Schneidebretter richtig reinigen und pflegen

Praktische Tipps für mehr Küchenhygiene

Rüstbretter sind Bestandteil jeder gut ausgestatteten Küche. Um damit hygienisch arbeiten zu können, gibt es viel zu beachten. Wir erklären Ihnen, wie Sie Schneidebretter reinigen, desinfizieren und ölen – und wann sie ein Fall für den Kehricht sind.

Foto: Getty Images

Je nach Material: Schneidebretter richtig reinigen

Im Umgang mit Lebensmitteln ist eine gewisse Küchenhygiene wichtig. Da auf ihnen rohes Obst, Gemüse oder Fleisch geschnitten wird, sollten Sie auch Schneidebretter unmittelbar nach Gebrauch gründlich reinigen. Dazu sollten Sie keine aggressiven chemischen Reinigungsmittel, sondern mildes Spülmittel, heisses Wasser und eine Spülbürste verwenden. Möchten Sie ein Holzschneidebrett reinigen, sollten Sie es nicht einweichen, da es sonst aufquillt und möglicherweise später einreisst. Reiben Sie Rüstbretter immer direkt nach dem Waschen ab und lassen Sie diese an einem gut durchlüfteten Platz beidseitig trocknen, sodass insbesondere bei Holzbrettern die Feuchtigkeit komplett entweichen kann.

Je nach Material können Sie Schneidebretter auch in der Spülmaschine reinigen. So sind unter anderem viele Bretter aus Kunststoff, Glas und Metall laut Herstellerangabe spülmaschinenfest. Wählen Sie bei der Reinigung im Geschirrspüler ein Programm mit einer Temperatur über 60 °C, damit alle Bakterien abgetötet werden. Schneidebretter aus Holz oder Stein sollten Sie dagegen immer per Hand waschen, da diese den langen, heissen Spülgängen auf Dauer nicht standhalten.

Hygiene-Tipps: Gerüche entfernen und desinfizieren

Rüstbretter aus Holz und Kunststoff neigen dazu, Düfte und Farben von Lebensmitteln anzunehmen. Darum sollten Sie sie sofort nach dem Gebrauch säubern. Bleibt dennoch ein Geruch – etwa vom Zwiebelschneiden – oder eine Verfärbung zurück, gibt es dagegen einfache Hausmittel: So sollen beispielsweise Salz und Zitrone dabei helfen, Schneidebretter von unangenehmen Gerüchen oder Flecken zu befreien: Streuen Sie dazu Salz auf das Brett und reiben Sie es danach mit einer halbierten Zitrone ab. Lassen Sie die Mischung dann kurz einwirken und spülen Sie diese anschliessend mit warmem Wasser ab.

Auch Essig, mit etwas Wasser vermischtes Backpulver oder Natron sollen schlechte Gerüche und Verfärbungen entfernen können. Zugleich können Sie durch eine solche Reinigungsprozedur das Schneidebrett auch desinfizieren. Reicht Ihnen das nicht aus, können Sie alternativ auf Bleiche (Wasserstoffperoxid) zurückgreifen oder ein feuchtes Holzbrett für knapp eine Minute bei höchster Temperatur in die Mikrowelle legen.

Foto: Getty Images

Pflege: Holzschneidebrett regelmässig ölen

Holzschneidebretter bedürfen einer besonderen Pflege: Sie trocknen mit der Zeit aus und sind dadurch weniger widerstandsfähig und hygienisch. Daher sollten Sie ein Schneidebrett aus Holz regelmässig ölen. Die Häufigkeit richtet sich unter anderem nach der Nutzungsintensität und der Art des Holzes. Sie kann demnach zwischen einigen Wochen oder Monaten liegen. Sie erkennen den Zeitpunkt in der Regel daran, dass die Oberfläche matt und spröde wirkt und kaum noch Feuchtigkeit abweist.

Vor der Behandlung mit Öl sollten Sie das Brett reinigen und vollständig trocknen lassen. Tragen Sie dann das Öl mit einem Tuch auf der gesamten Fläche auf und lassen Sie es mindestens einige Stunden einziehen. Danach können Sie das überschüssige Öl mit einem sauberen Tuch abwischen.

Verwenden Sie zur Pflege des Schneidebretts nur lebensmittelechtes Öl ‒ am besten eines, das geschmacksneutral ist, nach dem Auftragen komplett aushärtet und keinen Film auf der Oberfläche hinterlässt. Zu diesen sogenannten trockenen Ölen gehört unter anderem Leinöl. Es eignet sich besonders gut zur Holzpflege, benötigt aber eine längere Trocknungszeit. Wenn Sie das Schneidebrett damit ölen, sollten Sie es danach ein bis zwei Wochen trocknen lassen. Achten Sie beim Arbeiten mit Leinöl darauf, getränkte Tücher nicht offen liegenzulassen, da das Öl zur Selbstzündung neigen kann.

Häufig werden auch hochwertige, kalt gepresste Pflanzenöle wie Raps-, Sonnenblumen- oder Kokosöl empfohlen: Sie trocknen allerdings nicht komplett und können mit der Zeit ranzig werden. Sie sollten sparsam, dafür dann aber häufiger angewendet werden.

Ab in den Kehricht: Wann ein Rüstbrett ausgedient hat

Auch wenn Sie mit der richtigen Reinigung und Pflege die Lebensdauer eines Schneidebretts erheblich verlängern können, hält es nicht ewig. Doch wie erkennen Sie, wann es Zeit ist, ein Schneidebrett zu entsorgen?

Grundsätzlich gilt: Lässt sich durchs Spülen keine hygienische Oberfläche mehr erreichen, sollten Sie das Rüstbrett austauschen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn das Brett tiefe Schnitte, Risse oder starke Verfärbungen aufweist, die sich nicht mehr entfernen lassen. Denn in den Rillen können sich Lebensmittelreste festsetzen, die sich nicht mehr vollständig wegputzen lassen und so zur Bakterienbildung führen. Auch dauerhafte Gerüche können ein Anzeichen für Keimbelastung sein.

Aber nicht nur Keime sind im Hinblick auf unsere Gesundheit problematisch: Achten Sie bei älteren Schneidebrettern auch darauf, dass die Oberfläche noch intakt ist und sich keine Partikel lösen. Insbesondere bei Kunststoffbrettern kann sich die Beschichtung lösen, wodurch Plastikteile ins Essen gelangen können.

Kontrollieren Sie also Ihre Rüstbretter regelmässig und werfen Sie allzu beanspruchte Exemplare in den Kehricht. Holzbretter können Sie jedoch oft noch retten: Sind die Beschädigungen nicht allzu tief, können Sie die obere Holzschicht abschleifen und das Brett neu mit Öl versiegeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Schneidebrett-Typen im Vergleich

Holz, Plastik & Co.: Vor- und Nachteile gängiger Materialien

Wer oft selbst kocht, weiss ein gutes Schneidebrett zu schätzen. Aber welches Material ist besonders hygienisch und welches schont scharfe Messerklingen am besten? Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, wenn Sie ein neues Schneidebrett kaufen.

Keine Chance für Viren und Bakterien

Von WC reinigen bis Hygiene in der Küche

Wo Menschen eng zusammenleben, können Krankheitserreger leicht weitergetragen werden. Verhindern können Sie dies durch gute Hygiene im Haushalt. Wir geben einfache Tipps von WC reinigen über Bad putzen bis Hygiene in der Küche.