ESC 2025: Alles, was Sie wissen müssen
Unser Guide zum Musikwettbewerb in Basel
Nachdem Nemo den Eurovision Song Contest zurück in die Schweiz geholt hat, ist das Event hierzulande in aller Munde. Damit Sie wissen, was Sie am ESC 2025 in Basel erwartet, haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.
Der Eurovision Song Contest kommt 2025 «nach Hause»: 69 Jahre nach der Erstausgabe findet das Musikevent nun zum dritten Mal in der Schweiz statt. Bei uns erfahren Sie alles, was Sie über den grössten im TV ausgestrahlten Liederwettbewerb der Welt wissen müssen.
Was ist der ESC?
Die Abkürzung ESC steht für Eurovision Song Contest – ein Liederwettbewerb, an dem alle Länder teilnehmen können, die Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sind. So kommt es, dass auch Staaten, die geografisch gesehen nicht zu Europa gehören, mitmachen dürfen. Eine Sonderstellung hat das ESC-verrückte Australien, das seit 2015 auf Einladung der EBU teilnehmen darf. Anders als oft angenommen, ist der ESC kein Gesangswettbewerb: Im Mittelpunkt steht die Liedkomposition.
Seit wann gibt es den Eurovision Song Contest?
Der erste ESC fand 1956 im schweizerischen Lugano statt. Damals trug er den Namen «Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne». Diesen Titel verwenden die Veranstalter jedoch seit über 20 Jahren nicht mehr. Die Regeln sahen zu Beginn auch noch anders aus: Jedes Land durfte zwei Lieder vortragen und eine Jury bestimmte den Sieger ohne Einbeziehung des Publikums. Die Jury kürte damals den Schweizer Beitrag «Refrain», gesungen von Lys Assia, zum Siegertitel. Im Laufe der Zeit änderte sich das Reglement massiv, sodass die Zuschauer heute einen grossen Einfluss auf den Ausgang des Wettbewerbs haben. Apropos Zuschauer: In den letzten Jahren verfolgten weltweit zwischen 161 und 204 Millionen Menschen das ESC-Finale am Bildschirm.
Warum findet der ESC 2025 in der Schweiz statt?
Seit 1958 ist es Tradition, dass das Land des Siegers den nächsten ESC ausrichtet. Zuletzt sprang Grossbritannien 2023 für die Ukraine als Veranstalter ein. Da Nemo mit seinem Song «The Code» letztes Jahr den ersten Platz erreichte, ist dieses Mal die Schweiz Gastgeber. Austragungsort ist Basel: In der St. Jakobshalle steigen am 13. und 15. Mai die beiden Halbfinalshows und am 17. Mai das grosse Finale. Die Moderation des ESC 2025 übernehmen Hazel Brugger, Sandra Studer und im Finale auch Michelle Hunziker. Zuletzt lief es gut für die Schweiz: Nach langer Durststrecke schafften es die letzten fünf Beiträge allesamt ins Finale. Dort belegte Luca Hänni 2019 Rang vier und 2021 landete Gjon’s Tears auf dem dritten Platz. Man darf also gespannt sein, wie sich die Freiburgerin Zoë Më dieses Jahr schlagen wird.
Wie sieht der Ablauf beim Eurovision Song Contest aus?
Steht der nächste ESC fest, ist es an den teilnehmenden Ländern, einen Interpreten und ein Lied zu finden. Manche Rundfunkanstalten fällen diesen Entscheid alleine, andere beziehen Jurys und Publikum ein. So schickt zum Beispiel Schweden in der Regel den Sieger des Melodifestivalen zum Eurovision Song Contest, Italien häufig den Gewinner des Samremo-Festivals. Ein Grossteil der Kandidaten muss dann im Halbfinale antreten, wo sich die 20 bestplatzierten Beiträge für das Finale qualifizieren. Das gilt jedoch nicht für die sogenannten «Big Five»: Grossbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland kommen wie der jeweilige Gastgeber direkt ins Finale.
Welche ESC-Regeln gibt es noch?
Beim Eurovision Song Contest gibt es auch 2025 viele Regeln zu beachten. Dazu gehört unter anderem das Mindestalter von 16 Jahren, die Maximalanzahl von sechs Personen auf der Bühne und die Originalität des Liedes. Das bedeutet, dass es sich um nicht um einen Coversong handeln darf. Zudem darf das Lied erst kürzlich veröffentlicht worden sein. Der Auftritt darf maximal drei Minuten dauern und es muss live gesungen werden. Die Instrumentalmusik kommt allerdings vom Band. Eine weitere ESC-Regel besagt, dass Lied und Performance keine politische Botschaft enthalten dürfen. Dennoch ist der Contest alles andere als unpolitisch: Beispielsweise hat die EBU Russland wegen des Überfalls auf die Ukraine im Jahr 2022 vom Wettbewerb ausgeschlossen, woraufhin die Russen aus der EBU ausgetreten sind.
Wie erfolgt die Punktevergabe am Eurovision Song Contest?
Bis 1997 kürte eine Jury aus Vertretern der teilnehmenden Länder den Sieger. Danach führte die EBU das Televoting ein, sodass das Publikum mitbestimmen konnte. Seit 2009 besteht das Abstimmungsergebnis zur Hälfte aus einem Juryentscheid, die andere Hälfte stammt aus dem Zuschauervoting. Für die Halbfinals wurde der Juryentscheid inzwischen abgeschafft. Im Finale sind unter anderem alle teilnehmenden Länder stimmberechtigt, auch wenn deren Beitrag im Halbfinale ausgeschieden ist. Allerdings können Zuschauer auch am ESC 2025 nicht für das eigene Land abstimmen. Die Verkündung der Punkte mit den berühmten «douze points» ist der Höhepunkt des Abends. Weil sich jedoch oft schon früh ein Sieger abzeichnete, entschied man sich 2016, die Punktevergabe am Eurovision Song Contest spannender zu gestalten: Zunächst werden die Juryergebnisse bekannt gegeben und erst im zweiten Schritt die Punkte des Publikums. Das führte in den letzten Jahren zu überraschenden Verschiebungen im Ranking.
Sie möchten das spektakuläre Musikevent vor Ort miterleben? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Veranstaltungstipps zum ESC 2025 in Basel.