Autofreie Orte in der Schweiz
Ferienziele für Familien, Wanderfans und Skibegeisterte
Ob gemeinsame Erlebnisse mit den Kindern, aussichtsreiche Touren zu Fuss oder actionreicher Wintersport: Das alles gibt es hierzulande auch ohne Verkehrslärm und Abgase. Wir stellen Ihnen ausgewählte autofreie Ferienorte in der Schweiz vor.
Autos rollen durch enge Ortskerne, Parkplätze sind knapp und teuer: Manche Reiseziele sind in der Hochsaison so voll, dass man zu Fuss kaum über die Strasse kommt. Einige Schweizer Ferienorte bieten dazu den Gegenentwurf: Private Pkw sind dort im Allgemeinen nicht erlaubt.
Was autofreie Orte in der Schweiz ausmacht
«Autofrei» bedeutet hierzulande in der Regel, dass es in der jeweiligen Ortschaft keinen privaten Autoverkehr gibt. Wie es um Zufahrts- und Ausnahmebewilligungen steht, hängt von den lokalen Regelungen ab – es bedeutet aber nicht, dass vor Ort gar keine Fahrzeuge unterwegs sind. So sind mancherorts etwa Elektrobusse und -taxis, Hotelshuttles, Liefer- oder Rettungswagen erlaubt. Feriengäste müssen deshalb Anreise, Gepäcktransport und Mobilität vor Ort etwas genauer planen.
Trotz der Ausnahmen ist das Verkehrsaufkommen wesentlich geringer als an anderen Ferienorten: Auf den Strassen geht es ruhiger zu, die Parkplatzsuche entfällt, es gibt weniger Lärm und Abgase und Menschen können sich häufig freier bewegen. Davon profitieren nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen, die sich nach Ruhe und Entschleunigung sehnen. Daher stellen wir Ihnen drei autofreie Orte in der Schweiz vor, die sich für Familienferien, Wanderreisen oder Skiferien eignen.
Braunwald: autofrei mit der Familie unterwegs
Unter den autofreien Orten in der Schweiz nimmt Braunwald im Kanton Glarus eine besondere Stellung ein: Es ist der einzige autofreie Ferienort in der Ostschweiz. Das Bergdorf liegt auf rund 1'300 Metern im südlichen Glarnerland und richtet sich mit seinem touristischen Angebot ausdrücklich an Familien. In den wärmeren Monaten folgen kleine Entdecker auf dem Zwerg-Bartli-Erlebnisweg den Spuren der Glarner Märchenfigur oder hangeln sich durch den Seilpark, der Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden im Programm hat. Die Umgebung lässt sich auf Wandertouren oder mit der Kutsche erkunden und bergab geht es rasant per Trottinett. Im Winter locken das Kinderland Grotzenbüel, die familienfreundliche Schlittelpiste zwischen Grotzenbüel und Hüttenberg sowie ein Schlittschuhfeld. Die synthetische Eisbahn liegt neben dem Märchenhotel, in dem die kleinen Gäste besonders im Mittelpunkt stehen.
Selbst die Anreise nach Braunwald ist schon ein kleines Abenteuer: Der autofreie Ort ist ausschliesslich per Standseilbahn zu erreichen. Kommen Sie mit dem Auto, parkieren Sie nahe der Talstation in Linthal. Reisen Sie mit dem Zug an, steigen Sie an der Haltestelle Linthal-Braunwaldbahn aus. Übrigens: Als Übernachtungsgäste erhalten Sie üblicherweise den GlarnerlandPass, mit dem Sie unter anderem öffentliche Verkehrsmittel vor Ort gratis nutzen können. Weitere autofreie Alternativen für Familien sind zum Beispiel Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden und Bettmeralp im Wallis.
Wengen: autofrei am Dreigestirn wandern
Wengen liegt im Berner Oberland in 1'274 Metern Höhe auf einer Sonnenterrasse hoch über dem Lauterbrunnental. Das dortige Wanderangebot reicht von entspannten Spaziergängen bis zu anspruchsvolleren Bergtouren. Ein Klassiker ist der Panoramaweg vom Männlichen zur Kleinen Scheidegg, der einen beeindruckenden Ausblick auf das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau bietet. Der Jungfrau Eiger Walk vermittelt auf zweieinhalb Kilometern Wissenswertes über die Triumphe und Tragödien an der Eigernordwand, für Kinder empfehlen sich Lieselotteweg und Öpfelchüechliweg. Nach einer Tour können Sie sich im denkmalgeschützten Freibad mit Blick auf die Jungfrau eine sommerliche Abkühlung gönnen oder sich im Wellnessbereich eines der vielen Hotels erholen.
Da Wengen autofrei ist, ist es nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuss oder per Velo erreichbar. Autofahrer stellen den Pkw in Lauterbrunnen ab und steigen dort ebenso wie Zugreisende in die gelb-grüne Wengernalpbahn ein. Für Ausflüge in der Region kann sich der Jungfrau Travel Pass lohnen: Mit ihm nutzen Sie lokale Bergbahnen, Gondeln, Züge und Schiffe innerhalb der gewählten Geltungsdauer von drei bis acht Tagen beliebig oft. Weitere autofreie Orte in der Schweiz, die sich für Wanderferien eignen, sind unter anderem Rigi Kaltbad im Kanton Luzern und Riederalp im Wallis.
Zermatt: autofrei Wintersport geniessen
Kaum ein Berg steht so sehr für die Schweiz wie das Matterhorn. Er thront majestätisch über Zermatt – einem der bekanntesten autofreien Orte in der Schweiz. Den markanten, 4'478 Meter hohe Gipfel können Sie im Walliser Bergdorf von vielen Stellen aus bestaunen. Wintersportler finden dort ein besonders grosses Revier: Im höchstgelegenen Skigebiet der Alpen stehen Ihnen im Winter 360 länderübergreifende Pistenkilometer zur Verfügung. Abseits der Abfahrten können Sie unter anderem langlaufen, schlitteln, auf Skitour gehen oder die verschneite Landschaft beim Schneeschuhwandern erkunden. Je nach Schnee- und Wetterlage können Sie sogar im Sommer Ski fahren und snowboarden. Prüfen Sie aber vorher den aktuellen Schneebericht, da der Betrieb witterungsabhängig ist und es in den vergangenen Jahren auch schon zu temporären Schliessungen kam.
Die Anreise ins Mattertal ist bequem: Die Züge fahren bis Zermatt; Autofahrer parkieren fünf Kilometer entfernt in Täsch und nehmen dort einen Shuttle-Zug. Vor Ort kommen Sie zu Fuss, mit dem teils kostenlosen E-Bus oder per Elektrotaxi ans Ziel. Ist Ihnen das sehr bekannte Zermatt zu lebhaft, sind etwa Stoos im Kanton Schwyz und Mürren im Berner Oberland ruhigere autofreie Wintersportorte in der Schweiz.