Je nach Gusto: Konfitüre selber machen
Was Sie alles brauchen und wie es funktioniert
Ob Beeren im Sommer oder Zwetschgen im Herbst: In einem Einmachglas lässt sich das ganze Aroma einer Obstsaison einfangen. Wir stellen Zutaten und Utensilien vor, erklären, wie Sie Konfitüre selber machen können, und geben Ideen zum Verfeinern.
Früher war es in vielen Familien selbstverständlich, einen Teil der Obsternte als Konfitüre haltbar zu machen. Auch heute lassen sich Früchte durch das Einkochen nachhaltig verwerten. Wenn Sie Konfitüre selber machen, wissen Sie genau, was darin enthalten ist – und Sie können Zutaten, Süsse und Konsistenz ganz auf Ihre Vorlieben abstimmen.
Welche Basiszutaten brauchen Sie für Konfitüre?
Die wichtigste Zutat sind natürlich reife, aromatische und einwandfreie Früchte. Grundsätzlich können Sie aus nahezu allen Fruchtsorten Konfitüre selber machen: Beeren wie Erdbeeren, Himbeeren oder Johannisbeeren eignen sich ebenso wie Steinobst – also etwa Aprikosen, Kirschen, Pfirsiche oder Zwetschgen – sowie Äpfel, Birnen oder Quitten. Auch Rhabarber, Zitrusfrüchte und exotische Früchte wie Mango kommen infrage. Saisonale, heimische Früchte bieten sich besonders an; Sie können Konfitüre aber auch mit gefrorenen Früchten herstellen. Diese sollten Sie vorher antauen und nach Bedarf abtropfen lassen. Auch wichtig: Sortieren Sie Früchte mit faulen Stellen oder Schimmel sorgfältig aus.
Als zweite Grundzutat benötigen Sie für Konfitüre in der Regel Zucker. Er sorgt nicht nur für Süsse, sondern unterstützt auch das Gelieren und macht die Konfitüre länger haltbar. Besonders praktisch ist Gelierzucker, da er Zucker und Pektin kombiniert. Sie erhalten ihn üblicherweise in den Mischungsverhältnissen 1:1, 2:1 und 3:1. Die Zahlen geben an, wie viele Teile Frucht auf einen Teil Gelierzucker kommen. Alternativ können Sie auch gewöhnlichen Kristallzucker mit separat erhältlichem Pektin oder einem anderen Geliermittel verwenden.
Wie fest die Konfitüre wird, hängt auch vom natürlichen Pektingehalt der Früchte ab: Äpfel, Quitten und Johannisbeeren enthalten vergleichsweise viel davon, während Erdbeeren, Kirschen und Pfirsiche pektinärmer sind. Pektin entwickelt seine Gelierwirkung im Zusammenspiel mit Zucker und Säure. Deshalb gehört je nach Frucht und Rezept oft auch etwas Zitronensaft zum Rezept. Bei härteren Früchten kann zudem etwas Wasser nötig sein, um sie zunächst weich zu kochen.
Welche Utensilien sind nötig, um Konfitüre selber zu machen?
Zum Vorbereiten der Früchte benötigen Sie je nach Sorte ein Rüstbrett, ein scharfes Messer, einen Schäler und eine Schüssel. Eine Küchenwaage ist wichtig, damit das Verhältnis von Früchten und Zucker oder Gelierzucker stimmt. Möchten Sie eine Konfitüre ohne Stücke selber machen, können Sie einen Pürierstab oder ein Passevite verwenden.
Wählen Sie zum Kochen einen ausreichend grossen, hohen Topf. Die Fruchtmasse sollte ihn höchstens bis zur Hälfte füllen, da sie beim Erhitzen aufsteigt und leicht überkochen kann. Daneben sind ein hitzebeständiger Kochlöffel, eine Schöpfkelle, ein Kurzzeitmesser und ein kalter Teller für die Gelierprobe hilfreich. Mit einem Trichter lässt sich die heisse Konfitüre sauberer abfüllen.
Nicht fehlen dürfen hitzebeständige Schraub- oder Einmachgläser mit intakten, dicht schliessenden Deckeln beziehungsweise Gummidichtungen. Zum Verschliessen der heiss befüllten Gläser sollten Sie Topflappen oder ein Küchentuch verwenden, damit Sie sich nicht verbrennen. Bei Consumo können Sie auch nachlesen, wie Sie die Gläser hygienisch vorbereiten und welche Gelingtipps es für selbstgemachte Konfitüre noch gibt.
Wie sieht ein klassisches Konfitüre-Rezept aus?
Die meisten Konfitüre-Rezepte lesen sich ähnlich. Wir geben Ihnen ein Grundrezept an die Hand, mit dem Sie etwa 1,5 Kilogramm Konfitüre selber machen können. Übrigens: Besitzen Sie eine Küchenmaschine mit Kochfunktion, finden Sie im Internet zahlreiche Rezepte, die auf solche Geräte abgestimmt sind.
Zutaten:
- 1 kg reife, gerüstete Früchte
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 2 bis 3 EL Zitronensaft
- etwas Wasser (nur bei härteren Früchten zum Vorkochen)
Statt Gelierzucker 2:1 können Sie auch Gelierzucker 1:1 oder 3:1 verwenden. Sie müssen dann nur das Frucht-Zucker-Verhältnis entsprechend der Packungsangabe anpassen. Je nach Obstsorte kann die benötigte Menge an Zitronensaft variieren.
Zubereitung:
- Waschen Sie die Früchte vorsichtig und lassen Sie sie gut abtropfen. Entfernen Sie je nach Sorte Stiele, Blätter, Kerne oder Steine und schälen Sie die Früchte bei Bedarf. Wiegen Sie erst danach die benötigte Menge ab.
- Schneiden Sie grössere Früchte in kleinere Stücke. Je nachdem, ob Sie eine stückige oder feine Konfitüre bevorzugen, können Sie das Obst ganz lassen, grob zerdrücken oder pürieren. Härtere Früchte sollten Sie zuvor mit ein wenig Wasser weichkochen.
- Geben Sie die Früchte mit dem Gelierzucker und dem Zitronensaft in einen grossen Topf. Vermischen Sie alles gründlich und bringen Sie die Masse unter ständigem Rühren zum Kochen.
- Lassen Sie die Fruchtmasse ungefähr drei bis fünf Minuten sprudelnd kochen und rühren Sie dabei weiter. Massgeblich ist die Kochzeit auf der Gelierzuckerpackung, da sie je nach Produkt abweichen kann. Die Kochzeit beginnt erst, wenn die gesamte Masse kräftig kocht.
- Führen Sie anschliessend eine Gelierprobe durch: Geben Sie einen Teelöffel Konfitüre auf einen kalten Teller. Zieht die Masse nach kurzer Zeit an und fliesst beim Neigen des Tellers kaum noch, ist sie fertig. Andernfalls kochen Sie sie kurz weiter und wiederholen die Probe.
- Entfernen Sie bei Bedarf den Schaum von der Oberfläche. Füllen Sie die fertige Konfitüre sofort möglichst randnah in die vorbereiteten Gläser und verschliessen Sie diese fest. Lassen Sie die Gläser stehend auskühlen.
Wie können Sie Ihre Konfitüre verfeinern?
Wenn Sie Konfitüre selber machen, können Sie je nach Geschmack verschiedene Früchte kombinieren und dadurch spannende Geschmacksrichtungen kreieren. Bewährt sind etwa Erdbeeren mit Rhabarber oder Johannisbeeren, Aprikosen mit Pfirsichen sowie Äpfel mit Zwetschgen oder Quitten.
Zusätzliche Aromen bringen Gewürze, Kräuter und essbare Blüten ins Glas: Erdbeeren harmonieren zum Beispiel mit Vanille, Äpfel und Birnen mit Zimt und Zwetschgen mit Sternanis. Etwas ungewöhnlicher sind Paarungen wie Himbeere mit Rosmarin, Feige mit Thymian oder Pfirsich mit Lavendel.
Da intensive Gewürze, Kräuter und Blüten das Fruchtaroma schnell überdecken können, sollten Sie diese vorsichtig dosieren. Ganze Gewürze und Kräuterzweige können Sie mitkochen und vor dem Abfüllen wieder entfernen. Fein geschnittene Kräuter oder gemahlene Gewürze lassen sich gegen Ende der Kochzeit unterrühren. Auch etwas Likör, Rum oder Obstbrand kann einem Konfitüre-Rezept eine besondere Note verleihen. Den Alkohol sollten Sie aber erst nach dem Kochen untermischen, da sonst das Aroma verloren geht.
Wer es lieber herzhaft mag, kann beispielsweise Tomaten mit Zucker, Zitronensaft, Chili und Gewürzen zu einer süss-pikanten Konfitüre einkochen. Auch Zwiebeln, Peperoni, Kürbis oder Zucchini sorgen für kreative Geschmacksrichtungen. Für haltbare Gemüseaufstriche sollten Sie ein erprobtes Rezept mit den vorgegebenen Säure- und Einkochmengen verwenden. Bei Chutneys werden üblicherweise Früchte oder Gemüse mit Essig und Gewürzen eingekocht.