Self-Tracking im Alltag

Schritte, Schlaf, Puls, Gewicht – was sollte man tracken?

Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung trackt bereits regelmässig Gesundheitsdaten wie Schritte, den Schlaf, das Gewicht oder den Puls. Doch welche Daten sind aussagekräftig und wo kommen Apps, Smartphones und Wearables an ihre Grenzen?

KI-generiert

Immer mehr Menschen erfassen täglich ganz selbstverständlich Gesundheitsdaten, um sich zu motivieren, gesünder zu leben und den eigenen Körper besser zu verstehen. Die Schweizer sind darin sogar besonders ambitioniert: Laut einer Umfrage trackt sich über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gerne mit Smartphones, Wearables oder anderen Helfern. Deshalb lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen: Wie verlässlich sind die Daten und auf was sollte man beim Self-Tracking achten?

Besonders beliebt: Schritte und Aktivität

Schritte zu zählen gehört ohne Zweifel zu den populärsten Tracking-Grössen. Sie werden von nahezu allen Geräten und Tools erfasst: von der kostenlosen Smartphone-App über das günstige Fitnessarmband bis hin zur Smartwatch und dem Smartring, den man bequem 24 Stunden am Körper tragen kann. Benachrichtigungen wie «Noch 800 Schritte bis zum Tagesziel» wirken nachweislich motivierend und können dabei helfen, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Wer Sport treibt, kann über Wearables oder das Smartphone auch die Distanz, die Trainingszeit und den Kalorienverbrauch mitverfolgen. Bei den Werten für den Kalorienverbrauch ist jedoch Vorsicht geboten: Zwar werden meist auch zusätzlich hinterlegte Daten wie Gewicht und Grösse bei der Berechnung berücksichtigt, Tests haben jedoch ergeben, dass die Ergebnisse schwanken und deshalb am besten nur als grober Richtwert genutzt werden sollten.

Schlafqualität: wertvoller Überblick mit Einschränkungen

Fitnessbänder und spezielle Tracking-Ringe erkennen ziemlich zuverlässig, wann man schläft, wie lange man wach liegt und wie ruhig eine Nacht insgesamt war. Ob sich der Körper aber tatsächlich im Tiefschlaf befindet, lässt sich durch die Wearables nur schätzen. Die Geräte kommen an eine echte Schlaflaboranalyse natürlich nicht ran. Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann Schlaf-Tracking aber als eine Trendanalyse genutzt werden, um sich genauer mit dem eigenen Schlafverhalten auseinanderzusetzen und im besten Fall die Schlafqualität mithilfe einiger Stellschrauben zu verbessern. Wer seine Schlafzeiten über mehrere Wochen beobachtet, kann Rückschlüsse ziehen, wann die ideale Einschlafzeit ist und ob zum Beispiel später Koffeingenuss oder die Bildschirmzeit Auswirkungen auf den Schlaf haben.

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Puls, Herzfrequenz und Stresslevel: mehr als nur Zahlen

Der Ruhepuls gehört zu den verlässlichsten Messgrössen beim Self-Tracking. Wearables erfassen ihn rund um die Uhr am Handgelenk. Wer ihn über Wochen verfolgt, erkennt echte Veränderungen: ob regelmässiger Sport langfristig wirkt oder was anhaltender Stress mit dem Körper macht. Unter körperlicher Belastung ist die Präzision allerdings geringer. Wer beim Training auf genaue Herzfrequenzzonen angewiesen ist, erzielt mit einem Brustgurt verlässlichere Werte. Immer mehr Geräte messen auch das Stresslevel über die sogenannte Herzratenvariabilität: wenn die Abstände zwischen den Herzschlägen immer wieder leicht variieren, deutet das auf ein gut erholtes Nervensystem hin, bei extrem regelmässigen Abständen geht man von erhöhtem Stress aus. Aber Achtung: Auch die HRV-Werte variieren von Gerät zu Gerät und sollten, wie der Kalorienverbrauch, nur als Richtwerte gesehen werden.

Grundsätzlich gilt für alle Tracking-Daten: Es handelt sich um Richtwerte und keinen ärztlichen Befund. Ein dauerhaft erhöhter Ruhepuls oder anhaltend schlechte Nächte sind ein guter Anlass, den Hausarzt oder einen Spezialisten aufzusuchen. Ausserdem: Wer Daten mit einer App teilt, sollte die Berechtigungen vorab kritisch prüfen und nur das freigeben, was wirklich nötig ist.
Klug genutzt können Fitness-Tracker aber durchaus helfen, gesunde Gewohnheiten zu etablieren und den eigenen Körper besser kennenzulernen.

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