Heimliche Zuckerfallen erkennen
Versteckter Zucker in Lebensmitteln
Kleben die Zusatzpfunde an den Hüften, obwohl Sie gar nicht viel essen? Haben Sie erhöhte Cholesterinwerte, obwohl sie wenig Fett zu sich nehmen? Schuld könnten versteckte Zuckerfallen sein. Consumo zeigt, wie Sie diese erkennen und vermeiden
Kuchen und Kekse sind Zuckerbomben – so weit, so klar. Aber auch herzhafte Lebensmittel enthalten oft eine deftige Portion Zucker! Ob Gewürzgurke, Dosensuppe oder Rotkraut – beim Einkauf lohnt es sich, die Etiketten genau zu studieren.
Denn zu viel Zucker schadet der Gesundheit. Er treibt die Pfunde in die Höhe, was Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektanfälligkeit begünstigen kann. Ausserdem macht zu viel Zucker müde, weil das Hormon Insulin Achterbahn fährt.
Zuckerfallen erkennen und meiden
Süssgetränke gleichen oft einem Zucker-Tsunami, der im Körper grossen Schaden anrichten kann. So enthält beispielsweise eine 500 ml-Flasche Eistee laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung 38 g Zucker (9,5 Stück Würfelzucker), ein Schokoriegel dagegen „nur“ 26 g Zucker (6,5 Stück Würfelzucker). Eine US-Studie mit 100.000 Frauen zeigt: Bereits ein Glas Limonade (ca. 25 g Zucker) pro Tag steigert das Leberkrebsrisiko um 85 Prozent, wenn es über Jahre regelmässig getrunken wird. Auch Cola, Energydrinks, Fruchtsäfte und Smoothies sowie Malzbier haben eine hohe Zuckerlast. Liebliche Weine, süsser Sekt und Alcopops machen es unserer Leber doppelt schwer – neben dem Alkohol muss sie haufenweise Zucker verstoffwechseln.
Zucker in Lebensmitteln
Zucker dient der Lebensmittelindustrie als Konservierungsstoff und Geschmacksträger. Weil aber kaum jemand herzhafte Produkte möchte, bei denen Zucker ganz oben auf der Zutatenliste steht, tarnt die Industrie die Zusätze unter verschiedenen Namen. Zu diesen gehören gesund klingende Bezeichnungen wie „Fruchtextrakt“, Gerstenmalzextrakt oder Oligofruktose (weitere gut getarnte Bezeichnungen decken wir später im Artikel auf).
Zusätze wie diese finden sich bis hin zu Wurstsalat, Aufschnitt wie Salami und Mortadella, Päcklisuppen sowie Fisch- und Tiefkühlgerichten. Fertigsaucen und Dips enthalten oft zehn bis 15 Prozent Zucker, Ketchup bis zu 30 Prozent! Sogar in Krautsalat und Rotkraut stecken oft zehn bis elf Prozent Zucker – das sind rund 25 Stück Würfelzucker pro 700-g-Glas. Zucker im Brot kann zum Beispiel durch eine Dunkelfärbung mit Karamell- oder Zuckerrübensirup enthalten sein. Negativ-Spitzenreiter ist allerdings abgepacktes Toastbrot mit rund fünf Prozent Zucker.
Werden Sie zum Zucker-Detektiv: Zuckerarten im Überblick
Ob Fruchtzucker (Fruktose) oder Traubenzucker (Glukose): Beides sind sogenannte Einfachzucker. Haushaltszucker (Saccharose) besteht zu gleichen Teilen aus Glukose und Fruktose. Mit dieser Mischung kommt unser Körper sogar besser zurecht als mit hohen Mengen an künstlich zugesetzter Fruktose. Denn diese lässt die Leber schnell verfetten und kann über den Stoffwechsel den Cholesterinspiegel in die Höhe treiben. Nichtsdestotrotz ist Fruktose ein Liebling der Lebensmittelindustrie, denn sie ist billig und hat doppelt so viel Süsskraft wie Glukose. Daneben gibt es noch viele andere Zuckerarten, die den Stoffwechsel unnötig belasten. Sie tarnen sich auf der Zutatenliste mit
- den Endungen „-ose“, wie Maltose
- den Endungen -sirup, -dicksaft
- Malzen wie Gerstenmalz, Malzextrakt
- Dextrinen wie Maltodextrin
- Süssmolkenpulver, Magermilchpulver
- Fruchtzucker, -püree und -extrakt
- Saftkonzentraten
- Honig
Wie so oft im Leben gilt: Die Menge macht’s. Bis zu 25 g Zucker pro Tag sind laut Weltgesundheitsorganisation vertretbar. Doch weil eine typische Ernährung hierzulande leicht das Vierfache an Zucker enthalten kann, sollten wir uns diesen sparen, wo wir können.