Sprossen und Microgreens: Geschmack im Mini-Format

Unterschiede, Sorten und gesundheitliche Vorteile

Ob mild-nussig oder angenehm scharf: Sprossen und Microgreens liefern trotz ihrer geringen Grösse überraschend viel Geschmack. Wir erklären, worin sich die jungen Keimlinge unterscheiden, warum sie als gesund gelten und welche Sorten wozu passen.

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Manche betrachten Sprossen oder Microgreens lediglich als hübsche Dekoration der gehobenen Küche. Tatsächlich sind sie aber weit mehr als das und können auch die Alltagsküche bereichern: Die Keimlinge lassen sich unkompliziert selbst anbauen und bringen frische Aromen, verschiedene Texturen und wertvolle Nährstoffe auf den Teller. Aber wie unterscheiden sie sich eigentlich und welche Sorten eignen sich wofür?

Unterschiede: Was sind Sprossen, was Microgreens?

Sprossen und Microgreens wie Alfalfa oder Kresse stammen zwar beide aus gekeimtem Saatgut, werden aber in unterschiedlichen Entwicklungsstadien geerntet: Sprossen sind sehr junge Keimlinge, die bereits nach wenigen Tagen essbar sind. Sie wachsen in der Regel ohne Erde – etwa im Keimglas oder auf Küchenpapier – und werden im Ganzen verzehrt.

Microgreens hingegen wachsen deutlich länger. Oft dauert es ein bis drei Wochen, bis die jungen Pflänzchen erste echte Blätter entwickelt haben. Sie wachsen häufig auf Erde oder Matten und werden dann über der Wurzel abgeschnitten, sodass nur Stängel und Blätter im Essen landen.

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Warum gelten Microgreens und Sprossen als gesund?

Auch wenn der Ausdruck «Superfood» inzwischen zum Marketingbegriff geworden ist: Der Verzehr von Microgreens und Sprossen kann für die Gesundheit durchaus förderlich sein. Denn in diesem frühen Wachstumsstadium zeichnen sie sich nicht nur durch ein für ihre Grösse oft überraschend intensives Aroma aus, sondern meist auch durch eine hohe Nährstoffdichte. So liefern sie in der Keimphase unter anderem viele Vitamine, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe, denen allgemein zellschützende und entzündungshemmende Effekte nachgesagt werden. Auch gibt es Hinweise darauf, dass die Nährstoffe einiger Sorten eine gute Bioverfügbarkeit aufweisen, also vom Körper besser aufgenommen und verwertet werden sollen.

Auch wenn Microgreens und Sprossen als gesund gelten, können sie bei einer ausgewogenen Ernährung das Gemüse nicht ersetzen. Im Vergleich zu reifem Gemüse haben sie unter anderem einen deutlich geringeren Anteil an Ballaststoffen, die für Sättigung und Verdauung wichtig sind. Zudem gilt es beim Anbau oder Kauf unbedingt auf Hygiene zu achten, da die Keimlinge aufgrund der feuchten Wachstumsbedingungen anfällig für Krankheitserreger sein können. Fachleute raten darum bestimmten Risikogruppen wie Schwangeren, kleinen Kindern, älteren oder immungeschwächten Menschen vom Verzehr roher Sprossen ab.

Sprossen und Co.: Welche Sorten eignen sich wofür?

Wie auch beim ausgewachsenen Gemüse gibt es auch bei Microgreens und Sprossen viele Sorten, die sich im Hinblick auf Konsistenz, Aroma und Nährstoffgehalt unterscheiden. Zu den bekanntesten Sprossensorten gehören die Alfalfa-Sprossen, die Keimlinge der Luzerne-Pflanze. Sie verleihen Salaten oder Sandwiches einen frischen Knack, sind aber eher mild-nussig im Geschmack. Ein wenig süsslich und schön saftig sind Mungbohnen-Sprossen, die oft in asiatischen Gerichten verwendet werden. Wer sich mehr Würze wünscht, kann zu Rettich- oder Radieschen-Sprossen greifen: Sie bringen eine gewisse Schärfe mit und machen sich unter anderem gut als Topping für Wraps, Bowls oder Suppen.

Auch Microgreens bieten eine grosse Bandbreite an Sorten und Geschmäckern. Die Keimlinge von Sonnenblumen und Brokkoli kommen eher nussig-mild bzw. mit leichtem Kohlaroma daher und eignen sich gut als frisches Extra in Salaten, Suppen oder Gemüsegerichten. Etwas kräftiger schmecken Microgreens vom Rotkabis, die mit ihrer violetten Farbe zusätzlich für optische Akzente sorgen. Pfeffrig-würzige Noten liefert die Kresse, das womöglich bekannteste Microgreen: Sie lässt sich gut über Butterbrote oder Omeletten streuen, verfeinert aber auch Fleischgerichte wie Carpaccio oder Tatar.

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