Schweizer Kaffee: So gut ist die Bohne von nebenan
Was lokale Röstereien ausmacht und wie sie arbeiten
Frisch geröstet, fair gehandelt, voller Aroma: Kaffee aus Schweizer Röstereien liegt im Trend. Doch was unterscheidet ihn von Supermarktware? Und für wen lohnt sich der höhere Preis? Wir haben uns regionalen Schweizer Kaffee mal genauer angeschaut.
Kaffee ist für viele Schweizerinnen und Schweizer mehr als nur ein Wachmacher. Er begleitet uns durch den Alltag, vom schnellen Espresso zwischendurch bis zum genussvollen Cappuccino im Café. Mit rund acht Kilogramm Rohkaffee pro Kopf und Jahr zählt die Eidgenossenschaft weltweit zu den grössten Konsumländern. Und immer häufiger stammen die Bohnen dabei aus einer Schweizer Rösterei. Was sind die Gründe dafür?
Frische, Transparenz und kurze Wege
Viele Schweizer Röstereien setzen auf kleine Chargen, handwerkliche Röstverfahren und direkten Handel mit den Produzentinnen und Produzenten. Das bedeutet: kurze Transportwege, frisch geröstete Bohnen und eine transparente Herkunft. Unterstützt wird dieser Trend von Organisationen wie der Swiss Sustainable Coffee Platform (SSCP): Sie vereint Unternehmen, Forschung und Zivilgesellschaft, um die Nachhaltigkeit in der Kaffee-Wertschöpfungskette in der Schweiz und darüber hinaus zu fördern. Ziel der Plattform ist es unter anderem, dass Kaffeefarmmitarbeitende ihre Löhne in Richtung eines existenzsichernden Lohnes steigern können. Zudem sollen Menschenrechtsrisiken wie Kinderarbeit und Zwangsarbeit durch wirksame Sorgfaltspflichtprozesse angegangen werden und eine Kaffeeproduktion frei von Entwaldung möglich gemacht werden.
Geschmack mit Haltung
Schweizer Röstereien setzen meist auf eine schonende Röstung bei tieferen Temperaturen. Dabei entwickeln die Bohnen weniger Bitterstoffe und mehr Aromen. Das Ergebnis: ein runder, komplexer Geschmack, der bei vielen Sorten zur Geltung kommt. Wer Kaffee bewusst geniesst, wird den Unterschied schmecken. Ein weiterer Pluspunkt: Viele Hersteller und Händler informieren auf ihren Homepages sehr detailliert über ihre Bezugsquellen, die Art ihrer Röstung und auch darüber, wie Nachhaltigkeit im Unternehmen definiert und umgesetzt wird.
So arbeitet beispielsweise die Bio-Rösterei Chronic aus Genf mit Bohnen, die langsam, sanft und präzise geröstet sind und anschliessend in recyclebaren Materialien verpackt werden. Auch bei anderen Röstereien wie beispielsweise Vertical Coffee Roasters im Aargau oder bei Rast Kaffee hochwertiger, fairer und nachhaltiger Kaffee-Genuss im Fokus.
Was man als Verbraucher allerdings beachten muss: Die Qualität hat auch ihren Preis. Während konventioneller Kaffee auch unter CHF 20 pro Kilo erhältlich ist, können die Spezialitäten aus der Schweiz durchaus höher liegen. Dafür erhält man jedoch Frische, Transparenz und oft auch die Gewissheit, dass regionale Betriebe unterstützt werden. Zudem kann hochwertiger Kaffee ergiebiger sein, weil oft kleinere Mengen ausreichen.
Wo kann man regionalen Kaffee kaufen?
Wer lokalen Kaffee ausprobieren möchte, findet in der Schweiz eine breite Auswahl. Internetseiten wie beispielsweise Kaffeemacher listen zahlreiche Röstereien nach Kanton auf, von der bekannten Stoll Kaffee in Zürich bis zu kleinen Spezialisten in ländlichen Regionen. Viele bieten auch Degustationssets oder Probierpakete an, die sich vor allem für den Einstieg in die Welt des regionalen Kaffees anbieten. Viele Röstereien bieten auch Tipps für die Zubereitung, Lagerung und den Genuss ihres Kaffees an.