die Sache nicht besser.
Wenn Sie das Gefühl haben, mittlerweile schon eine bleierne Müdigkeit mit sich zu schleppen, gegen die kein Kaffee der Welt mehr ankommt, trösten Sie sich. Powerfrauen geht es besonders oft so. Zäh und besonnen meistern wir unseren Alltag, denken an alles für jeden, doch abends im Bett steigt plötzlich eine innere Unruhe auf. Das Herzklopfen wird schneller und wir ahnen schon, was uns blüht: eine weitere schlaflose Nacht.
Schlaflosigkeit durch Hormone
Warum kommen gerade diejenigen, die meisterhafte Managerinnen ihres Lebens sind, oft nachts nicht zur Ruhe? Zum einen liegt es oft an der Dosis Stress, die wir uns täglich zumuten. Weil das Stresshormon Cortisol das Hormon ist, das uns zu Urzeiten beim Überleben half, möchte es immer noch gegenüber den anderen Botenstoffen die erste Geige spielen. Haben wir über längere Zeit viel Cortisol ausgeschüttet, dann lässt die Produktion anderer Hormone nach. So werden etwa die Funktionen unserer Schilddrüse und der Eierstöcke heruntergefahren. Noch dazu spart der Körper Energie und lagert Fett ein. Wer wenig schläft, hat mehr Hunger. Das liegt daran, dass das Appetitbremserhormon Leptin sinkt. Gleichzeitig steigt das Hungerhormon Ghrelin. Dagegen anzukämpfen ist schwer, vor allem, wenn man tagsüber viel leisten muss. Also nehmen wir langsam aber stetig zu. Das belastet einerseits das Herz-Kreislaufsystem, andererseits begünstigt es Schnarchen.
Nach der Menopause schnarchen etwa 35 Prozent der Frauen, so das Ergebnis einer britischen Studie. Junge Frauen kennen das Problem hingegen kaum. Grund ist der sinkende Östrogenspiegel ab der Lebensmitte. Im Zuge dessen wird das Gewebe schlaffer – nicht nur am Bauch und an den Oberarmen, sondern auch im Rachen. So können die oberen Atemwege verengen und das Gewebe kann im Luftstrom vibrieren.
Ab 40 den Stress reduzieren
Einen sinkenden Östrogenspiegel können Sie zum Teil mit Phytoöstrogenen ausgleichen, indem Sie vermehrt Hülsenfrüchte und Leinsamen essen. Trainieren Sie zudem Ihre Rachenmuskulatur, indem Sie laut singen, wann immer Sie können – und sei es allein unter der Dusche. Verzichten Sie auf abendlichen Alkohol, weil dieser die Muskulatur zusätzlich erschlaffen lässt. Gegebenenfalls hilft eine Schnarchschiene aus der Apotheke durch das Nachvorneschieben des Unterkiefers, die Atemwege zu öffnen.
Ist es eher der Partner, der für eine störende nächtliche Geräuschkulisse sorgt, schlagen Sie getrennte Schlafzimmer vor. Dann schlafen Sie beide wieder besser. Bonus: Bisweilen ein Besuch beim anderen kann einen neuen Reiz in langjährige Partnerschaften bringen.
Übrigens kann die Östrogenumstellung auch direkt Schlafstörungen verursachen und zwar schon ab einem Alter um die 40. Ein Hinweis, dass hier die Hauptursache liegt, ist Nachtschweiss. Leider können sich durch das Absinken des Östrogens auch die innerliche Unruhe und Nervosität verstärken. Hinzu kommt der Rückzug des Hormons Progesteron. Weil dieses ein natürlicher Angstlöser ist, empfinden wir psychische Belastungen dann intensiver – wir sind nicht mehr gar so stressresistent wie früher.
Es ist wichtig, dass wir sorgsam mit uns selbst umgehen und mit diesen Tipps den Körper beim Einschlafen zu unterstützen.