Das richtige Hundegeschirr oder -halsband kaufen

Praktische Tipps zu Grössen, Arten und Materialien

Wer ein Tierfachgeschäft betritt, ist mit einer riesigen Auswahl konfrontiert. Doch welche Geschirrart, welche Halsbandgrösse und welches Material passen zu Ihrem Hund? Darauf sollten Sie achten, wenn Sie ein Hundehalsband oder -geschirr kaufen.

Frau mit Hund im Garten
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Wie Sie ein sicheres Hundehalsband kaufen

Beim Halsbandkauf sollten Komfort und Sicherheit wichtiger sein als die Optik. Um die richtige Halsbandgrösse zu bestimmen, müssen Sie zunächst den Halsumfang am Hund messen. Orientieren Sie sich dabei an der Messanleitung und Grössentabelle des jeweiligen Herstellers, da die Angaben unterschiedlich ausfallen können. Das Halsband sollte sich nicht über den Kopf ziehen lassen, den Hals aber auch nicht einengen. Als Faustregel gilt, dass je nach Grösse des Tieres etwa ein bis zwei Finger zwischen Hals und Halsband passen sollten. Bei Welpen sollten Sie den Sitz regelmässig kontrollieren.

Wenn Sie ein Hundehalsband kaufen, sollte auch die Halsbandbreite zum Hund passen: Breitere Halsbänder verteilen einwirkende Kräfte auf eine grössere Fläche, sie dürfen den Vierbeiner aber nicht in seinen Kopfbewegungen behindern. Für kleine Hunde eignen sich eher leichte Modelle, während Halsbänder für grosse und kräftige Tiere ausreichend breit und belastbar sein sollten.

Die meisten Halsbänder lassen sich in der Länge verstellen, unterscheiden sich aber in ihren Schliessmechanismen: Modelle mit Dornschliesse können Sie über vorgestanzte Löcher anpassen. Sie gelten als sicher und stabil, bedürfen aber beim Anlegen etwas mehr Aufmerksamkeit. Klick- oder Steckverschlüsse lassen sich dagegen schnell öffnen und schliessen. Für kleinere Hunde sind auch Modelle erhältlich, bei denen sich die Weite des Halsbandes mittels Klettverschluss einstellen lässt. Spezielle Zugstopp- oder Martingale-Halsbänder verengen sich bei Zug bis zu einem festgelegten Punkt und können damit verhindern, dass sich der Hund herauswindet. Der Stopp muss jedoch so eingestellt sein, dass das Halsband keinesfalls würgt.

Welche Hundegeschirr-Arten Sie kaufen können

Inzwischen sind viele Hundegeschirr-Arten erhältlich, die sich in ihrer Konstruktion, Handhabung und Verwendung unterscheiden. H-Geschirre haben einen Rückensteg mit zwei Schlaufen, die um Hals und Brustkorb führen. Bei Y-Geschirren laufen die Gurte vor der Brust Y-förmig zusammen. Beide lassen sich durch ihre Verstellmöglichkeiten an viele Körperformen anpassen. Wichtig dabei: Die Gurte des jeweiligen Modells sollten die Bewegung der Schulterblätter nicht behindern, nicht zu dicht an den Achseln liegen oder den Hund anderweitig einschränken oder scheuern.

Norwegergeschirre bestehen aus einem quer über die Brust verlaufenden Gurt und einem Rumpfgurt. Da der Gurt zwischen den Vorderbeinen fehlt, lassen sie sich schnell anlegen. Sie bieten allerdings oft weniger Einstellmöglichkeiten, können verrutschen und je nach Sitz die Schulterbewegung behindern. Ähnliches gilt für Sattelgeschirre, die zusätzlich eine breite Rückenplatte mit Haltegriff besitzen. Diese kann für kleine Hunderassen zu schwer sein. Ausserdem können sich darunter Wärme und Feuchtigkeit stauen.

Bei einem Step-in-Geschirr steigt der Hund mit den Vorderpfoten in zwei Schlaufen, die anschliessend über den Schultern geschlossen werden. Der Vorteil: Es muss nicht über den Kopf gezogen werden. Je nach Modell können Step-in-Geschirre jedoch leichter verrutschen, an den Achseln scheuern oder weniger vor dem Herauswinden schützen. Alternativ können Sie nach einem sichereren H- oder Y-Geschirr Ausschau halten, bei dem sich der Halsgurt durch einen separaten Verschluss öffnen und schliessen lässt.

Sie können je nach Bedarf auch speziellere Hundegeschirr-Arten kaufen: Dazu zählen etwa Sicherheitsgeschirre, deren zusätzlicher Bauchgurt ausbruchgefährdeten Hunden mehr Schutz bietet. Für Sportarten wie Canicross, Bikejöring oder Mushing gibt es extra dafür konzipierte Zuggeschirre. Welches Hundegeschirr das richtige ist, hängt somit vom Körperbau, Verhalten und geplanten Einsatz ab. Probieren Sie daher unterschiedliche Modelle aus und lassen Sie sich im Fachhandel beraten.

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Wie Sie ein Hundegeschirr richtig einstellen

Bevor Sie ein Hundegeschirr kaufen, sollten Sie richtig messen: Ihr Vierbeiner sollte dabei entspannt und gerade stehen. Das flexible Massband sollte am Fell anliegen, aber nicht einschneiden. Je nach Modell und Marke können neben dem Brustumfang auch Halsumfang und/oder die Rückenlänge erforderlich sein. Wie Sie den Hund für das Hundegeschirr richtig ausmessen, sehen Sie in der Messanleitung und Grössentabelle des jeweiligen Herstellers.

Möchten Sie ein Hundegeschirr richtig einstellen, passen Sie die Gurte gleichmässig an den Körper an. Als Faustregel sollten sich ‒ ähnlich wie beim Halsband ‒ etwa zwei Finger unter die Gurte schieben lassen, wobei das Geschirr im Halsbereich nicht zu locker sitzen sollte. Der Rumpfgurt sollte mit genügend Abstand hinter den Achseln verlaufen. Bei grossen Hunden sollte es etwa eine Handbreite sein. Achten Sie zudem darauf, dass das Geschirr nicht auf den Kehlkopf drückt und die Schulterblätter frei beweglich bleiben.

Kontrollieren Sie den Sitz nicht nur im Stand, sondern auch, während der Hund läuft: Das Geschirr sollte nicht verrutschen oder scheuern und weder die Körperhaltung noch das Gangbild verändern. Bei Welpen und jungen Hunden sollten Sie regelmässig prüfen, ob die Einstellung noch passt. Lässt es sich nicht mehr ausreichend anpassen, sollten Sie ein neues Hundegeschirr kaufen.

Worauf Sie bei Material und Verarbeitung achten sollten

Halsbänder und Geschirre bestehen häufig aus mehreren Materialien. Vom tragenden Grundmaterial hängen unter anderem Stabilität, Gewicht und Pflegeaufwand ab. Eine zusätzliche Polsterung entscheidet darüber, wie anschmiegsam und luftdurchlässig das Ganze ist.

Als Material für Hundehalsband oder Geschirr kommen unter anderem Leder, Nylon und BioThane infrage. Leder ist robust, langlebig und wird mit der Zeit weicher, benötigt aber regelmässige Pflege und verträgt anhaltende Nässe schlecht. Nylon ist leicht, günstig und schnelltrocknend sowie in vielen Farben und Mustern erhältlich. Es kann jedoch bei starker Beanspruchung Gerüche annehmen, zu Abrieb neigen oder ausfransen. BioThane-Gurtband nimmt wegen seiner Kunststoffummantelung kaum Feuchtigkeit, Schmutz oder Gerüche auf und lässt sich einfach abwischen. Seine beschichtete Oberfläche ist allerdings nicht atmungsaktiv.

Beim Geschirr kann das Material der Polsterung wegen der grösseren Auflagefläche besonders ins Gewicht fallen. Neben Leder verwenden Hersteller dafür beispielsweise Neopren oder AirMesh. Neopren polstert weich und ist wasserabweisend, lässt aber wenig Luft durch und kann Gerüche annehmen. AirMesh ist dagegen leicht und luftdurchlässig, aber es können sich je nach Fell Haare darin sammeln.

Wenn Sie ein Hundehalsband oder -geschirr kaufen, achten Sie auch auf die Verarbeitung: Bei Materialkombinationen sollten die einzelnen Schichten fest miteinander verbunden sein. Grundsätzlich sollten die Nähte sauber verarbeitet und keine harten Kanten vorhanden sein, die am Fell scheuern. Auch Verschlüsse und Leinenbefestigungen sollten zur Grösse und Kraft des Hundes passen. Kunststoffverschlüsse sparen Gewicht, Metallverschlüsse sind üblicherweise robuster, aber auch schwerer. Darüber hinaus können reflektierende Elemente die Sichtbarkeit des Hundes bei Dunkelheit erhöhen.

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