Schuppen im Haar: die häufigsten Ursachen
Warum sie selten eine Frage der Hygiene sind
Trockene Kopfhaut, übermässige Talgproduktion oder ungeeignete Pflege: Für Schuppen im Haar gibt es viele Ursachen. Wir erklären, wie trockene und fettige Schuppen entstehen, welche Faktoren sie begünstigen und wann medizinischer Rat sinnvoll ist.
Ob am Haaransatz oder auf dunkler Kleidung: Schuppen im Haar sind vielen Menschen peinlich. Dabei haben sie nur selten etwas mit mangelnder Körperhygiene zu tun. Vielmehr sind sie ein Zeichen dafür, dass die Kopfhaut aus dem Gleichgewicht geraten ist. In diesem Fall können trockene oder fettige Schuppen die Folge sein. Die gute Nachricht ist: Wer den Auslöser kennt, kann gezielt etwas dagegen tun.
Was sind Schuppen im Haar eigentlich?
Auch wenn die hellen Flocken häufig als individuelles Problem wahrgenommen werden: Wir alle produzieren jeden Tag Schuppen. Das liegt daran, dass sich unsere Haut in der Regel etwa alle vier Wochen erneuert und dabei die abgestorbenen Zellen der obersten Hautschicht abstösst. In der Regel sind diese Hautschuppen aber so klein, dass wir sie kaum bemerken.
Entledigt sich die Haut dieser Schüppchen aber zu schnell, können diese zu grösseren Verbänden verklumpen – und die sind dann auch fürs Auge sichtbar. Besonders auffällig sind Schuppen dann im Haar oder auf dunklerer Kleidung. Auch wenn der Anblick unangenehm sein mag: Um der Ursache auf die Spur zu kommen, lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Trockene Schuppen: Was ist die Ursache?
Schuppen im Haar lassen sich grob in zwei Typen unterteilen: trockene und fettige Schuppen. Trockene Schuppen sind üblicherweise fein und weiss und rieseln leicht aus dem Haar auf die Schultern. Sie entstehen in der Regel dann, wenn der Kopfhaut Feuchtigkeit fehlt oder sie zu wenig Talg produziert. Nicht selten ist eine geschwächte Hautbarriere eine Ursache dieser Schuppen, die sich unter anderem in Form von gereizter oder juckender Kopfhaut zeigen kann.
Kalte Winterluft oder ein zu trockenes Raumklima, etwa durch vermehrtes Heizen, können trockene Kopfhaut ebenso begünstigen wie zu häufiges oder zu warmes Waschen, ungeeignete Haarpflegeprodukte oder zu heisses Föhnen. Bei trockenen Schuppen sollten Sie daher milde Pflegemassnahmen ergreifen, welche die Kopfhaut beruhigen und schonen, anstatt sie weiter zu reizen.
Woher kommen fettige Schuppen?
Fettige Schuppen sind meist grösser als trockene, haben eine eher gelbliche Farbe und fühlen sich klebrig oder ölig an. Dadurch haften sie stärker an der Kopfhaut und im Haar. Die häufigste Ursache von fettigen Schuppen ist eine erhöhte Talgproduktion der Kopfhaut: Das überschüssige Fett sorgt dafür, dass die abgestorbenen Hautzellen leichter verkleben und grössere Schuppen bilden, die sich vor allem am Haaransatz zeigen.
Eine talgreiche Kopfhaut kann zudem zur Vermehrung bestimmter Hefepilze beitragen. Dazu zählt Malassezia furfur, eigentlich ein natürlicher Bestandteil der Hautflora. Vermehrt sich dieser Hefepilz zu sehr, kann er die Kopfhaut reizen und die Schuppenbildung erhöhen. Fettige Schuppen können deshalb auch mit Juckreiz, Rötungen oder einer entzündeten Kopfhaut auftreten.
Gegen fettige Schuppen im Haar können spezielle Anti-Schuppen-Shampoos helfen. Mit ihnen lässt sich überschüssiger Talg entfernen. Je nach Produkt enthalten sie ausserdem antimikrobielle Wirkstoffe, die das Pilzwachstum auf der Kopfhaut hemmen können.
Stress, Hormone, Pflege: Welche Ursachen gibt es noch?
Neben trockener oder fettiger Kopfhaut gibt es auch noch weitere Faktoren, die Schuppen im Haar auslösen oder verstärken können. So spielen zum Beispiel Veranlagung und Hormone eine wichtige Rolle, da sie die Talgproduktion beeinflussen. In der Pubertät produziert die Kopfhaut oft mehr Fett, in den Wechseljahren kann die Talgproduktion hingegen abnehmen. So können hormonelle Veränderungen die Schuppenbildung beeinflussen.
Auch die tägliche Pflegeroutine kann die Kopfhaut belasten. Reizende oder stark entfettende Pflege- und Stylingprodukte, zu häufiges oder zu seltenes Haarewaschen, aber auch starkes Schwitzen können die Kopfhaut aus ihrer natürlichen Balance bringen.
Seelischer und körperlicher Stress kann sich ebenfalls auf Haut und Stoffwechsel auswirken; auch eine ungünstige Ernährung oder ein geschwächtes Immunsystem werden als Einflussfaktoren diskutiert. Meist sind die Ursachen von Schuppen eher harmlos – sie können aber auch medizinische Gründe haben.
Schuppen im Haar: Wann sollte man zum Arzt?
In den meisten Fällen lassen sich Schuppen mit der richtigen Pflege gut in den Griff bekommen. Dazu haben wir Ihnen hier konkrete Tipps zusammengestellt, mit denen Sie trockene und fettige Schuppen im Haar loswerden können.
Wenn sich die Situation jedoch trotz angepasster Pflege nicht bessert, Schuppen nicht verschwinden oder immer wieder auftreten, sollten Sie medizinischen Rat einholen. Das gilt auch bei starken Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen, Rötungen, Nässen oder Krusten auf der Kopfhaut sowie bei Haarausfall.
Hinter solchen Symptomen können Hauterkrankungen stecken, die eine gezielte Behandlung erfordern. Dazu zählen etwa ein seborrhoisches Ekzem, Neurodermitis, Schuppenflechte oder hartnäckige Pilzinfektionen. Wenn Sie sich also unsicher sind, welche Ursache bei Ihren Schuppen vorliegt, kann eine dermatologische Abklärung sinnvoll sein. Je genauer Sie wissen, woher die Schuppen kommen, desto effektiver lassen sie sich behandeln.