Ungeziefer in der Küche bekämpfen

Woran Sie Schädlinge erkennen und wie Sie sie loswerden

Oft kommen sie unbemerkt mit dem Einkauf ins Haus: Schädlinge wie Motten, Käfer und Kakerlaken sind nicht nur lästig, sondern können auch gesundheitsschädlich sein. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ungeziefer in der Küche entdecken und bekämpfen.

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Ob Lebensmittelmotten, Fruchtfliegen oder Käfer: Wenn in Ihrer Küche etwas krabbelt, hat das nicht unbedingt mit mangelnder Hygiene zu tun. Viele Schädlinge kommen über eingekaufte Lebensmittel ins Haus und finden in der Küche einen idealen Lebensraum vor: Dort ist es in der Regel warm, feucht und es gibt genug Vorräte, Essensreste und Abfälle – beste Bedingungen, um sich satt zu fressen und zu vermehren.

Ungeziefer in der Küche ist nicht nur eklig, sondern kann auch die Gesundheit gefährden. Darum erfahren Sie im Folgenden, wie Sie Schädlinge erkennen und bekämpfen können.

Schädlinge in der Küche: Woran Sie einen Befall erkennen

Nicht immer entdecken Sie Silberfischchen, Brotkäfer oder Motten sofort, denn die Tiere wissen sich oft gut zu verstecken. Doch Ungeziefer hinterlässt Spuren: Ein sicheres Anzeichen für einen Schädlingsbefall sind Frassschäden an Verpackungen oder den Lebensmitteln selbst wie etwa Löcher in Backwaren. Aber auch Spinnfäden an Vorräten, verklumptes oder verfärbtes Mehl, Insektenhäute oder tote Tiere sind verräterisch.

Haben Sie den Verdacht, dass Sie Ungeziefer in der Küche haben, sollten Sie auf die Suche gehen: Inspizieren Sie Ihre Vorratsschränke und deren Inhalt – oft finden Sie Larven in Mehl- oder Getreideverpackungen – und kontrollieren Sie feuchte Ritzen und Ecken im Raum.

Motten und Käfer: Lebensmittelschädlinge loswerden

Mehl-, Reis- oder Getreidemotten gehören ebenso zu den Lebensmittelschädlingen wie Speck- oder Brotkäfer. Haben Sie Motten oder deren Larven gefunden, gibt es einige Möglichkeiten, dieses Ungeziefer in der Küche zu bekämpfen.

Zunächst müssen Sie alle befallenen Vorräte entsorgen. Danach sollten Sie die Schränke mit Essigwasser auswaschen, um Eier zu entfernen. Der Geruch von Essig, aber auch von ätherischen Ölen wie Lavendel oder Zedernholz wirkt abschreckend auf die Motten, reicht aber oft nicht aus, um die Schädlinge loszuwerden. Dazu sollten Sie sich Pheromon-Klebefallen besorgen, welche die männlichen Tiere anlocken und so die Fortpflanzung unterbinden, sowie gezielt ungefährliche Schlupfwespen in der Küche aussetzen. Diese legen ihre Eier auf die Eier der Lebensmittelmotten und zerstören sie. Oft muss dieses Prozedere jedoch wiederholt werden, bis alle Motten beseitigt worden sind.

Pheromone und bestimmte Schlupfwespenarten wie Lagererzwespen helfen auch gegen einen Befall durch Brot- oder Speckkäfer. Sie sind also in diesem Fall ebenfalls eine gute Methode zur natürlichen Ungezieferbekämpfung in der Küche. Auch bei Käfern gilt: Am besten alle befallenen Lebensmittel wegwerfen und alles gründlich reinigen. Möchten Sie noch etwas retten, sollten Sie es entweder mindestens eine Stunde bei über 60 °C im Backofen erhitzen oder einige Tage bei mindestens ‒18 °C einfrieren. Haben sich die Tiere in Textilien eingenistet, ist Einfrieren ebenfalls eine bewährte Massnahme, um Käfer und Eier abzutöten.

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Silberfischchen und Co.: lästiges Ungeziefer bekämpfen

Ungeziefer wie Fruchtfliegen, Silberfischchen und Kakerlaken befallen zwar nicht direkt unsere Lebensmittel, aber sind dennoch lästig und können unter bestimmten Umständen Krankheitserreger einschleppen. Darum ist es wichtig, auch diese Schädlinge zu beseitigen.

Fruchtfliegen breiten sich vor allem im Sommer gerne in der Küche aus. Insbesondere reifes Obst und Gemüse, aber auch entsprechende Küchenabfälle locken sie an. So können die Insekten etwa im warmen Müll hunderte Eier ablegen. Darum ist eine regelmässige Entsorgung wichtig. Um Fruchtfliegen loszuwerden, können Sie selbst eine Falle bauen: Geben Sie Apfelessig, Saft oder Wein mit etwas Wasser und einem Tropfen Spülmittel in ein Glas. Der Duft zieht die Tiere an und sie ertrinken in der Flüssigkeit, da durch das Spüli keine Oberflächenspannung mehr besteht. Sie können es aber auch weglassen und Frischhaltefolie mit Löchern über das Glas spannen – dann können Sie die gefangenen Fruchtfliegen draussen freilassen.

Silberfischchen und Kakerlaken gelten als sogenannte Hygieneschädlinge. Silberfischchen können Lebensmittel verunreinigen oder auch Tapeten oder Textilien beschädigen, stellen aber keine Gefahr für die Gesundheit dar. Das ist bei Kakerlaken bzw. Schaben anders: Sie können Krankheitserreger ins Haus bringen. Beide Schädlinge lieben feuchte, dunkle Bereiche in der Küche und sind meist nachtaktiv. Ihr Auftreten kann also auf ein schlechtes Raumklima hindeuten. Darum sollten Sie die Feuchtigkeit in der Küche reduzieren, indem Sie etwa häufiger lüften.

Um das Ungeziefer in der Küche zu bekämpfen, können Sie spezielle Klebefallen für Silberfischchen aufstellen oder Kieselgur-Pulver ausstreuen, das die Tiere austrocknet. Bei Kakerlaken können zwar – wie bei Silberfischchen auch – das Abdichten von Ritzen und Fugen, eine konsequente Hygiene und ein gutes Raumklima helfen, den Befall einzudämmen, doch oft ist die Beseitigung von Schaben ein Fall für den Kammerjäger.

Warum chemische Mittel gegen Ungeziefer gefährlich sind

Bei Schädlingen in der Küche liegt der Griff zum Ungezieferspray oder anderen chemischen Mitteln nahe. Doch diese enthalten häufig Gifte, die auch für Menschen und Haustiere gefährlich werden können. Wenn Sie also das Ungeziefer mit Hygienemassnahmen und Hausmitteln nicht beseitigen können, sollten Sie eine professionelle Schädlingsbekämpfung in Auftrag geben.

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