Tourenplanung leicht gemacht
Wie Sie sich auf eine Wanderung vorbereiten
Gut vorbereitet in den Bergen wandern: Wir erklären Ihnen, welche Punkte Sie bei der Tourenplanung berücksichtigen sollten – von der Routenauswahl über Trekkingkleidung und Wanderausrüstung bis zu Sicherheitstipps.
Tourenplanung: geführt oder auf eigene Faust?
Eine Wander- oder Trekkingtour können Sie entweder selbst planen oder als geführte Tour buchen. Organisieren Sie Ihre Wanderung auf eigene Faust, sind Sie in vielen Belangen maximal flexibel – ideal für erfahrene Wanderer, die es individuell mögen und keine Lust auf fremde Mitwanderer haben.
Wanderungen mit Führer sind nicht nur für Trekking-Anfänger gut geeignet. Sie profitieren von Expertenwissen und müssen sich weder um die Tourenplanung, noch um Unterkünfte, Verpflegungsmöglichkeiten oder Sicherheitsaspekte kümmern. Den geringeren Aufwand müssen Sie natürlich mitbezahlen. Dafür haben Sie aber einen kompetenten Begleiter an Ihrer Seite – falls Sie eine Trekkingtour mit Tieren buchen, hat der sogar vier Beine.
Wanderung planen: eine passende Route finden
Am Anfang der Tourenplanung steht die Auswahl der Route, die von mehreren Faktoren abhängig ist. Dazu gehören unter anderem die Dauer, das Höhenprofil, die Wegbeschaffenheit und die Wetterbedingungen.
Überlegen Sie sich gut, wie viel Sie und Ihre Mitstreiter zu leisten imstande sind – zu anstrengende Wandertouren machen nämlich keinen Spass. Schätzen Sie daher Ihre Fitness realistisch ein und entscheiden Sie sich im Zweifel lieber für kürzere oder einfachere Strecken. Die sind häufig auch besser für Kinder geeignet und erfordern weniger Gepäck und Unterkünfte.
Um eine Vorstellung für die benötigte Zeit zu bekommen, können Sie die sogenannte Naismith-Regel anwenden: Rechnen Sie pro fünf Kilometer, die Sie horizontal oder bergab gehen, etwa eine Stunde Gehzeit und bei Aufstiegen pro 10 Höhenmeter etwa eine Minute extra. Wenn Sie eine mehrtägige Wanderung planen und nur gelegentlich in den Bergen unterwegs sind, sollten die Tagesetappen je nach Schwierigkeitsgrad nicht länger als 15 Kilometer sein. Vergessen Sie ausserdem nicht, ausreichend Pausen einzuplanen.
Wanderausrüstung und -kleidung: Was mitnehmen?
Wanderkleidung und -ausrüstung können bei Trekkingtouren einen grossen Unterschied machen. Da gerade in den Bergen das Wetter schnell umschlagen kann, empfiehlt sich ein Wanderoutfit nach dem Zwiebelprinzip, womit Sie flexibel auf die Witterung reagieren können. Eine Kombination aus atmungsaktiven, wasserdichten und robusten Materialien ist dabei von Vorteil.
Auch passende Schuhe gehören zur Wanderausrüstung: Sie sollten nicht zu eng sitzen, den Fuss komplett umschliessen und über ein Profil mit gutem Grip verfügen. Ein Wanderstock kann die Gelenke entlasten und zusätzlichen Halt geben. Sparen Sie auch nicht beim Kauf eines Rucksacks: Er sollte dank Polsterung bequem sitzen, wenig Eigengewicht, dafür aber viele Verstaumöglichkeiten haben. Weiteres Wanderzubehör wie Gamaschen, Sitzkissen, Wasserfilter, Lampen, Sonnen- und Regenschutz, Multifunktionswerkzeug und ein Erste-Hilfe-Set sind unterwegs praktische Helfer.
Was Sie letztlich mitnehmen müssen, hängt von der Art und Dauer der Wanderung ab. Sieht Ihre Tourenplanung keine Übernachtung in Berghütten vor, müssen Sie natürlich auch Zelt, Isomatte und Schlafsack transportieren.
Unterwegs: Verpflegung und Hütten
Wenn Sie eine längere Wanderung planen, berücksichtigen Sie Pausenzeiten zum Ausruhen und Krafttanken. Sind Sie nur wenige Stunden unterwegs, reichen meist eine grosse Flasche Wasser und ein bis zwei energiereiche Snacks pro Person als Wanderverpflegung aus. Bei längeren Touren sollten Sie entsprechend mehr mitnehmen. Vor allem Nüsse, Riegel und Dörrfrüchte liefern schnelle Energie am Berg, planen Sie aber auch warme Mahlzeiten ein. Wandern Sie mit Hund, denken Sie auch dessen Bedürfnisse in puncto Futter und Ausrüstung.
Wer richtig Hunger hat, kann auf Berghütten einkehren. Dort werden oft traditionelle, einheimische Gerichte serviert. Natürlich können Sie die Hütten auch als Übernachtungsmöglichkeit nutzen. Berücksichtigen Sie diese bei der Tourenplanung, indem Sie die Etappen entsprechend einteilen. Damit Sie auch garantiert eine Unterkunft haben, sollten Sie Hüttenplätze frühzeitig buchen, denn diese sind in der Hochsaison sehr begehrt.
Trekking-Vorbereitung: Wetter und Sicherheit
Damit auf Ihrer Trekkingtour nichts schiefgeht, sollten Sie Sicherheitsvorkehrungen treffen. Haben Sie die Tourenplanung selbst übernommen, sollten Sie einen Dritten über Ihre Route informieren, damit dieser im Notfall hilfreiche Angaben machen kann. Tragen Sie stets ein Mobiltelefon bei sich und nehmen Sie zur Sicherheit aufgeladene Powerbanks mit. Auch eine herkömmliche Wanderkarte kann sinnvoll sein, wenn eine digitale Navigation (vorübergehend) nicht möglich ist.
Checken Sie vor der Wanderung und unterwegs die Wetterprognosen, damit Sie nicht von Umschwüngen überrascht werden. Verschlechtert sich die Witterung, ist ein Abbruch der Tour meist die sicherere Variante. Folgen Sie ausserdem immer der Beschilderung der Wanderrouten und bleiben Sie auf den entsprechenden Wegen. Nehmen Sie Streckensperrungen – etwa wegen Steinschlaggefahr – ernst und gehen Sie am Berg kein Risiko ein. So wird Ihre Wanderung ein im positiven Sinne unvergessliches Erlebnis.