Sind Lern-Apps das Richtige für mein Kind?

Digitale Medien im richtigen Mass verwenden

Während der Entwicklung Ihres Kindes bieten digitale Medien und Lern-Apps viele Chancen, bergen aber auch Risiken. Hier erhalten Sie hilfreiche Tipps, ab welchem Alter und wie Sie digitale Medien optimal einsetzen, ohne Ihr Kind zu überfordern.

Foto: Getty Images

Lern-Apps und digitale Medien sind oft fester Bestandteil im Alltag vieler Familien. Sie versprechen Spass und fördern spielerisch die Entwicklung und Fähigkeiten in ganz unterschiedlichen Bereichen. Kinder lernen dabei ausserdem den Umgang mit digitalen Medien von klein auf. Doch zu viel Bildschirmzeit kann sich negativ auf die Entwicklung Ihres Kindes auswirken.

Ab wann sind Lern-Apps sinnvoll?

In den ersten zwei Jahren sollten Sie Ihr Kind noch nicht mit digitalen Medien in Kontakt bringen. In dieser Zeit steht die Entwicklung der motorischen und sensorischen Fähigkeiten im Vordergrund und Sie sollten eher zu «analogen» Spielzeugen zum Anfassen greifen. Ab circa drei Jahren können sorgfältig ausgewählte digitale Inhalte sinnvoll werden, zum Beispiel, um Farben, Zahlen und Formen zu lernen. Achten Sie beim Einsatz darauf, mit sehr kurzen Zeitspannen von fünf bis zehn Minuten am Tag zu beginnen und dabei genau zu beobachten, wie Ihr Kind auf die digitalen Medien reagiert. Jedes Kind ist unterschiedlich und da Kinder ihr Verhalten noch nicht selbst regulieren können, sollten Sie Ihr Kind bestmöglich unterstützen.

Unser Tipp: Die Stiftung «Pro Juventute» hat hierfür online viele wertvolle Tipps für Familien zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können.

Im Kindergarten und Unterstufen-Alter zwischen vier und acht Jahren sind Zeitspannen zwischen einer halben Stunde und 60 Minuten vertretbar, solange Sie auch hier genau darauf achten, welche Apps genutzt werden. Das Handy und das Tablet sollten nicht zur Gewohnheit werden, um Ihr Kind zu beschäftigen. Planen Sie auch immer wieder bildschirmfreie Tage ein.

Was kann mein Kind mit Apps lernen?

Für das Vorschulalter gibt es zahlreiche Apps, mit denen Ihr Kind erste Schritte im Rechnen, Lesen und Schreiben machen kann. Die Apps sollten unbedingt an die Entwicklungsstufe Ihres Kindes angepasst sein. Wählen Sie gezielt Themen aus Kindergarten und Vorschule aus, um Ihr Kind dabei zu unterstützen, gelernte Inhalte zu vertiefen. Infrage kommen zum Beispiel die «ABC-Spiele»- oder die «Montessori»-App. Wenn Ihr Kind Interesse an Sprache hat, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind mit «Duolingo» beispielweise auch schon früh eine zweite Sprache beginnen. Ab dem Primarschulalter ist auch die «Anton»-App sehr beliebt. Egal ob Mathe, Biologie, Englisch oder Geografie – hier kann Ihr Kind in zahlreichen Schulfächern spielerisch üben und lernen.

Auf was sollte ich beim Herunterladen von Apps achten?

Kostenpflichtige Apps sind oft besser strukturiert und die Inhalte sorgfältiger zusammengestellt. Natürlich gibt es auch kostenlose Inhalte, die toll geeignet sind. Überprüfen Sie diese am besten vorher, um ganz sicherzugehen. Bei kostenlosen Lernangeboten besteht die Gefahr, dass Werbung oder unangemessene Inhalte auftauchen, die Ihr Kind verunsichern. Ihr Kind könnte versehentlich auf Werbelinks klicken. Achten Sie deshalb auf werbefreie Inhalte. Nehmen Sie sich unbedingt die Zeit, Ihrem Kind die App genau zu erklären und bei Fragen greifbar zu sein.

Dies könnte Sie auch interessieren

Lernspielzeug für jedes Alter

Spielerisch die Welt entdecken

Vom ersten Stapelturm bis zum kniffligen Experimentierbaukasten: Lernspielzeuge fördern die Entwicklung Ihres Kindes auf vielfältige Weise. Erfahren Sie hier, welches Spielzeug zu welchem Alter passt und auf was Sie beim Kauf achten sollten.

Familienspiele und Kinderspiele:

So werden lange Herbstabende zum Familienspass

«Mami, mir isch langwiilig!» Wird es im Herbst wieder früh dunkel, macht sich zuhause schnell die Langeweile breit. Wir zeigen Kinderspiele und Familienspiele, die Eltern und Kinder zum Lachen bringen und die Zeit im Nu verfliegen lassen.