Wie Sie Kalk effektiv entfernen

Tipps zu Hausmitteln, Putz- und Entkalkungsmethoden

In vielen Schweizer Haushalten mit hartem Wasser ist Kalk ein leidiges Thema. Wenn auch Sie mit den lästigen Ablagerungen zu kämpfen haben, kommen hier Tipps, wie Sie mit den richtigen Hausmitteln und Methoden Kalk wirksam entfernen können.

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Ob unschöne Ränder in der Spüle oder verkrustete Armaturen im Bad: Kalkablagerungen sind nicht nur unansehnlich, sie können mit der Zeit auch Materialien angreifen oder die Funktion von Haushaltsgeräten beeinträchtigen. Kalk zu entfernen ist daher eine wichtige Aufgabe beim Hausputz – und gleichzeitig oft lästig und mühsam. Wir erklären Ihnen, mit welchen Mitteln Sie verkalkte Oberflächen schonend reinigen und wie Sie Wasserkocher und Co. entkalken.

Reiniger und Hausmittel gegen Kalk

Hartes Wasser enthält viele Calcium- und Magnesiumionen. Wird dieses Wasser erhitzt oder verdunstet, lagert sich Calciumcarbonat – umgangssprachlich als Kalk bezeichnet – an Oberflächen oder in Leitungen ab. Säuren sind daher gut geeignet, um Kalk zu entfernen: Sie lassen das Calciumcarbonat unter anderem zu einem wasserlöslichen Salz reagieren, das Sie wegwischen können.

Zitronensäure und Essig sind bewährte Hausmittel gegen Kalk. Greifen Sie beim Entfernen zum Essig, geben Sie acht auf das Material: Bei empfindlichen Oberflächen sollten Sie ihn stark verdünnen, auf Natursteinen wie Marmor, Aluminium oder Emaille gar nicht anwenden. Essig kann zudem Kunststoffe und Gummis angreifen. Ähnliches gilt auch für etwas mildere Zitronensäure. Tragen Sie im Umgang mit Säuren stets Handschuhe, um Ihre Haut zu schützen.

Bei säureunbeständigen Materialien können Sie alternativ mit einer Paste aus Natron oder Backpulver arbeiten, die Sie mit etwas Wasser anrühren. Damit lässt sich der Kalk durch Reibung mechanisch lösen.

Helfen diese Hausmittel nicht, können Sie Kalkreiniger aus dem Handel benutzen. Diese sind häufig konzentrierter und enthalten neben Essig- oder Zitronensäure auch Inhaltsstoffe wie Amidosulfonsäure, die noch einmal stärker wirken. Achten Sie auch hier auf Materialverträglichkeit.

Übrigens: Sie können leichten Kalk auch ohne Mittel entfernen: Mit dem Dampfreiniger lassen sich Ablagerungen aufweichen. Bei hitzebeständigen Oberflächen wie Glas oder Fliesen können Sie auf diese Weise ganz auf Chemie verzichten.

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Kalk entfernen in Dusche und WC

Weil im Bad besonders viel Wasser zum Einsatz kommt, entstehen dort auch die meisten Ablagerungen. Möchten Sie im WC Kalk entfernen, sollten Sie es vor allem regelmässig tun, damit sich keine dicke Kalkschicht bildet. Verwenden können Sie die genannten Hausmittel gegen Kalk: Mischen Sie Essig oder Zitronensäure aber mindestens im Verhältnis 1:1 mit Wasser, bevor Sie diese in die Toilette oder den Spülkasten geben. Natron können Sie mit Essig kombinieren: Zu zwei bis drei Esslöffeln Pulver geben Sie etwa einen halben Liter Essig. Verteilen Sie die Mischung mit der Bürste. Ein Trick für den Toilettenrand: Tränken Sie Küchen- oder Klopapier mit dem jeweiligen Mittel und klemmen Sie es unter den Rand.

Um in der Badewanne oder Dusche Kalk zu entfernen, können Sie ebenfalls eine Essig- oder Zitronensäure-Wasser-Mischung nutzen. Füllen Sie diese in eine Sprühflasche, um die Lösung gleichmässig aufzutragen. Duschköpfe können Sie über Nacht in einem Eimer mit verdünnter Säure einweichen, damit sich der Kalk in den Düsen lösen kann. Fugen und Gummidichtungen säubern Sie vorsichtig mit Backpulver- oder Natronpaste.

Die Sprühflasche können Sie auch zum Reinigen von Armaturen und Spülbecken benutzen. Gerade bei glatten Oberflächen sollten Sie weiche Mikrofasertücher zum Wischen verwenden, um Kratzern vorzubeugen. Lassen Sie die Mittel grundsätzlich mindestens 30 Minuten einwirken, bevor Sie sie gründlich abspülen und die Flächen dann trockenreiben oder abziehen.

Wasserkocher, Kaffeemaschine und Co. entkalken

Damit Haushaltsgeräte, die mit Wasser arbeiten, lange funktionieren, ist es wichtig, sie regelmässig von Kalk zu befreien. Dazu eignen sich die genannten Hausmittel ebenfalls – zur Sicherheit sollten Sie aber immer einen Blick in die Bedienungsanleitung des Geräts werfen. So können Sie zum Beispiel Ihren Wasserkocher entkalken: Geben Sie etwa zwei Esslöffel Essig oder Zitronensäure in das Gerät und befüllen Sie es dann etwa zu drei Vierteln mit Wasser. Bei leichtem Kalk reicht es oft, die Mischung ein bis zwei Stunden einwirken zu lassen, bei hartnäckigen Ablagerungen können Sie diese auch aufkochen lassen. Achten Sie dann darauf, die Dämpfe nicht einzuatmen. Spülen Sie den Wasserkocher nach dem Entkalken mehrmals aus, bevor Sie ihn wieder benutzen.

Ähnlich lässt sich auch die Kaffeemaschine entkalken: Dabei sollten Sie allerdings Zitronensäure verwenden, da diese geschmacksneutraler als Essig ist. Geben Sie die Säure-Wasser-Mischung in den Tank und starten Sie die Maschine. Lassen Sie etwa die Hälfte der Lösung durchlaufen, unterbrechen Sie dann den Vorgang, damit das Gemisch etwa 30 Minuten einwirken kann. Lassen Sie danach den Rest durchlaufen und wiederholen Sie das Ganze mit normalem Wasser noch zwei-, dreimal. Wichtig: Diese Anleitung funktioniert für einfache Filtermaschinen. Bei komplexeren Maschinen oder Kaffeevollautomaten sollten Sie sich beim Entkalken an die Herstellervorgaben halten.

Mit Essiglösung können Sie auch viele Bügeleisen entkalken: Geben Sie das Gemisch in den Tank und schalten Sie das Gerät ein. Nach dem Aufheizen betätigen Sie dann einige Male die Dampfstoss-Taste. Danach schalten Sie das Bügeleisen aus, lassen die Lösung in senkrechter Position etwa 30 Minuten wirken und leeren schliesslich den Tank. Dann wiederholen Sie die Prozedur mit normalem Wasser, bis beim Dampfen keine Kalkpartikel mehr austreten. Verstopfte Düsen reinigen Sie mit in Essig getränkten Wattestäbchen.

Bemerken Sie Kalkflecken auf Geschirr, Besteck oder Gläsern, ist es sinnvoll, den Geschirrspüler zu entkalken. Viele nutzen dafür Zitronensäure. Das ist an sich nicht verkehrt, nur kommt es auf die Menge und die eingestellte Wassertemperatur an: Zu viel Säure kann die Kunststoffteile und Gummidichtungen beschädigen, bei zu hohen Temperaturen kann Calciumcitrat entstehen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, erkundigen Sie sich beim Hersteller über das passende Entkalkungsmittel und wenden Sie dieses der Anleitung entsprechend in der leeren Maschine an.

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