Mediterraner Garten: Pflanzen für draussen

So holen Sie sich südliches Ferienflair nach Hause

Feigenbaum, Palmlilie oder Garten-Hibiskus: Auch in der Schweiz lässt sich ein mediterraner Garten gestalten. Wir zeigen, welche Pflanzen sich für draussen eignen und worauf Sie bei Standort, Boden und Winterschutz achten sollten.

Warme Farben, Naturstein und Pflanzen mit südländischer Optik: Mit der richtigen Auswahl lässt sich ein mediterraner Garten auch hier in der Schweiz gestalten. Doch Frost, Winternässe und schwere Böden können Pflanzen, die mit dem Mittelmeerraum in Verbindung gebracht werden, zusetzen. Wer sich das Ferienflair nach Hause holen möchte, sollte deshalb Pflanzen wählen, die mit dem hiesigen Klima zurechtkommen. Wir stellen Ihnen fünf Pflanzen vor, die im heimischen Garten für Urlaubsstimmung sorgen.

Mediterraner Garten: Sonne, Boden, Schutz

Damit ein mediterraner Garten auch im Schweizer Klima gut gedeiht, gibt es einiges zu beachten. Viele südländisch anmutende Pflanzen bevorzugen helle, warme Standorte und sollten daher nicht in schattige Gartenabschnitte gesetzt werden. Ideal sind üblicherweise sonnige, aber wind- und regengeschützte Plätze, etwa an Hauswänden und Mauern oder nahe Terrassenüberdachungen oder Pergolen.

Ebenfalls wichtig ist ein möglichst durchlässiger Boden, damit Regen- und Giesswasser gut ablaufen können. Denn viele mediterrane Pflanzen kommen mit zeitweiser Trockenheit besser zurecht als mit dauerhaft nassen Wurzeln. Darum sollten Sie beispielsweise schwere, lehmige Erde mit Kies, Sand oder Blähton auflockern, um die Drainage zu verbessern. Leicht erhöhte Beete oder Hanglagen können ebenfalls helfen, Staunässe zu vermeiden. Auch bevorzugen viele dieser Gewächse einen eher nährstoffarmen Boden.

Vor dem Kauf sollten Sie zudem prüfen, wie winterhart die jeweilige Pflanze ist und ob sie in jungen Jahren oder bei starkem Frost zusätzlichen Schutz benötigt.

Mediterrane, exotische Pflanzen: eine winterharte Auswahl

Viele sogenannte mediterrane Pflanzen stammen ursprünglich nicht aus dem Mittelmeerraum, werden dort aber oft seit langer Zeit kultiviert und sind daher auch Bestandteil mediterraner Gärten. Wir haben für Sie eine Auswahl zusammengestellt, die auch mit unserem heimischen Klima klarkommen sollte. Übrigens: Auch Lavendel macht sich gut im Mittelmeergarten ‒ er zählt zu den besonders trocken- und hitzeresistenten Pflanzen.

  • Feigenbaum: Als eine der ältesten Kulturpflanzen bringt die Echte Feige mit ihren süssen Früchten Ferienfeeling in den Garten. Pflanzen Sie sie am besten in sonniger, windgeschützter Süd- oder Südwestlage an einer Hauswand, wo sie auch im Winter etwas Wärme abbekommt. Wie viele mediterrane Pflanzen bevorzugt sie durchlässige und stickstoffarme Böden. Junge Pflanzen brauchen regelmässig Wasser, älteren Exemplaren reicht gelegentliches Giessen. Damit sich einige Jahre nach dem Pflanzen auch Früchte bilden, sollten Sie eine selbstbefruchtende Sorte wählen. Als recht winterhart gelten die Feigenbaum-Sorten «Brown Turkey» oder «Perretta». Bei Kälte und Frost schützen Mulch oder Laub die Wurzeln; junge Pflanzen sollten Sie mit Vlies abdecken. Erfrorene Zweige können Sie vor dem Austrieb im Frühling zurückschneiden.
  • Fädige Palmlilie: Die auch Garten-Yucca genannte, ursprünglich aus Nordamerika stammende sukkulente Staude kennen viele nur in der Zimmerpflanzen-Variante mit verholzendem Stamm. Im Garten wächst «Yucca filamentosa» dagegen direkt aus der Erde. Mit ihren wintergrünen, schwertartigen Blattrosetten und den cremeweissen Blütenständen im Sommer erinnert sie im mediterranen Garten an Agaven und andere trockenheitsliebende Südpflanzen. Wählen Sie einen vollsonnigen, warmen Platz mit durchlässigem, eher trockenem Boden. Planen Sie genügend Raum ein, da Palmlilien mit der Zeit sehr ausladend wachsen können. Wässern müssen Sie angewachsene Exemplare meist nur in längeren Hitzeperioden. Entfernen Sie aber gelegentlich vertrocknete Blätter und schneiden Sie die abgeblühten Stiele zurück. Im Winter sollten Sie junge Pflanzen etwas vor Frost schützen. Bei älteren Exemplaren reicht es aus, den Wurzelbereich mit etwas Rindenmulch oder Laub abzudecken, wenn strenge Frostperioden drohen.
  • Winterharter Feigenkaktus: Für manche ist ein mediterraner Garten erst dann stilecht, wenn sich auch Kakteen darin befinden. Mit ihren dornigen Trieben, auffälligen Blüten und in der Regel essbaren Früchten verleihen sie der Landschaft einen Hauch von Wüste. Zum Auspflanzen eignen sich allerdings nur winterharte Opuntien-Arten: Lassen Sie sich deshalb im Fachhandel beraten und achten Sie darauf, keine potenziell invasiven Arten wie «Opuntia humifusa» oder «Opuntia phaeacantha» zu kaufen. Geeignete Feigenkakteen benötigen einen sonnigen Standort mit sehr durchlässigem Boden, etwa im Kies- oder Steingartenbeet. Giessen sollten Sie sparsam und ab Oktober gar nicht mehr, um Nässe in den Folgemonaten zu vermeiden. Da die Kakteen auch im Winter Licht brauchen, sollten Sie sie nicht mit lichtundurchlässigen Materialien bedecken.
  • Garten-Hibiskus: Der bis zu drei Meter hohe winterharte Strauch erinnert an die üppigen Hibiskussträucher, die man aus südlichen Ferienregionen kennt. Je nach Sorte blüht er ab Juli weiss, rosa, rot, blau oder violett. Geben Sie ihm einen sonnigen, aber geschützten Platz in nährstoffreichem, humosem, nicht zu trockenem Boden. Während der Wachstumsphase mag es der Garten-Hibiskus feucht, aber nicht dauerhaft nass. Dünger ist im Frühjahr von Vorteil – in dieser Zeit können Sie für eine neuerliche Blütenpracht auch die Triebe ordentlich stutzen. Im Winter empfiehlt sich vor allem bei jungen Pflanzen ein Schutz mit Vlies, um Spannungsrissen vorzubeugen. Als besonders frostresistent gilt die Sorte «Blue Bird».
  • Fackellilie: Die Fackellilie, auch als Raketenblume bekannt, sorgt mit ihren leuchtenden Blütenkerzen in Gelb, Orange und Rot für exotische Akzente – auch wenn sie streng genommen nicht mediterraner Herkunft ist. Im Garten blüht sie je nach Sorte von Juli bis Oktober. Pflanzen Sie die aus dem südlichen Afrika stammende Staude am besten im Frühjahr an einen sonnigen, warmen und geschützten Platz. Der Boden sollte frisch bis feucht, aber gut durchlässig sein, denn vor allem winterliche Staunässe verträgt sie schlecht. Vor der Blüte braucht die Fackellilie ausreichend Wasser, Dünger sollten Sie dagegen sparsam einsetzen. Lassen Sie das grasartige Laub im Herbst stehen und binden Sie es zu einem Schopf zusammen. Zusätzlich sollten Sie die Wurzeln im Winter mit Reisig bedecken. Im Frühjahr können Sie die Blätter dann eine Handbreit über dem Boden zurückschneiden.

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