Hundesport und Co.: Hobbys für Tier und Halter
Von Agility über Nasenarbeit bis zum Hundeyoga
Ob Hundesport und andere gemeinsame Aktivitäten: Hunde brauchen körperliche und geistige Auslastung, um ein glückliches Leben zu führen. Wir stellen Ihnen mit Agility, Mantrailing, «Doga» und Co. abwechslungsreiche Mensch-Hund-Hobbys vor.
Nicht nur Menschen brauchen Hobbys ‒ auch Hunde wollen artgerecht beschäftigt und ausgelastet werden. Dafür eignen sich Hundesportarten ebenso wie andere Aktivitäten wie gemeinsames Wandern oder bewusstes Entspannen. Entscheidend bei der Wahl eines Hobbys für Hund und Halter ist, dass Sie die Vorlieben und Bedürfnisse Ihres Vierbeiners berücksichtigen ‒ schliesslich sollen Sie beide Spass haben.
Agility: Hundesport für fitte Mensch-Tier-Teams
Haben Sie eine Sportskanone zu Hause, die ständig auf Action aus ist? Dann könnte Agility das Richtige für Ihr Tier sein. Es ist eine der beliebtesten Hundesportarten und stammt aus England. Im Vordergrund stehen Gehorsam, Geschicklichkeit und Schnelligkeit: Unter Anleitung seines Halters durchläuft der Hund einen Agility-Parcours mit verschiedenen Hindernissen, die es fehlerfrei zu meistern gilt. Dazu gehören unter anderem eine Wippe, ein Laufsteg, eine Schrägwand, ein Tunnel, ein Reifen und Slalomstangen. Um für mentale Abwechslung zu sorgen, kann die Reihenfolge dieser Hindernisse variiert werden.
Neben physischer Fitness kommt es hier besonders auf die Kommunikation an, denn der Halter durchläuft den Parcours gemeinsam mit dem Tier und leitet es nur durch Gesten und Kommandos an. Üblicherweise findet Agility-Training im Hundesportverein statt. Wer möchte, kann mit seinem Hund auch an Agility-Turnieren teilnehmen. Wichtiger als seine Grösse ist, dass der Vierbeiner keine Gelenkprobleme hat, nicht zu schwer und – zumindest für die Sprünge – ausgewachsen ist. Dann ist Agility als Hundesport ideal, um Ihren Hund körperlich und geistig zu fordern und zugleich die eigene Fitness zu trainieren.
Für Schnüffler: Nasenarbeit und Mantrailing
Etwas ruhiger als beim Agility geht es bei der Nasenarbeit zu: Dazu zählen Aktivitäten, bei welchen der Hund seine geruchsempfindliche Nase zum Aufspüren von Gegenständen, Leckerlis, Tieren oder Menschen einsetzt. Der Fokus auf den Instinkt des Tieres ermöglicht eine artgerechte Auslastung, fördert Konzentration, Selbstbewusstsein und die Bindung zwischen Hund und Halter. Generell ist diese Art von Hundesport für alle Rassen geeignet, sofern das Tier Spass am Schnüffeln hat und gut zu Fuss ist. Da längere Nasenarbeit recht anstrengend sein kann, sollten Sie – wie bei jeder Aktivität – Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit Ihres Vierbeiners nehmen.
Sie haben viele Möglichkeiten, mit Ihrem Hund Nasenarbeit zu betreiben ‒ vom gelegentlichen Verstecken von Leckerlis im Garten oder Indoor-Schnüffelspielen über Fährtenarbeit bis zum inzwischen recht populären Mantrailing: Wie der Name sagt, sucht der Hund beim Mantrailing unter Anleitung seines Hundeführers nach einer Person, deren Geruch er vorher durch einen Gegenstand, etwa ein getragenes Kleidungsstück, aufgenommen hat. Wie die Sucharbeit und die Kommunikation im Mensch-Hund-Team genau funktionieren, erfahren Sie in Mantrailing-Kursen oder Trainingsgruppen.
Mit und ohne Musik: Dogdancing und Trickdogging
Beim Dogdancing stehen zu Musik einstudierte Choreografien von Hund und Halter im Mittelpunkt. Es handelt sich dabei um einen Ableger des Hundesports Obedience, bei dem es um die präzise Ausführung von Gehorsamsübungen geht. Daraus entwickelte sich mit dem Dogdancing eine Variante, die klassische Obedience-Elemente wie Bei-Fuss-Gehen mit Kunststücken wie Beinslalom, Sprünge, Drehungen oder spezielle Gangarten kombiniert. Diese werden zu Musik präsentiert, wobei Gehorsam und Ausdauer ebenso wichtig sind wie das menschlich-tierische Teamplay. Für Dogdancing-Anfänger eignen sich Kurse oder regelmässige Trainings, um die Grundlagen zu erlernen. Voraussetzung dafür ist, dass der Hund lernfreudig und agil ist sowie Grundkommandos und Rückruf zuverlässig beherrscht.
Mit Dogdancing lässt sich Ihr Vierbeiner sowohl körperlich als auch mental beschäftigen. Die Zusammenarbeit stärkt zudem die Bindung zwischen Hund und Mensch. Das gilt übrigens auch fürs weniger reglementierte Trickdogging: Hier können Sie Ihrem Hund in vertrauter Umgebung ohne Musik kleine Tricks wie Männchen machen oder Körperrolle beibringen. Das Trainieren von Hundetricks bringt ebenso Abwechslung und Spass ‒ und den Kopf Ihres Lieblings ordentlich zum Arbeiten.
«Doga»: entspannendes Yoga mit Hund
Im Yoga gibt es nicht umsonst Positionen wie den «herabschauenden Hund»: Die Vierbeiner machen solche Übungen im Alltag oft instinktiv, um sich zu dehnen. Vielleicht ist das der Grund für den Trend «Doga» (Zusammensetzung aus dem englischen «Dog» für Hund und Yoga), der ursprünglich aus den USA kommt. Im Gegensatz zu Aktivitäten, bei denen Action angesagt ist, soll Hundeyoga bei Tieren und Haltern für Entspannung, Stressabbau und mehr körperliche Flexibilität sorgen.
Die Konzepte sind von Kurs zu Kurs unterschiedlich: Mal geht es um die blosse Anwesenheit der Tiere bei der Yoga-Stunde, mal um deren Einbindung bei bestimmten Positionen oder Atemübungen. Es gibt aber auch Doga-Workshops, in denen Sie gemeinsam Übungen lernen, mit welchen Sie Ihren Hund gezielt dehnen können. Ziel ist es, miteinander eine entspannende Zeit zu verbringen. Damit das gelingt, sollte Ihr Hund vor allem bei Gruppenkursen sozialverträglich und in der Lage sein, in ungewohnter Umgebung mit fremden Menschen und Hunden zur Ruhe zu kommen.