Beliebte Beerensorten: Welche kann was?

Von der Erd- über die Stachel- bis zur Goji-Beere

Ob süss, säuerlich oder leicht herb: Beeren überraschen mit ganz unterschiedlichen Aromen. Wir stellen einige der wichtigsten Beerensorten der Schweiz vor und zeigen, wofür sie sich in der Küche eignen und welche gesundheitlichen Vorteile sie haben.

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Beeren sind in der Schweiz sehr beliebt: Laut Schweizer Obstverband haben eidgenössische Erzeuger im Jahr 2025 allein 7'990 Tonnen Erdbeeren geerntet. Kein Wunder: Beerenobst schmeckt nicht nur fein, es ist auch in der Küche vielseitig einsetzbar. Auch die positive Wirkung der aromatischen Früchte auf unseren Körper ist inzwischen bekannt. Wir stellen Ihnen daher einige der wichtigsten Beerensorten genauer vor und verraten Ihnen mehr über ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Erdbeere, Himbeere, Brombeere: die Beerensorten-Klassiker

Erdbeeren eröffnen die Beerensaison in der Schweiz. Je nach Witterung werden die ersten heimischen Früchte ab April angeboten, geerntet werden sie bis in den Herbst hinein. Wegen ihres süssen und saftigen Aromas sind sie frisch ein beliebter Snack für zwischendurch und stehen wie keine andere Beerensorte für den Sommer. Sie werden oft in Kuchen, Desserts oder anderen Süssspeisen verwendet, passen aber auch gut zu herzhaften Zutaten – etwa zu Spargeln, Mozzarella, Basilikum, Balsamico oder schwarzem Pfeffer.

Etwa im Juni folgen dann die Himbeeren, die je nach Sorte bis in den frühen Herbst hinein erhältlich sind. Dank der Kombination aus angenehmer Süsse und feiner Säure gelten sie als besonders aromatisch. Da die Früchte sehr empfindlich sind, sollten Sie sie möglichst frisch essen oder verarbeiten. In der Küche harmonieren Himbeeren nicht nur mit Milchprodukten, Müesli oder Glace, sondern auch mit dunkler Schokolade, Wildgerichten oder Salaten.

Fast zeitgleich haben die festeren Brombeeren Saison. Sie haben einen kräftigen, leicht herben Geschmack und eignen sich daher gut für das Einkochen von Konfitüren, Gelees oder Sirup. Auch in deftigeren Speisen machen sie eine gute Figur – zum Beispiel an der Seite von Ziegenkäse, in Wildsaucen oder in pikanten Chutneys.

 Stachelbeere, Johannisbeere, Heidelbeere: die Strauchbeeren

Von Juni bis etwa September erweitern Strauchbeeren das Beeren-Sortiment in der Schweiz. Die eher festeren, leicht durchscheinenden Stachelbeeren können Sie in unterschiedlichen Reifegraden geniessen: Unreife Früchte sind sauer und fest und lassen sich dank des hohen Pektin-Gehalts wunderbar zu Konfitüren verarbeiten. Halb- und vollreife Stachelbeeren machen sich wegen ihrer Säure-Süsse-Balance gut in Kompott, Kuchen und Desserts, aber auch in Geflügel- oder Fischgerichten, während überreife Beeren auch zur Herstellung von Spirituosen taugen.

Johannisbeeren können Sie in verschiedenen Farbvarianten kaufen oder pflücken: Weisse und rote Beerensorten schmecken angenehm säuerlich und bringen so eine frische Note in Desserts, Sirups, Gelees oder auch Wildgerichte. Schwarze Johannisbeeren, auch Cassis genannt, haben ein deutlich intensiveres, würzig-herbes Aroma, das in Kuchen, Säften, Likören oder auch aromatischen Saucen geschätzt wird.

Heidelbeeren sind im Vergleich deutlich milder im Geschmack: Die wildwachsenden, eher süssen Waldheidelbeeren hinterlassen gerne blaue Flecken auf Händen und Zunge, wohingegen Kulturheidelbeeren kaum färben. Wegen ihres unaufdringlichen Aromas sind diese Heidelbeersorten vielseitig einsetzbar: Sie können sie beispielsweise ins Müesli oder Porridge geben, mit ihnen Muffins oder Pfannkuchen backen, sie zu einem Smoothie verarbeiten oder sie als knackiges Topping auf Salate streuen.

Leckere Spargelsuppe.
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Aronia- und Goji-Beeren: die unbekannteren «Superfood»-Beerensorten

Auch wenn der Begriff oft fällt und im Grunde alle Beerensorten gesundheitsfördernde Eigenschaften haben, werden Aronia- und Goji-Beeren besonders häufig als sogenannte «Superfoods» bezeichnet. Beide werden auch in der Schweiz angebaut: Die Aroniabeere, auch Apfelbeere genannt, hat hierzulande im August und September Saison. Die schwarzblauen, saftigen Früchte schmecken roh säuerlich-herb, weswegen viele sie lieber als Saft, Sirup oder Gelee zu sich nehmen. Trotz der antioxidativen Wirkung wird Aroniasaft nicht immer gut vertragen, weswegen man sich an den regelmässigen Konsum langsam herantasten sollte.

Auch die ursprünglich aus Asien stammende Goji-Beere ist in der Schweiz angekommen, wo einige Betriebe sie von August bis Oktober ernten. Die länglichen, roten Früchte sind nur selten frisch zu bekommen; in den meisten Fällen können Sie sie in getrockneter Form kaufen. Mit ihrem süss-säuerlichen Aroma verfeinern sie Müeslis, Bowls, Energyballs und Tees, aber auch Salate, Geflügel- und Reisgerichte. Bei der Einnahme von Blutverdünnern ist beim Verzehr der Proteinlieferanten allerdings Vorsicht geboten.

Warum sind Beeren so gesund?

Die Forschung legt mittlerweile eine gesundheitsfördernde Wirkung von Beerenobst nahe. Das liegt vor allem daran, dass Beeren wertvolle Inhaltsstoffe wie Antioxidantien, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Viele Studien zeigen, dass der Verzehr der Früchte positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, die Gehirnfunktion, das Immunsystem oder die Verdauung haben kann.

So können zum Beispiel Anthocyane, die farbgebenden Stoffe in dunklen Beerensorten wie Aronia- oder Heidelbeeren, die Zellen vor freien Radikalen schützen und entzündungshemmende Prozesse begünstigen. Schwarze Johannisbeeren etwa liefern hohe Mengen an Vitamin C, was der Immunabwehr zugutekommen kann. Der hohe Magnesium- und Kaliumgehalt von Himbeeren kann zur normalen Funktion von Nerven und Muskeln beitragen. Und Stachelbeeren können mit ihrem hohen Anteil an Ballaststoffen, unter anderem in Form von Pektin, die Darmtätigkeit unterstützen.

Die Liste möglicher wohltuender Effekte ist lang. Darüber hinaus haben die meisten Beerensorten noch einen weiteren Vorteil: Sie haben nur wenige Kalorien und können so – auch einfach aus Freude am Genuss – zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen.

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