Sanfte Kaffee-Alternativen ohne Koffein

Natürliche Wachmacher für den Alltag

Wenn es um anregende Getränke geht, denken viele an Kaffee, Tee oder gar Energydrinks. Doch es gibt auch eine Reihe natürlicher Wachmacher ohne Koffein. Wir stellen Ihnen vier gesunde Kaffee-Alternativen vor, die sanft belebend wirken.

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Ingwer: scharfe Alternative zum Kaffee

Zugegeben: Ingwer und Kaffee haben geschmacklich nicht viel gemeinsam. Wenn Sie jedoch auf der Suche nach einem Wachmacher ohne Koffein sind, ist Ingwer eine gute Wahl: Die in der Knolle vorhandenen Scharfstoffe wie Gingerol bringen nämlich den Stoffwechsel in Schwung. So regen sie unter anderem die Durchblutung an und verbessern die Sauerstoffversorgung im Körper. Auch die leicht ansteigende Körpertemperatur wirkt angenehm belebend.

Zubereitet als konzentrierter Ingwer-Shot liefert Ihnen die Wurzel einen Frischkick, während Sie Ingwer-Wasser den ganzen Tag über trinken können. Gesundheitliche Nebeneffekte: Ingwer ist nachweislich verdauungsfördernd (kann aber empfindliche Mägen reizen), entzündungshemmend und antioxidativ. Doch sein scharf-würziges Aroma schmeckt nicht jedem und die anregende Wirkung fällt – wie bei allen hier vorgestellten Kaffee-Alternativen – weniger intensiv aus als bei koffeinhaltigen Getränken.

Kurkuma: ideale Ergänzung zum Ingwer

Das goldgelbe Gewürz hat ähnliche Eigenschaften wie Ingwer, da beide aus der gleichen Pflanzenfamilie stammen. Curcumin soll ebenfalls entzündungshemmend wirken, vor oxidativem Stress schützen, die Gallenproduktion anregen und das Immunsystem stärken. Kurkuma schmeckt eher erdig und leicht bitter, während Ingwer Frische und Schärfe mitbringt. Sie ergänzen sich dadurch wunderbar in Ingwer-Kurkuma-Shots oder Smoothies.

Als natürlicher Wachmacher empfiehlt sich Kurkuma auch in Form von «Goldener Milch», die zuletzt unter dem Namen «Kurkuma-Latte» einen Trend ausgelöst hat: Sie besteht meist aus Pflanzenmilch, die mit Kokosöl, Honig, Kurkuma, Ingwer, Pfeffer und anderen Gewürzen angereichert wird. Der Mix ist allerdings – auch aufgrund des Ingwers – nichts für Schwangere, Stillende oder Menschen mit Leber- oder Gallenleiden.

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Schwarz- und Grüntee: gesunde, belebende Wirkung

Sie mögen keinen Kaffee? Dann greifen Sie zu einer Tasse Tee! Neben der Magenfreundlichkeit haben Schwarz- und Grüntee den Vorteil, dass unser Körper das Koffein ‒ oft auch als Tein bezeichnet – langsamer aufnimmt, weil es an Gerbstoffe gebunden ist. Zwar enthalten klassische Schwarz- und Grüntees weniger Koffein, die Wirkung wird aber oft als angenehmer und länger anhaltend als beim Kaffee empfunden. Das liegt unter anderem an der Aminosäure L-Theanin: Durch ihren entspannenden Effekt kann sie eine durch Koffein verursachte Nervosität ausgleichen.

Wem schwarzer oder grüner Tee als Wachmacher zu schwach sind, der kann auch vormittags Kaffee und nachmittags Tee trinken. Oder zum Matcha-Tee greifen: Das gemahlene Grünteepulver liefert oft sogar eine höhere Koffeindosis als Kaffee und punktet zusätzlich mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen wie vielen Antioxidantien.

Mate-Tee: Wachmacher als Südamerika

Mate-Tee und andere mit «Yerba Mate» angereicherten Getränke und Lebensmittel sollen nicht nur gegen Müdigkeit helfen, sondern auch beim Abnehmen. Während gewichtsreduzierende Effekte bisher nicht nachgewiesen wurden, ist die anregende Wirkung belegt. Diese ist primär auf das in den Mate-Blättern enthaltene Koffein zurückzuführen, das zusammen mit Theobromin und Theophyllin eine lang anhaltende Stimulation ermöglicht.

Mate hat jedoch einen speziellen Geschmack, der nicht jedem zusagt, und gilt als stark harntreibend. Ähnlich wie beim Kaffee kann der Konsum auch Unruhe oder Magenschmerzen auslösen. Weil in einigen Mate-Produkten krebserregende Stoffe wie Anthrachinon und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gefunden wurden, empfehlen Mediziner, Mate-Tee nur gelegentlich in geringen Mengen zu sich zu nehmen.

Guarana: Drinks und Lebensmittel gegen Müdigkeit

Ebenfalls aus Südamerika, genauer gesagt aus dem Regenwald des Amazonas, stammt die Guarana-Pflanze, deren Samen eine höhere Koffeinkonzentration enthalten als Kaffeebohnen. Wie beim Tee wirkt das Koffein aber durch die Gerbstoffe langsamer und damit länger als beim Kaffee. Guarana werden ähnliche Wirkungen nachgesagt wie Mate, aber nur wenige davon sind bisher wissenschaftlich belegt.

Im Handel begegnet Ihnen der anregende Extrakt oft als Nahrungsergänzungsmittel und als Zusatzstoff in Lebensmitteln wie Riegeln, Fruchtgummis, Marmeladen, Limonaden, kakaohaltigen Getränken oder Energydrinks. Wegen des hohen Koffeingehalts sollten Sie auf die Dosierung achten, sonst kann Guarana Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Probleme, Übelkeit, Schlaflosigkeit oder erhöhten Herzschlag hervorrufen.

Kakao: milder Muntermacher

Kakao enthält vergleichsweise wenig Koffein. Bei der Kakaobohne ist es vorrangig das Theobromin, das uns auf milde Weise munter macht. Es erweitert unter anderem die Blutgefässe und Bronchien und verbessert so die Sauerstoffversorgung. Weil manchen das aber nicht reicht, bieten Hersteller auch Kakao-Getränke gegen Müdigkeit an, die etwa mit Guarana angereichert sind.

Kakao steckt aber natürlich nicht nur in Trinkschokolade: Auch Schoggi liefert einen schnellen Energiekick. Dabei gilt: je dunkler, desto wacher. Allerdings ist dieser Genuss auch mit viel Zucker verbunden, der den Blutzuckerspiegel rasant steigen und dann wieder absinken lässt. Als lang anhaltender Wachmacher eignet sich Schokolade also weniger.

Energydrink: gefährliches Mix-Getränk

Oft bestehen Energydrinks aus einem Mix stimulierender Inhaltsstoffe wie Koffein, Guarana, Taurin, Säuerungsmitteln, Zucker oder Süssstoffen. Diese Kombination sorgt zwar für einen schnellen Energieschub, birgt aber auch ein gewisses Gesundheitsrisiko: In der Regel hält die Wirkung oft nicht lange an, sodass Menschen zur Überdosierung neigen – vor allem dann, wenn bei häufigem Konsum ein Gewöhnungseffekt eintritt.

Zum anderen verleitet der süsse Geschmack vor allem Jugendliche häufig dazu, Energydrinks mit Alkohol zu mischen, was unerwünschte Wirkungen wie Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Herzrasen, Herzrhythmus- und Wahrnehmungsstörungen oder Kreislaufkollaps nach sich ziehen kann. Der bei vielen Energydrinks hohe Zuckergehalt ist ebenso schädlich für die Gesundheit, da er Übergewicht und Diabetes begünstigt.

Suchen Sie nach einem gesünderen Wachmacher, sollten Sie sich für andere Getränke gegen Müdigkeit entscheiden. Möchten Sie auf Koffein verzichten, haben wir bei Consumo auch weitere belebende Alternativen für Sie.

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