Wallbox kaufen: So treffen Sie die richtige Wahl
Wissenswertes von Ladeleistung bis Installation
Ob 11 oder 22 Kilowatt, festes Kabel oder Buchse: Wenn Sie eine Wallbox kaufen, sollte sie zu Hausanschluss, Fahrzeug und geplanter Nutzung passen. Wir erklären die wichtigsten Unterschiede und was bei Anmeldung und Installation gilt.
Was sollten Sie klären, bevor Sie eine Wallbox kaufen?
Möchten Sie zu Hause eine Ladestation für Ihr E-Auto einrichten lassen und dafür eine Wallbox kaufen, sollten Sie vorab die rechtlichen und technischen Voraussetzungen abklären. Während Sie als Besitzer eines Einfamilienhauses in den meisten Fällen selbst über den Einbau entscheiden können, benötigen Sie als Mieter die Erlaubnis des Vermieters und als Stockwerkeigentümer die Zustimmung der Eigentümerversammlung.
Lassen Sie dann von einem Fachbetrieb prüfen, welche Leistung der Hausanschluss für die Wallbox bereitstellen kann und ob Leitungen oder andere elektrische Komponenten im Haus angepasst werden müssen. Wichtig sind auch ein geeigneter Montageplatz und ein möglichst kurzer Leitungsweg zwischen Stromverteilung und Parkplatz. Mauerdurchbrüche, Erd- bzw. Aushubarbeiten oder grössere Entfernungen können den Wallbox-Anschluss aufwendiger und teurer machen. Im Aussenbereich muss das Gerät für die dortigen Witterungsbedingungen geeignet sein.
Ein Fachbetrieb kann Ihnen auf Grundlage der Prüfung passende Wallbox-Modelle empfehlen und eine detaillierte Offerte für die Installation erstellen. Je nach Anbieter ist das Gerät auch Teil des Gesamtpakets.
Welche Ladeleistung sollte die Wallbox haben?
Die Ladeleistung einer Wallbox beeinflusst, wie schnell sich der Akku des E-Autos aufladen lässt. Grundsätzlich gilt: Je höher die Kilowattzahl, desto kürzer kann die Ladezeit sein. Voraussetzung ist allerdings, dass Hausanschluss, Leitungen und Fahrzeug die jeweilige Leistung unterstützen. Erhältlich sind vor allem Modelle mit 3,7, 11 oder 22 Kilowatt. Während Wallboxen mit 3,7 Kilowatt einphasig laden, werden Modelle mit 11 oder 22 Kilowatt in der Regel dreiphasig angeschlossen und ermöglichen dadurch höhere Ladeleistungen.
Entscheidend für die Wahl der Ladeleistung ist in erster Linie, wie lange das E-Auto gewöhnlich zu Hause steht und wie viel Energie Sie innerhalb dieser Zeit nachladen müssen. Bei mehreren Stunden Standzeit oder über Nacht reichen 11 Kilowatt im Alltag meist aus. Zudem können viele Fahrzeuge beim Laden mit Wechselstrom höchstens 11 Kilowatt aufnehmen und laden an einer 22-Kilowatt-Station nicht schneller. Daher entscheiden sich viele Privathaushalte dafür, eine Wallbox mit 11 Kilowatt Ladeleistung zu kaufen.
Eine 22-Kilowatt-Wallbox kann sich bei hohen Fahrleistungen und kurzen Ladefenstern lohnen – sofern Hausanschluss und Elektroauto diese Leistung zulassen. Unter idealen Bedingungen lässt sich die Ladezeit gegenüber einer 11-Kilowatt-Wallbox in etwa halbieren. Beim Laden mit Solarstrom sind dagegen eine gute Regelbarkeit und Verbindung zur Photovoltaikanlage wichtiger als eine möglichst hohe Maximalleistung.
Welche Ausstattung ist wichtig beim Wallbox-Kauf?
Wenn Sie eine Wallbox kaufen, achten Sie darauf, dass Gerät, Ladekabel und E-Auto miteinander kompatibel sind. Erhältlich sind Modelle mit fest angeschlossenem Ladekabel und Varianten mit Buchse. Eine Wallbox mit festem Kabel bietet mehr Komfort, da Sie dieses nur noch mit dem Fahrzeug verbinden müssen. Bei einer Buchse verwenden Sie ein separates Kabel und können unter anderem dessen Länge passend zum Parkplatz und zur Position des Ladeanschlusses am Auto wählen. Falls Sie später das Fahrzeug wechseln möchten, sind Sie mit der Buchse ebenfalls flexibler.
Welche weiteren Funktionen sinnvoll sind, hängt von Ihrer Nutzung ab: Vernetzte Modelle lassen sich beispielsweise per App steuern. So können Sie etwa Ladezeiten programmieren, den Ladevorgang kontrollieren und Ladedaten einsehen. Bei einem frei zugänglichen Parkplatz schützt eine Freischaltung per App, RFID-Karte oder RFIDChip vor unbefugter Nutzung. Eine Verbrauchserfassung ist wichtig, wenn mehrere Personen laden oder Sie die Stromkosten etwa mit dem Arbeitgeber, Mietern oder anderen Parteien abrechnen möchten.
Nutzen Sie mehrere Ladepunkte oder laufen im Haus weitere Geräte mit hohem Stromverbrauch, ist eine Wallbox mit dynamischem Lastmanagement empfehlenswert: Sie passt die Ladeleistung an die aktuell verfügbare Leistung des Hausanschlusses und schützt diesen vor Überlastung. Für das Laden mit eigenem Solarstrom sollte sich die Ladestation mit der Photovoltaikanlage beziehungsweise dem Energiemanagement verbinden und ihre Ladeleistung an die verfügbare Strommenge anpassen lassen.
Gibt es eine Wallbox-Meldepflicht in der Schweiz?
Vor dem Einbau der privaten Ladestation für Ihr Elektroauto sind Sie verpflichtet, diese beim örtlichen Netzbetreiber zu melden. Üblicherweise übernimmt der beauftragte Fachbetrieb die Wallbox-Anmeldung und reicht die erforderlichen Unterlagen im Rahmen einer Installationsanzeige ein. Je nach Ladeleistung und Netzbetreiber kann zusätzlich ein technisches Anschlussgesuch oder eine Freigabe erforderlich sein – etwa bei 22-Kilowatt-Wallboxen. Erkundigen Sie sich deshalb über die jeweiligen Vorgaben Ihres Netzbetreibers.
Ein weiterer Punkt, den es zu klären gilt, ist eine eventuell nötige Baubewilligung durch Gemeinde oder Kanton: Lassen Sie eine private, nicht öffentlich zugängliche Ladestation an einem vorhandenen Parkplatz installieren, ist in den meisten Fällen keine Baubewilligung nötig. Je nach Wohnort kann die Baubehörde jedoch eine Meldung verlangen. Kommen neue Parkplätze oder weitere bauliche Veränderungen wie ein Carport hinzu, kann eine Bewilligungspflicht vorliegen. Auch hier sollten Sie sich also frühzeitig über die Regelungen vor Ort informieren.
Denken Sie auch an mögliche Fördergesuche: Bei manchen Programmen müssen Sie den Antrag vor Beginn der Installationsarbeiten einreichen.
Wer sollte die Wallbox installieren?
Auch wenn Sie die Wallbox selbst kaufen, müssen Sie sie von einem qualifizierten Elektro-Fachbetrieb installieren lassen. Dieser meldet sie vorab dem Netzbetreiber, verlegt dann die erforderlichen Leitungen, richtet einen separaten Stromkreis ein, sorgt für die vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen und bindet die Ladestation bei Bedarf in die Photovoltaikanlage ein. Anschliessend prüft er die Anlage und konfiguriert sie für Ihre individuelle Nutzung.
Versuchen Sie also nicht, die Wallbox selbst einzubauen. Nur bei einer fachgerechten Wallbox-Installation ist gewährleistet, dass Gerät, Hausanschluss und elektrische Absicherung korrekt aufeinander abgestimmt sind. Lassen Sie sich nach dem Einbau in die Bedienung einweisen und bewahren Sie die Unterlagen zur Installation und Inbetriebnahme auf.