Sommerstoffe im Vergleich
Was trägt sich am besten: Leinen, Baumwolle, Mischgewebe?
Wenn ein heisser Sommertag bevorsteht, können die richtigen Stoffe wahre Wunder bewirken. Lesen Sie hier, welche Sommerstoffe angenehm kühl auf der Haut zu tragen sind, was sie für Vor- und Nachteile haben und auf was Sie beim Kauf achten sollten.
Eine Bluse, die schon nach der Fahrt ins Büro am Rücken klebt, eine Hose, die binnen einer halben Stunde Sonne ihre Frische verliert oder ein Shirt, bei dem sich schnell unschöne Schweissflecken abzeichnen: Die Wahl des Outfits an einem heissen Sommertag kann ziemlich herausfordernd sein. Doch mit den richtigen Sommerstoffen im Kleiderschrank können Sie der Hitze entspannt entgegensehen.
Leinen: kühlt und fällt locker
Leinen wird aus Flachs hergestellt, einer Kulturpflanze mit langer Tradition. Schon im alten Ägypten wurde aus Flachs Kleidung hergestellt. Sommertauglich ist der Stoff durch seine besondere Faserstruktur: Sie ist luftdurchlässig, kühlend, fusselfrei und antibakteriell. Leinen kann bis zu 35 Prozent des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich klamm anzufühlen. Leinenblusen, -hemden und -hosen tragen sich nicht nur angenehm, sondern versprühen auch eine entspannte Lässigkeit und eignen sich perfekt für die nächste Sommerparty. Der beliebte Sommerstoff ist ausserdem sehr stabil und robust, was allerdings auch zu seinem grössten Nachteil werden kann: Kleidungsstücke aus Leinen sind kaum dehnbar und knittern sehr schnell. So kann es nach längerem Sitzen gut sein, dass sich der Stoff zwar noch angenehm kühl auf der Haut anfühlt, jedoch aussieht, als hätte er noch nie ein Bügeleisen gesehen. Aber: Wen kümmern an heissen Sommertagen schon ein paar Knautschfalten in der Hose?
Baumwolle: weich und vielseitig
Baumwolle ist in fast jedem Kleiderschrank der unübertroffene Klassiker. Egal ob T-Shirt, Sommerbluse oder Chino: Der Stoff ist hautfreundlich, kratzt nicht und ist atmungsaktiv. Wenn Sie beim Kauf zu Bio-Baumwolle greifen, wird Ihre Garderobe auch gleich ein ganzes Stück nachhaltiger. Kleidungsstücke aus leichter Baumwolle sorgen auch im Sommer für ein angenehmes Tragegefühl, denn sie nehmen Feuchtigkeit sehr gut auf. Die Feuchtigkeit wird im Unterschied zu Leinen jedoch besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit deutlich langsamer abgegeben. Beim Velofahren oder beim intensiven Wandern kann sich der Stoff schnell schwer und feucht anfühlen. Achten Sie bei Baumwollstücken für den Sommer deshalb unbedingt darauf, dass sie sehr leicht gewebt und besser locker geschnitten als eng anliegend sind.
Mischgewebe: pflegeleicht und formstabil
Mischgewebe verbinden im besten Fall die Vorteile verschiedener Materialien in einem einzigen Stoff. Häufig werden Naturfasern wie Baumwolle mit synthetischen Fasern wie Polyester oder Elasthan kombiniert. Dadurch entstehen Textilien, die angenehm auf der Haut liegen und gleichzeitig strapazierfähig und pflegeleicht sind. Gerade im Sommer können Mischgewebe eine praktische Wahl sein: Baumwoll-Polyester-Mischungen knittern weniger, trocknen schneller und behalten auch nach häufigem Waschen ihre Form. Ein Elasthan-Anteil sorgt zusätzlich für mehr Bewegungsfreiheit und Tragekomfort. Im Vergleich zu reinem Leinen sind Mischgewebe durch ihre synthetischen Fasern schwieriger zu recyceln und damit weniger nachhaltig, im Vergleich zu Baumwolle können hochwertige Mischgewebe jedoch häufig länger getragen werden und dadurch mit ihrer Langlebigkeit punkten.
Fazit: Wer es kühlend und naturverbunden mag, greift zu nachhaltigem Leinen, für den bequemen und flexiblen Einsatz im Alltag ist Baumwolle die erste Wahl und wer weniger Bügeln und aktive Sommertage liebt, greift zu hochwertigem Mischgewebe.