Bokashi oder Wurmkiste

Welcher Komposter ist der Richtige?

Da ist doch der Wurm drin: Welcher Komposter eignet sich am besten für die jeweilige Wohn- und Lebenssituation? Mit unseren Tipps finden Sie heraus, welche Kompost-Möglichkeit für Sie und ihre Pflanzen wahrscheinlich am besten ist.

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Der Minimalistische: Bokashi-Eimer

Für den Bokashi-Eimer ist Platz in der kleinsten Hütte: Der kompakte Komposter stellt Dünger und gute Erde für die Zimmer- und Balkonpflanzen her. Ideal für die Stadtwohnung und eine tolle Möglichkeit, organische Abfälle sinnvoll zu nutzen. Allerdings muss man damit rechnen, dass ein fein säuerlicher Geruch durch die Wohnung zieht – ganz ohne Folgen bleibt ein Bokashi leider nicht. Am besten gedeihen mit ihm Pflanzen, die einen sauren Boden bevorzugen, diese können direkt mit dem Bokashi versorgt werden. Gräbt man bei Rhododendron oder Beerensträuchern das fermentierte Material leicht im Wurzelbereich ein, danken es die Pflanzen mit prächtigem Wachstum. Ideal für den hippen Zerowaste-Grossstadt-Gärtner!

Die Exotische: Wurmkiste

Die Wurmkiste macht das Beste aus Küchenabfällen – nämlich wunderbare Erde. Und das Ganze auch noch von diversen Herstellern echt stylish, zum Beispiel als praktischer Sitzhocker. In der Wohnung den Kreislauf der Natur nachbilden und eigenen Kompost herstellen lassen? Ja, von freundlichen Würmern, die selbst im 19. Stockwerk so agieren, als seien sie auf einer bunten Schmetterlingswiese im Wallis. Geeignet ist der gute Kompost aus den eigenen vier Wänden für nahezu alle Pflanzen. Insbesondere Topfpflanzen werden nur in der Wachstumsphase zwischen Frühjahr und Herbst gedüngt, im Winter gilt allgemeine Dünge-Pause. Mit der Wurmkiste benötigt man ohnehin einige Geduld, denn die erste Hummus-Erde entsteht erst nach etwa sechs Monaten.

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Der Traditionelle: Komposter

Ob beim gemeinsamen Urban Gardening, als stolzer Püntiker auf gepachtetem Grund oder als Hausbesitzer – viel Platz bringt viel Kompost! Und wer sich zu den Glücklichen zählen kann, einen eigenen Garten pflegen und hegen zu dürfen: Diejenigen arbeiten natürlich mit einem grossen Kompost, der in einer versteckten Ecke des Gartens steht. Und dies am besten im Halbschatten, mit offenem Boden und für Ästheten mit Hecken oder Bäumchen umpflanzt. Im grossen Gartenkompost sammeln sich Kleinstlebewesen, die die Gartenabfälle und rohe Küchenreste fleissig zu Hummus ab- und umbauen. Nicht willkommen sind grössere Gäste, wie zum Beispiel Ratten – deshalb haben gekochte Essensreste und Fleischprodukte nichts im Komposter verloren.

Die Energiequelle: Biokehricht

Wer keinen grünen Daumen hat und sein Obst und Gemüse lieber kauft, sollte trotzdem Biomüll sammeln. Damit wird umweltfreundliche Energiegewinnung unterstützt: In den meisten Kantonen fährt einmal wöchentlich die Grünabfuhr vor und aus den gesammelten Küchenabfällen wird Biogas, hochwertige Komposterde oder Dünger hergestellt. Diese sinnvolle Verwertung organischer Abfälle macht sogar noch die Bananenschale in ihren letzten Minuten zur Heldin. Nicht rein in die gute Tonne sollten gespritzte Zitrusfrüchte, Tierstreu, Asche, behandeltes Holz und wenig bis gar kein Papier. Am besten steht der kleine Biokehricht daheim auf Balkon oder Terrasse, denn besonders im Sommer kann es für den umweltbewussten Mülltrenner zu Geruchsbelästigung kommen.

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