Regenwassernutzung in Garten und Haushalt
So können Sie im Alltag Leitungswasser sparen
Regen ist nicht nur für Natur und Garten nützlich. Auch rund ums Haus und im Haushalt kann eine gezielte Regenwassernutzung dabei helfen, den Trinkwasserverbrauch zu senken. Wir zeigen, wofür und wie Sie gesammeltes Wasser verwenden können.
Warum eignet sich Regenwasser gut zum Giessen?
Die naheliegendste Form der Regenwassernutzung ist das Giessen von Pflanzen. Im Garten lässt sich Regenwasser unter anderem für Blumen, Stauden, Sträucher, Bäume, Gemüsebeete, Kräuter und Rasenflächen verwenden. Wichtig: Bei Gemüse, Kräutern und Obst sollten Sie Regenwasser aus sauberen Sammelbehältern verwenden, in Bodennähe giessen und essbare Pflanzenteile aussparen. Auf Balkon und Terrasse eignet es sich ebenso für Blumenkästen sowie Topfpflanzen ‒ und auch viele Zimmerpflanzen können von seinen Eigenschaften profitieren.
Denn viele Gewächse bevorzugen Regenwasser, weil es weich und kalkarm ist. Leitungswasser enthält je nach Region unterschiedlich viele gelöste Mineralien. Bei empfindlichen Pflanzen kann sehr kalkhaltiges Giesswasser auf Dauer ungünstig sein. Das gilt vor allem bei Töpfen mit wenig Erdvolumen, weil sich darin Ablagerungen und Veränderungen im Substrat schneller auswirken als in Gartenböden.
Verwenden Sie das Regenwasser daher – insbesondere in Trockenphasen, in denen der Vorrat begrenzt ist – vorrangig für die Pflanzen, die es kalkarm mögen. Dazu zählen zum Beispiel Rhododendren, Hortensien, Heidelbeeren, Kamelien, Farne und Orchideen. Damit möglichst wenig Giesswasser verdunstet, sollten Sie möglichst morgens oder abends giessen und das Wasser direkt an den Boden geben.
Wofür lässt sich Regenwasser rund ums Haus verwenden?
Neben dem Giessen bietet sich die Regenwassernutzung auch bei einfachen Reinigungsarbeiten rund ums Haus an, bei denen keine Trinkwasserqualität notwendig ist. So können Sie damit zum Beispiel Gartenmöbel, Pflanztöpfe, Giesskannen, Gartengeräte oder Velos abspülen und so Ihren Leitungswasserverbrauch senken.
Auch Terrassenplatten, Wege, Fenster oder Glasflächen im Aussenbereich lassen sich bei Bedarf mit Regenwasser säubern. Regenwasser hat etwa beim Reinigen von Glasflächen den Vorteil, dass es weniger Kalkrückstände hinterlässt als hartes Leitungswasser. Je nach Verschmutzung reicht eine Giesskanne, ein Kessel oder ein Gartenschlauch mit geeignetem Anschluss. Aber auch Hochdruckreiniger mit geeigneten Schmutzpartikelfiltern können Sie mit Regenwasser betreiben.
Wichtig bleibt jedoch: Regenwasser ist Brauchwasser. Für hygienisch sensible Bereiche sollten Sie sauberes Leitungswasser nutzen. Achten Sie auch darauf, wohin das Schmutzwasser gelangt. Wenn ölhaltige, chemische oder andere problematische Rückstände abgespült werden, sollten diese nicht in Beete, Rasenflächen oder Abläufe gelangen.
Wo ist die Regenwassernutzung im Haushalt sinnvoll?
Möchten Sie als Hausbesitzer Regenwasser im eigenen Haushalt nutzen, kommen hauptsächlich zwei Bereiche infrage: das WC und die Waschmaschine. Die WC-Spülung verbraucht im Alltag grosse Wassermengen, ohne dass dafür Trinkwasserqualität nötig wäre. Durch Regenwassernutzung lässt sich der Verbrauch an Leitungswasser reduzieren, ohne dass sich an dem Vorgang selbst etwas ändert. Da Regenwasser weich und kalkarm ist, können Kalkablagerungen im WC sogar geringer ausfallen als bei hartem Leitungswasser. Entstehen jedoch Beläge, Verfärbungen oder Gerüche, kann das ein Hinweis darauf sein, dass Sie Filter, Speicher oder Leitungen überprüfen lassen sollten.
Ist es ausreichend gefiltert, können Sie Regenwasser oft auch für die Waschmaschine verwenden. Werfen Sie vorher einen Blick in die Bedienungsanleitung, um sicherzustellen, dass die Maschine dafür vorgesehen ist. Auch hier haben Sie den Vorteil, dass sich bei der Nutzung weniger Kalkablagerungen in der Maschine bilden. In vielen Fällen lässt sich auch Waschmittel sparsamer dosieren.
Allerdings: Für die Regenwassernutzung bei WC-Spülung und Waschmaschine braucht es eine fachgerecht installierte Anlage mit klar getrennten Leitungen. Ist der Speicher leer, können die meisten Anlagen Leitungswasser unter Einhaltung strikter Vorgaben nachspeisen. Wichtig ist vor allem, dass kein Regenwasser ins Trinkwassernetz gelangt. Denn Regenwasser bleibt Brauchwasser und eignet sich nicht zum Trinken, Kochen oder für die alltägliche Körperpflege.
Wie lässt sich Regenwasser sauber halten?
Damit gesammeltes Regenwasser möglichst lange nutzbar bleibt, sollten Sie Laub, Blüten, Erde und andere Verschmutzungen möglichst früh herausfiltern – zum Beispiel über einen Fallrohrsammler oder einen Filter am Zulauf. Achten Sie auch darauf, dass Dachflächen, Rinnen und Fallrohre bei Regenwassernutzung keine auswaschbaren Schadstoffe oder Schwermetalle enthalten.
Lagern Sie Regenwasser möglichst kühl, dunkel und abgedeckt und nutzen Sie es häufig, damit es nicht kippt. Geschlossene, lichtundurchlässige Behälter bremsen das Algenwachstum und verhindern, dass Mücken ihre Eier auf der Wasseroberfläche ablegen. Auch feinmaschige Abdeckungen oder Mückengitter können helfen, wenn sich ein Behälter nicht vollständig verschliessen lässt. Stellen Sie ausserdem sicher, dass Kinder und Tiere nicht hineinfallen können. Reinigen Sie Regenwasserbehälter zudem regelmässig ‒ am besten mechanisch mit Bürste, klarem Wasser und ohne aggressive Reinigungsmittel.
Um einzuschätzen, ob Regenwasser noch geeignet ist, können Sie Ihren Sinnen vertrauen: Ist es stark trüb, riecht unangenehm oder sind Algen, Schlamm oder auffällige Verfärbungen zu sehen, sollten Sie es für empfindliche Pflanzen, Waschmaschine oder WC-Spülung nicht mehr verwenden.