Hilfsmittel für die Gartenarbeit im Herbst
Tipps zu Werkzeugen und zum Winterschutz
Schneiden, lockern, pflanzen, schützen – diese Arbeiten stehen vor dem Winter draussen an. Doch womit gehen diese Aufgaben gut von der Hand? Wir stellen Ihnen Werkzeuge und Hilfsmittel vor, die Sie für die Gartenarbeit im Herbst benötigen.
Für den Rückschnitt im Herbst: Garten-, Ast- und Heckenschere
Der Rückschnitt von Pflanzen gehört zur typischen Gartenarbeit im Herbst. Dabei kommen verschiedene Scherentypen zum Einsatz: Die kompakte Gartenschere eignet sich für dünne, weiche Stiele und Zweige bis zwei Zentimeter Durchmesser und ist damit praktisch zum Zurückschneiden von Stauden- und Blumenbeeten und kleinen Sträuchern.
Gartenscheren gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: Bypass-Scheren verfügen über zwei Schneideklingen und liefern saubere, schonende Schnitte. Die mit weniger Kraft zu bedienenden Amboss-Scheren schneiden nur einseitig und können beim Schneiden quetschen. Daher sollten Sie diese hauptsächlich für vertrocknete Pflanzen verwenden.
Zum Stutzen grösserer Büsche und Bäume empfiehlt sich eine Astschere. Durch die längeren Griffe hat sie eine bessere Hebelwirkung und ist daher kräftig genug, um Zweige mit bis zu fünf Zentimetern Durchmesser zu durchtrennen. Für noch dickere Äste sollten Sie zur Ast- oder Motorsäge greifen.
Um Hecken vor dem Winter zu trimmen, wählen Sie eine Heckenschere. Bei grossen Flächen sind elektrische Heckenscheren von Vorteil – besonders flexibel sind Sie mit der akkubetriebenen Variante. Die manuelle Heckenschere ermöglicht hingegen präzise Formschnitte bei kleinen Hecken und Büschen.
Achten Sie beim Kauf von Scheren für den Garten unter anderem auf eine robuste Verarbeitung, ergonomische Griffe und scharfe, rostfreie Klingen.
Zum Bodenlockern: Spaten, Grabegabel und Sauzahn
Sind die Blumen verblüht und Obst und Gemüse geerntet, steht im Garten jeden Herbst das Umgraben der Beete an. Dadurch soll der Boden gelockert und belüftet werden. Doch manche Experten raten inzwischen vom radikalen Umgraben ab: Es würde den Mikrokosmos nützlicher Kleinstlebewesen durcheinanderbringen und dem Boden daher eher schaden als nützen.
Einzig schwere, lehmige Böden könnten von der sogenannten Frostgare profitieren. Um diesen umzugraben, können Sie einen stabilen Spaten benutzen. Bei anderen Böden reicht es, diese ein wenig zu lockern. Dazu sind Grabegabel und Sauzahn optimal: Mit der mehrzinkigen Grabegabel lässt sich das Erdreich etwas anheben und lüften, mit dem einzinkigen Sauzahn dringen Sie auch in tiefe Schichten vor, ohne sie zu zerstören. Diese Werkzeuge sind nicht nur praktisch zur Bodenlockerung, sondern auch zum Unterarbeiten von Kompost und Mulch sowie bei Staunässe.
Bei der Anschaffung sollten Sie Gartenwerkzeuge wählen, die aus einem stabilen, gut in der Hand liegenden Holzstiel und hochwertigem Stahl gefertigt sind.
Unkraut im Beet entfernen und Laub liegen lassen
Unkraut ist zu jeder Jahreszeit vielen Gartenfreunden ein Dorn im Auge. Sollten Sie in Ihren Blumenbeeten im Herbst störende Gewächse entdecken, ist es Zeit, diese mit der Wurzel zu entfernen – und zwar so, dass sie die Blumen nicht beschädigen. Im Herbst noch einmal Unkraut zu jäten hat den Vorteil, dass die unerwünschten Pflanzen dem Boden in der Ruhephase keine Nährstoffe entziehen und im Frühjahr nicht das Beet überwuchern.
Der Umgang mit Laub hängt davon ab, wo es liegt: Während Sie es auf Rasenflächen entfernen sollten, können Sie es im Herbst im Blumenbeet oft liegen lassen. Ausnahme bilden Beete mit immergrünen Pflanzen wie Elfenblumen oder Purpurglöckchen: Bei diesen sollten Sie das Laub regelmässig entfernen, damit sie genug Licht bekommen. Auch von Krankheiten befallene Blätter sollten Sie mit der Grünabfuhr entsorgen. Gesundes Laub jedoch bietet den Blumen im Beet einen guten Frostschutz.
Blumenbeet mit Herbstdünger versorgen
Während dem Rasen eine Portion Herbstdünger guttut, sollten Sie bei Blumenbeeten im Herbst differenzierter vorgehen. Bis zum Frühherbst ist das Düngen mit besonders kaliumhaltigen Mischungen durchaus sinnvoll: Das Kalium erhöht unter anderem den Salzgehalt des Zellsaftes und macht die Pflanzen damit widerstandsfähiger gegen die Kälte. So eignet sich etwa Kalimagnesia, ein Mix aus Kalium, Magnesium und Schwefel, für immergrüne Stauden. Im Herbst selbst raten einige Fachleute vom Blumendüngen ab, da die Pflanzen dann noch einmal austreiben und dadurch noch frostempfindlicher sein können.
Weniger umstritten ist dagegen die Bodenverbesserung im Herbst durch organische Dünger wie Kompost und Mulch. Halbschattige Beetpflanzen sind in der Natur oft unter Bäumen anzutreffen und freuen sich deswegen beispielsweise über je eine Schicht Rindenkompost und gehäckseltes Laub. Auch leere Beete, die Sie erst im Frühjahr wieder bepflanzen, können Sie mit organischem Material vorbereiten.
Zwiebeln für den Frühling setzen
Wer sich im Frühling an bunten Blumenbeeten erfreuen möchte, sollte sich im Herbst ans Pflanzen machen. Das gilt vor allem für Frühblüher wie Tulpen, Krokusse oder Narzissen: Ab September können Sie die meisten Blumenzwiebeln setzen – am besten gleich nach dem Kauf. Bei lehmigen oder tonhaltigen Böden empfiehlt sich im Pflanzloch eine Drainageschicht aus Sand, damit die Zwiebeln nicht verfaulen, bevor sie austreiben. Setzen Sie die Blumenzwiebeln für ein natürliches Erscheinungsbild gerne gruppenweise – je nach Grösse mit einem Abstand von ein bis zwei Zwiebelbreiten – mit der Spitze nach oben in das Loch. Bedecken Sie sie anschliessend mit humushaltiger Erde und giessen Sie sie, damit sich Wurzeln bilden können.
Übrigens: Bei Pflanzkübeln für Balkon und Terrasse liegt die sogenannte Lasagne-Technik im Trend. Dabei werden Zwiebeln verschiedener Blumen schichtweise übereinandergesetzt, sodass immer eine Sorte blüht. Wie das genau funktioniert, können Sie in dieser Anleitung zur Blumenzwiebel-Lasagne nachlesen.
Natürlich sollten Sie im Herbst bei Blumenbeeten auch an den Winterschutz denken. Hier können Sie nachlesen, wie Sie Ihre Pflanzen sicher durch den Winter bringen.