Mediterrane Kübelpflanzen für Balkon und Terrasse
Mittelmeerfeeling dank Olivenbaum, Oleander & Co.
Mediterrane Kübelpflanzen verwandeln Terrassen und Balkone in eine sommerliche Ferienoase. Wir stellen Ihnen geeignete Pflanzenarten vor und verraten Ihnen mehr über deren Ansprüche in puncto Standort, Erde, Pflege und Winterquartier.
Draussen im mediterranen Garten müssen Pflanzen so robust sein, dass sie Schweizer Kälte, Frost und Winternässe gut überstehen. Auf Balkon und Terrasse ist die Auswahl grösser: Im Kübel sind auch empfindlichere Arten möglich, weil sie sich geschützt oder drinnen überwintern lassen.
Klassische mediterrane Kübelpflanze: Oleander
Oleander, auch Rosenlorbeer genannt, stammt aus Marokko und Südspanien und ist heute dank Züchtungen in Hunderten Sorten erhältlich. Die beliebte mediterrane Kübelpflanze beglückt Terrassen- oder Balkonbesitzer von Juni bis September mit weissen, rosa, roten, gelben oder apricotfarbenen Blüten. Als Standort ist ein sonniger, warmer Platz an einer Wand, Mauer oder unter einem Dachüberstand ideal, denn Regen bekommt vor allem den gefüllten Sorten nicht gut.
Da Oleander recht flach wurzelt, sollte der Kübel eher breit als hoch sein. Zum Einpflanzen und Umtopfen ist spezielle Oleandererde empfehlenswert: ein mineralisches, kalkhaltiges Substrat mit einem Ton- oder Lehmanteil. Weil der immergrüne Strauch in der Natur an Flussauen wächst, ist er im warmen Sommer durstig und verträgt dann sogar kurzzeitig «nasse Füsse» ‒ Sie können an heissen Tagen beim Giessen also gelegentlich auch den Untersetzer nutzen. Vor und während der Blütephase sollten Sie die Mittelmeerpflanze regelmässig düngen. Bei Bedarf können Sie sie jederzeit zurückschneiden. Tragen Sie dabei aber unbedingt Handschuhe, denn alle Pflanzenteile sind giftig. Bei Frost muss der Oleander nach drinnen ins Winterquartier, wo er hell und kühl stehen sollte.
Mittelmeerflair in der Schweiz: Olivenbaum
Der Olivenbaum zählt auch in der Strauchvariante zu den wohl pflegeleichtesten mediterranen Kübelpflanzen. Mit seinen silbergrau-grünen Blättern und dem knorrigen Wuchs bringt er südlichen Charme ins eigene Zuhause. Da er sehr langsam wächst und nur bedingt winterhart ist, bleibt er hierzulande am besten im Kübel. Stellen Sie ihn sonnig, warm und windgeschützt auf und drehen Sie den Kübel regelmässig, damit alle Seiten genug Licht abbekommen. Bei Lichtmangel wirft das Ölbaumgewächs nämlich auch mal die Blätter ab, weshalb es übers Jahr möglichst lange draussen stehen sollte.
Im Kübel entwickelt der Olivenbaum zudem meist seltener Blüten und Früchte als ausgepflanzt im Süden. Der Topf braucht Abflusslöcher und unten eine Drainageschicht aus Kies oder Tonscherben, damit sich keine Staunässe bildet. Das Substrat sollte durchlässig, strukturstabil und eher nährstoffarm sein. Giessen und düngen Sie sparsam, denn Oliven sind an karge Böden gewöhnt. Schneiden können Sie lange oder kreuzende Triebe am besten im Frühjahr. Den Winter verbringt der Olivenbaum an einem möglichst hellen, kühlen Ort ‒ sobald keine Nachtfröste mehr drohen, darf er wieder nach draussen.
Blütenreiche Kletterpflanze: Bougainvillea
Die Bougainvillea, auch als Drillingsblume bekannt, ist eine tropische Kletterpflanze aus der Familie der Wunderblumengewächse. Sie kommt aus Südamerika, ist aber auch im Mittelmeerraum weit verbreitet. Im Kübel wächst sie eher strauchartig und kann bis zu drei Meter hoch werden; ausgepflanzt klettert sie an Mauern oft bis zu zehn Meter in die Höhe. Bei guter Pflege kann sie ungefähr von Juni bis Oktober blühen: Die kleinen, cremeweissen Blüten werden dabei von leuchtenden Hochblättern in Weiss, Gelborange, Rosa, Pink, Lila oder Rot umgeben.
Geben Sie Bougainvillea einen vollsonnigen, warmen sowie regen- und windgeschützten Platz auf dem Balkon oder der Terrasse, denn im Halbschatten bildet sie weniger Blüten. Die Erde sollte durchlässig und mineralisch sein und darf auch Lehmanteile enthalten. Wählen Sie zum Einpflanzen einen verhältnismässig engen Topf – ist zu viel Platz vorhanden, kann die Blütenpracht kleiner ausfallen. An heissen Tagen ist oft zweimaliges Giessen nötig, jedoch mit Bedacht: Wie die meisten mediterranen Kübelpflanzen mag auch die Drillingsblume keine Staunässe. Düngen Sie während der Blütezeit regelmässig und schneiden Sie die Kletterpflanze im Herbst oder Frühjahr kräftig zurück. Beim Überwintern drinnen bevorzugt sie mit etwa 10 bis 15 Grad etwas mehr Wärme und verliert dabei oft ihr Laub, treibt aber im Frühjahr wieder aus.
Kleine Mittelmeerbäume: Zitruspflanzen
Ob Limetten-, Orangen- oder Zitronenbaum: Mit ihren immergrünen Blättern und prallen kleinen Früchten sind die Mini-Mittelmeerbäume dekorative Hingucker auf Terrassen und Balkonen. Zudem verströmen sie in der Blütezeit einen angenehmen Duft und schaffen so Ferienfeeling. Die meisten Arten stammen ursprünglich aus Südostasien, gehören aber heute zu den typischen mediterranen Kübelpflanzen. Sie können von etwa Mitte April bis Oktober an die frische Luft – dort stehen ältere Exemplare am liebsten in der prallen Sonne. Aber Vorsicht: Standortwechsel und häufiges Drehen können dazu führen, dass die Zitruspflanze ihre Blätter abwirft. Auch sollten Sie durch helle Tontöpfe und Abdecken vermeiden, dass die Wurzelballen überhitzen. Möchten Sie die Früchte essen, achten Sie beim Kauf darauf, dass diese zum Verzehr geeignet sind.
Zitruspflanzenerde, bei der etwa ein Drittel aus mineralischen Bestandteilen wie Lavastücken, Blähtonbruch, Kies oder grobem Sand besteht, bietet gute Wachstumsbedingungen. Im Sommer brauchen Orangenbäumchen und Co. oft täglich etwas Wasser. Kleine Pflanzen können Sie dann auch einmal pro Woche tauchen, damit sie gleichmässig durchfeuchtet werden. Gedüngt wird etwa ab März bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie die Zitruspflanzen ins Haus holen. Fürs Überwintern gilt: Je wärmer der Ort ist – je nach Sorte werden bis zu 15 Grad empfohlen ‒, desto heller sollte er sein. Bevor sie die Bäumchen wieder nach draussen bringen, können Sie im Februar oder März nötige Schnittkorrekturen vornehmen.
Nicht nur für die Küche: mediterrane Kräuter
Oregano, Rosmarin, Thymian oder Salbei liefern nicht nur frische Würze zum Verfeinern von Gerichten, sondern sie verwandeln Balkon und Terrasse auch in duftende Genussoasen. Viele Kräuter gedeihen gut im Topf, weil sich dort Erde, Bewässerung und Standort gezielter anpassen lassen als im Gartenbeet. Je nach Platz und Gestaltungsideen können Sie sie in einzelnen Töpfen, Blumenampeln oder kombiniert in Balkonkästen ziehen. Wählen Sie je nach Art einen möglichst sonnigen, warmen und windgeschützten Platz, denn je mehr Sonne mediterrane Kräuter bekommen, desto aromatischer werden sie üblicherweise.
Wichtig sind Gefässe mit Abzugslöchern, Drainage und genügend Volumen: Kleinere Kräuter benötigen mindestens drei bis fünf Liter Erde, Mischbepflanzungen das Doppelte bis Dreifache. Verwenden Sie durchlässige Kräutererde oder mischen Sie Gartenerde etwa mit Quarzsand, etwas Kompost und Gesteinsmehl oder Algenkalk. Kombinieren Sie nur Kräuter mit ähnlichen Ansprüchen: Zum Beispiel passen Salbei, Rosmarin und Thymian gut zusammen. Im Sommer sollten Sie die Kräuter sparsam, aber regelmässig giessen und düngen, weil Feuchtigkeit und Nährstoffangebot insbesondere in kleineren Töpfen begrenzt sind. Häufiges Ernten oder Zurückschneiden hält die Pflanzen kompakt. Manche mehrjährigen Kräuter wie bestimmte Salbei-, Rosmarin- oder Thymiansorten sind sogar winterhart und können vor Kälte und Nässe geschützt draussen bleiben. Ansonsten heisst es auch hier: vor dem Frost ab nach drinnen.