Regenwasser sammeln, Ressourcen schonen

Passende Lösungen von Regentonne bis Zisterne

Regenwasser zu sammeln, ist eine einfache Möglichkeit, im Alltag nachhaltiger mit der Ressource Wasser umzugehen. Wir erklären, welche Sammelsysteme für Balkon, Garten und Haus infrage kommen und was Sie bei Auswahl und Einsatz beachten sollten.

Foto: Getty Images

Auch wenn die Niederschlagsmengen in der Schweiz von Region zu Region sehr unterschiedlich ausfallen: Regenwasser ist eine Ressource, die gerade in Zeiten des Klimawandels an Bedeutung gewinnt. Wer es gezielt auffängt, speichert und nutzt, kann Trinkwasser und damit je nach Tarif auch Kosten sparen – etwa im Garten, rund ums Haus oder auch im Haushalt. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt, Regenwasser zu sammeln.

Wie lässt sich Regenwasser auf Balkon und Terrasse auffangen?

Auch ohne eigenen Garten können Sie Regenwasser sammeln – wenn auch nur in begrenzten Mengen. Sinnvoll ist das vor allem, wenn Sie damit Balkonkästen, Kräuter, Topfpflanzen oder bestimmte Zimmerpflanzen giessen möchten. Für Balkone eignen sich unter anderem kompakte Regentonnen, schmale Wandtanks oder saisonal verwendbare Falttanks. Auf Terrassen von Erdgeschosswohnungen kommen zudem mobile Wassertanks oder kleinere Regentonnen infrage.

Offene Wasserbehälter sind als Dauerlösung wenig geeignet, da diese schnell verschmutzen, überlaufen und Mücken anziehen. In geschlossenen oder abdeckbaren Behältern bleibt das Wasser länger sauber. Wählen Sie auch den Standort sorgfältig aus: Ein voller Wassertank ist schwer und sollte kippsicher, gut erreichbar und möglichst schattig stehen.

Ob Sie den Behälter an ein Fallrohr anschliessen können, hängt von den baulichen Gegebenheiten ab: In Mietwohnungen sollten Sie vorab klären, ob Hausordnung und Mietvertrag solche Lösungen zum Regenwassersammeln erlauben. Prüfen Sie darüber hinaus, ob Dachfläche, Dachrinnen und Fallrohre aus unbedenklichen Materialien bestehen: Bei Kupfer, Zink oder bestimmten Bitumenbahnen können Stoffe ins Regenwasser gelangen, die seine Verwendung insbesondere für bestimmte Pflanzen oder im Haushalt einschränken können.

Wenn kein Fallrohr erreichbar ist, lassen sich kleinere Mengen auch über eine gespannte Plane oder einen Trichter in einen abdeckbaren Behälter leiten. Sorgen Sie dann aber für einen sicheren, stabilen Aufbau, bei dem nichts überläuft, tropft oder zur Stolperfalle wird.

Wie können Sie Regenwasser im Garten sammeln?

Im Garten sind oberirdische Speicher eine einfache und vergleichsweise günstige Möglichkeit, Regenwasser zu sammeln. Dazu zählen unter anderem Regentonnen oder Regenfässer, Wandtanks, Säulentanks und IBC-Container. Kleine Modelle fassen etwa 100 bis 250 Liter, grössere Tonnen und Tanks speichern mehrere Hundert bis rund 1'000 Liter. Sie eignen sich vor allem, wenn Sie regelmässig Gartenpflanzen giessen oder Wasser für grobe Reinigungsarbeiten verwenden möchten.

Benötigen Sie mehr Vorrat, können Sie auch mehrere Regentonnen miteinander verbinden. Wichtig ist, dass Sie die schweren Behälter auf einem ebenen, stabilen Untergrund platzieren. Bei IBC-Containern sollten Sie auf einen unbedenklichen Vorinhalt achten, damit das Wasser nicht verunreinigt wird. Grundsätzlich gilt: Wählen Sie lichtundurchlässige, robuste Materialien und Modelle, die sich schliessen oder abdecken lassen. Das hilft gegen Algen, Mücken und Verschmutzungen und dient der Sicherheit, wenn Kinder oder Tiere Zugang zum Garten haben.

Meist wird der jeweilige Wasserspeicher an ein Fallrohr angeschlossen. Ein Fallrohrsammler, Regenwassersammler oder Füllautomat leitet das Wasser von Dachrinne und Fallrohr in den Behälter und kann je nach Modell grobe Verunreinigungen herausfiltern. Praktisch ist ein Überlaufstopp, damit überschüssiges Wasser bei vollem Speicher wieder ins Fallrohr zurückläuft und nicht unkontrolliert austritt. Für eine einwandfreie Funktion sollten Sie Filter, Sammler und Überläufe regelmässig kontrollieren und von Laub und Schmutz befreien.

Für die Entnahme, etwa um Giesskannen zu füllen, reicht bei kleinen Mengen oft ein Auslaufhahn. Möchten Sie das Wasser bequemer über einen Gartenschlauch verteilen oder grössere Rasenflächen bewässern, benötigen Sie in vielen Fällen eine passende Pumpe. Für Regentonnen kommen zum Beispiel Regenfasspumpen infrage. Vor dem Winter sollten Sie nicht frostsichere oberirdische Behälter möglichst vollständig entleeren: Friert Wasser in der Tonne, kann sie je nach Material reissen. Reinigen Sie die Tonne anschliessend und überwintern Sie sie nach Möglichkeit an einem geschützten Ort.

Foto: Getty Images

Wann lohnt sich ein Regenwassertank oder eine Zisterne?

Ein grösserer Regenwassertank oder eine Zisterne können mehrere Tausend Liter Regenwasser auffangen. Sie lohnen sich vor allem, wenn Sie regelmässig viel Wasser benötigen – etwa für eine grosse Gartenanlage mit automatischer Bewässerung.

Als unterirdische Speicher haben sie den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Regenfässern im Garten kaum Platz wegnehmen und optisch nicht auffallen. Ausserdem lagern sie das Wasser kühl und dunkel. Allerdings sind Planungs- und Einbauaufwand und damit auch die Kosten – vergessen Sie nicht die regelmässigen Wartungen – deutlich höher als bei Regentonnen. Üblicherweise braucht es Aushub, passende Leitungen, Filter, Pumpe und Überlauf. So kann die Investition schnell mehrere Tausend Franken betragen und sich erst nach längerer Zeit amortisieren.

Daher ist es am sinnvollsten, wenn ein Erdtank oder eine Zisterne direkt bei Neubau oder Sanierung mitgeplant wird – zumal das Vorhaben bewilligungspflichtig sein kann. Finanziell rechnet sich die Lösung eher, wenn Sie das gesammelte Regenwasser zusätzlich auch im Haus verwenden. Für eine reine Gartenbewässerung ist sie häufig überdimensioniert.

In welchen Fällen ist eine Regenwassernutzungsanlage sinnvoll?

Eine Regenwassernutzungsanlage geht über das Regenwassersammeln in Behältern hinaus. Sie fängt Regenwasser oft über die Dachflächen auf, filtert es, speichert es in einem Tank oder einer Zisterne und leitet es dann über ein separates Leitungssystem im Haus dorthin, wo keine Trinkwasserqualität nötig ist – zum Beispiel zur WC-Spülung, zur Waschmaschine oder zu einem Gartenanschluss.

Wirtschaftlich lohnt sich eine solche Anlage, die je nach Gemeinde oder Kanton melde- oder bewilligungspflichtig sein kann, nur langfristig: Je nach regionalen Wasserpreisen, Abwassergebühren, eventuellen Förderungen und Anschaffungs- und Einbaukosten kann sie sich erst nach vielen Jahren amortisieren. Auch laufende Kosten für Wartungsarbeiten sollten Sie mitbedenken.

Besonders sinnvoll ist die Planung daher bei Neubauten, Sanierungen oder grösseren Umbauten, wenn sich der Einbau von Speicher und Leitungen berücksichtigen lässt. Der nachträgliche Einbau ist wegen zusätzlicher Leitungen, Pumpe, Filter und sicherer Trennung vom Trinkwassernetz meist sehr aufwendig. Wer eine bestehende Immobilie nachrüsten möchte, sollte deshalb vorab prüfen lassen, ob Kosten und erwartete Einsparungen in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

Was müssen Sie rechtlich beim Sammeln von Regenwasser beachten?

Regenwasser zu sammeln ist in der Schweiz grundsätzlich erlaubt und unterstützt das Ziel, mit der Ressource Wasser nachhaltiger umzugehen. Der Einsatz einfacher Regentonnen zur Gartenbewässerung ist daher in der Regel unkompliziert. Rechtliche Vorgaben können jedoch relevant werden, sobald Sie baulich eingreifen, etwa einen unterirdischen Regenwassertank oder eine Zisterne planen, Regenwasser im Haus nutzen oder Wasser gezielt versickern, zurückhalten oder in die Kanalisation oder ein Gewässer ableiten möchten.

In solchen Fällen können je nach Gemeinde oder Kanton technische Vorgaben, Bewilligungen, Gebühren oder auch Fördermöglichkeiten eine Rolle spielen. Das gilt besonders für Regenwassernutzungsanlagen: Regenwasser bleibt Brauchwasser und darf nicht ins Trinkwassernetz gelangen. So ist bei Hausanlagen eine strikte Trennung beider Leitungssysteme vorgeschrieben. Klären Sie grössere Vorhaben deshalb frühzeitig mit der Gemeinde und bei Bedarf mit dem örtlichen Wasserversorger ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Regenwassernutzung in Garten und Haushalt

So können Sie im Alltag Leitungswasser sparen

Regen ist nicht nur für Natur und Garten nützlich. Auch rund ums Haus und im Haushalt kann eine gezielte Regenwassernutzung dabei helfen, den Trinkwasserverbrauch zu senken. Wir zeigen, wofür und wie Sie gesammeltes Wasser verwenden können.

Knuspriges Brot selber backen

Leckere Brot-Rezepte und Wissenswertes über Mehlsorten

Ofenwarm und knusprig-frisch schmeckt Brot am allerbesten. Gönnen Sie sich und Ihren Liebsten ein Verwöhn-Frühstück: Brot selber backen ist nicht schwer. Wir zeigen ein Weiss- und ein Vollkornbrot-Rezept und erklären die verschiedenen Mehlsorten.