Versicherungen für Hund, Katze und Co.

Welche sind obligatorisch, welche zusätzlich sinnvoll?

Ob Schäden oder Krankheiten: Niemand denkt gerne daran, welche unerwarteten Kosten ein Haustier verursachen kann. Das finanzielle Risiko lässt sich aber abfedern: Lesen Sie hier, welche Versicherungen für Hund und Katze in der Schweiz wichtig sind.

Trinkflasche
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Manchmal geht alles ganz schnell: Der Hund sieht eine Katze, reisst sich los und rennt über die Strasse. Das herannahende Auto hat er nicht im Blick. Es kommt zum Unfall: Der Hund prallt gegen den Kühler, das abrupt bremsende Fahrzeug wird durch einen auffahrenden Wagen beschädigt und beide Fahrer werden leicht verletzt.

Haustierbesitzer verbinden mit ihren Tieren vor allem eines: Freude. Doch Szenarien wie dieses zeigen, dass der geliebte Vierbeiner auch unerwartete Kosten verursachen kann ‒ in diesem Fall sogar in mehrfacher Hinsicht. Versicherungen für Hunde, Katzen und andere Haustiere können vor solchen finanziellen Risiken schützen. Wir erklären, welche Versicherungen in der Schweiz verpflichtend sind und welche zusätzlichen Policen sinnvoll sein können.

Welche Versicherung für Haustiere ist obligatorisch?

Landesweit ist in der Schweiz keine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung gesetzlich vorgeschrieben. Doch in vielen Kantonen ist sie für Hundehalter dennoch obligatorisch ‒ einige Kantone sehen ausserdem eine Mindestdeckungssumme zwischen einer und fünf Millionen Franken vor. Möchten Sie sich also einen Hund anschaffen, sollten Sie sich auf jeden Fall über die Regelungen in Ihrem Kanton informieren. Generell sollte die Deckungssumme ausreichend hoch ausfallen: Löst ein Haustier etwa einen schweren Verkehrsunfall aus, kann die Schadensumme schnell in die Millionen gehen.

Für andere Haustiere, etwa Katzen oder auch rein privat genutzte Pferde, gibt es keine gesetzliche Vorgabe zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Allerdings empfiehlt sich diese insbesondere bei Pferden, weil beispielsweise ein panisch flüchtendes Tier kostspielige Schäden anrichten kann. Für wertvolle Zucht- oder Reitpferde gibt es zudem Spezialversicherungen, die weit mehr als nur Haftpflichtfälle abdecken.

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Reicht die private Haftpflicht für Tierhalter aus?

Die Vorschriften verlangen jedoch nicht, dass Besitzer zwingend zusätzliche Versicherungen für Hund oder Katze abschliessen müssen. Tatsächlich sind viele Schadenfälle, die durch zahme Haustiere verursacht werden, bereits über die private Haftpflichtversicherung gedeckt.

Wenn Ihr Hund zum Beispiel eine fremde Person oder einen Artgenossen beisst, so übernimmt die Privathaftpflicht üblicherweise die Kosten der Behandlung, sofern Hunde nicht in der Police ausgeschlossen sind. Das gilt in der Regel auch, wenn Ihre Katze während der Ferienbetreuung eine Vase vom Regal stösst. Auch bestimmte Mieterschäden, etwa tiefe Kratzer im Parkettboden, können je nach Vertrag mitversichert sein.

Welche Schäden durch Haustiere von Ihrer Privathaftpflicht konkret übernommen werden, können Sie den Versicherungsbedingungen entnehmen. Prüfen Sie im Zuge dessen auch, ob die Deckungssumme bei einer kantonalen Pflicht ausreichend ist. Ist dem nicht so, kann es sinnvoll sein, für Ihren Hund eine separate Haftpflichtversicherung abzuschliessen. Das ist auch bei Pferden ratsam: So ist unter anderem bei Reitbeteiligungen oder geliehenen Pferden eine spezielle Zusatzdeckung empfehlenswert.

Wichtig zu wissen: Generell erstattet eine Haftpflichtversicherung nur Schäden, die Ihr Haustier bei Dritten verursacht. Eigenschäden sind also nicht inkludiert. Wenn ein Tier beispielsweise ein im Haushalt lebendes Familienmitglied verletzt oder die eigene Einrichtung beschädigt, kommt die Haftpflichtversicherung in den meisten Fällen nicht dafür auf.

 Wozu eine Krankenversicherung fürs Haustier?

Während die Haftpflichtversicherung für Fremdschäden aufkommt, geht es bei einer Tier-Krankenversicherung – oft auch Haustier- oder Tierversicherung genannt – um die Kosten, die durch Erkrankungen oder Unfälle Ihres eigenen Tieres entstehen. Im eingangs genannten Beispiel würde eine solche Haustierversicherung also für die Behandlungs- oder OP-Kosten des verletzten Hundes aufkommen.

Eine Haustierversicherung ist freiwillig und wird mit unterschiedlichen Leistungen angeboten: Bei einer reinen OP-Versicherung sind lediglich operative Eingriffe abgedeckt, wohingegen eine Vollversicherung je nach Tarif auch Diagnostik, Behandlungen, Medikamente und Vorsorgeleistungen umfassen kann.

Welche Kosten diese Versicherungen für Katze und Hund letztlich übernehmen, hängt unter anderem vom Anbieter und Tarif ab. Es lohnt sich daher, genau hinzuschauen und Angebote zu vergleichen. Bei Consumo können Sie auch nachlesen, worauf Sie beim Abschluss einer Tierversicherung achten sollten.

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