Reifen rechtzeitig wechseln und richtig lagern
Praktische Tipps für den Umgang mit Pneus
Ob verschleiss- oder witterungsbedingt: Reifenwechsel gehören zur Autowartung dazu. Doch wann müssen Pneus ausgetauscht werden und wie lässt sich ihre Laufleistung erhöhen? Wir geben Ihnen Tipps für den richtigen Umgang mit Autoreifen.
In welchen Fällen ist ein Reifenwechsel sinnvoll?
Verschleiss, Schäden, Alter: Es gibt viele sicherheitsrelevante Gründe, um auf neue Reifen zu wechseln. Den Verschleiss erkennen Sie in erster Linie an der Profiltiefe. Der Gesetzgeber gibt bei Autoreifen eine Mindesttiefe von 1,6 Millimetern vor. Fachleute wie vom Touring Club Schweiz (TCS) empfehlen jedoch, Sommerreifen mit weniger als 3 Millimetern und Winterpneus mit weniger als 4 Millimetern Profiltiefe zu ersetzen. Sie können die Tiefe mithilfe eines Zweifränklers überprüfen: Stecken Sie diesen – auch an den Seiten – in die Profilrille. Ist der Sockel der Helvetia nicht mehr sichtbar, entspricht die Profiltiefe etwa 4 Millimetern oder mehr und ist damit ausreichend.
Neben der Profiltiefe spielt natürlich auch der allgemeine Zustand eine Rolle: Während sich eine vorübergehende ungleichmässige Abnutzung der Reifen meist durch Auswuchten oder eine Luftdruckkorrektur beheben lässt, bedürfen andere Schäden einer Reparatur oder eines Reifenwechsels. So können Sie einen recht neuen Reifen oft noch reparieren lassen, wenn etwa durch Nägel oder Schrauben verursachte Löcher bis 6 Millimeter Durchmesser vorliegen. Schnitte oder Risse in der Seitenwand lassen sich dagegen in der Regel nicht mehr beheben. Auch Verformungen sind ein Warnzeichen dafür, dass der Reifen nicht mehr in Ordnung ist. Wichtig ist: Lassen Sie einen Reifenschaden immer von Profis begutachten und beheben.
Unabhängig vom Verschleiss ist auch das Alter ein Grund für einen Reifenwechsel: Der TCS etwa rät davon ab, Reifen zu nutzen, die älter als acht Jahre sind, auch wenn das Profil noch ausreichend ist. Das liegt vor allem daran, dass die Gummimischung eines Reifens mit der Zeit hart und spröde wird und sich dadurch die Fahreigenschaften verschlechtern. Das Produktionsjahr eines Autoreifens finden Sie mithilfe der sogenannten DOT-Nummer heraus, die auf jedem Reifen vermerkt ist: Die ersten beiden Ziffern zeigen die Kalenderwoche und die darauffolgenden das Herstellungsjahr an.
Wann müssen Autohalter witterungsbedingt die Reifen wechseln?
Nicht immer ist mit einem Reifenwechsel ein Neukauf verbunden. Unter dem Begriff Reifenwechsel verstehen viele die Umrüstung von Sommer- auf Winterreifen ‒ auch wenn dies oft ein kompletter Räderwechsel ist, sofern man die Reifen nicht stets auf dieselben Felgen montieren lässt. Zwar sind Winterreifen in der Schweiz nicht obligatorisch, doch Fahrer sind verpflichtet, ihre Fahrzeuge jederzeit beherrschen zu können. Das bedeutet: Sind Sie bei winterlicher Witterung mit Sommerreifen unterwegs und verursachen einen Unfall, kann Ihnen beispielsweise die Autoversicherung wegen mangelnder Ausrüstung Leistungen kürzen oder gar verweigern.
Darum ist es sinnvoll, bei Temperaturen unter 7 °C von Sommer- auf Winterreifen zu wechseln. Üblicherweise sind Winterreifen im Zeitraum zwischen Oktober und Ostern im Einsatz, in Bergregionen kann aber auch ein früherer Reifenwechsel nötig sein. Winterreifen erkennen Sie unter anderem daran, dass sie mit einer «M+S»-Kennzeichnung oder einem alpinen Schneeflockensymbol versehen sind. Durch ihr spezielles Profil bieten sie bei kalten und nassen Strassenverhältnissen wesentlich bessere Fahreigenschaften und damit mehr Sicherheit als Sommerreifen.
Gibt es Möglichkeiten, die Lebensdauer von Pneus zu verlängern?
Es gibt einige Massnahmen, mit denen sich der Verschleiss von Autoreifen reduzieren lässt. Das fängt bereits beim Reifenwechsel an: Sie können diesen natürlich selbst vornehmen. In einer Garage haben Fachleute aber die Möglichkeit, die Räder auszuwuchten und die Spur einzustellen. Beides wirkt sich positiv auf die Fahreigenschaften und die Abnutzung der Pneus aus. Zudem lässt sich der Abrieb durch eine regelmässige Reifenrotation optimieren, indem etwa nach 10'000 gefahrenen Kilometern Vorder- und Hinterreifen getauscht werden.
Im Alltag können Sie ebenfalls Reifenpflege betreiben – etwa durch eine schonende und vorausschauende Fahrweise, erhöhte Vorsicht bei Bordsteinkanten und die Vermeidung von Standschäden. Aber auch das regelmässige Kontrollieren des Luftdrucks zahlt sich aus, denn ein zu niedriger oder zu hoher Druck führt nicht nur zu erhöhter und oft auch ungleichmässiger Abnutzung der Reifen, sondern häufig auch zu einem erhöhten Benzin- bzw. Energieverbrauch.
Welcher Luftdruck für Ihr Fahrzeug korrekt ist, können Sie in der Regel auf einem Aufkleber in der Fahrertür, im Tankdeckel oder in der Betriebsanleitung Ihres Autos nachlesen. Messen und korrigieren Sie den Luftdruck an möglichst kalten Reifen, die maximal einige Kilometer gefahren wurden, also etwa an einer nahegelegenen Tankstelle.
Wie lassen sich Reifen richtig lagern?
Auch wenn Sie sie gerade nicht nutzen, können Sie die Lebensdauer Ihrer Reifen verlängern: Vor der Lagerung sollten Sie diese säubern und trocknen, um Korrosionsschäden zu vermeiden. Wählen Sie dann einen trockenen, lichtgeschützten, kühlen und mässig belüfteten Raum wie einen Keller oder eine Garage, um die Reifen über die Saison zu lagern.
Achten Sie ausserdem darauf, dass Sie die Pneus nicht in der Nähe von Brennstoffen, Lösungsmitteln oder anderen chemischen Substanzen aufbewahren, da diese den Reifengummi angreifen können. Möchten Sie lose Autoreifen lagern, ist eine aufrechte Position ideal. Bei Kompletträdern (Reifen inklusive Felge) raten Experten dagegen zum Stapeln von maximal vier Rädern, am besten auf einer Palette.
Haben Sie keinen geeigneten Platz zur Aufbewahrung, können Sie Ihre Reifen meist auch bei Ihrer Garage gegen eine Gebühr fachgerecht einlagern lassen. Dort können Sie im Übrigen auch alte Reifen entsorgen.