Allrounder: Essig und seine vielseitige Verwendung

Nützliche Tipps für Küche, Gesundheit und Haushalt

Essig ist in seiner Verwendung erstaunlich vielseitig: Er würzt Speisen, reinigt und entkalkt im Haushalt, und viele halten ihn für gesund. Doch nicht jede Anwendung ist sinnvoll. Wir zeigen, was Essig tatsächlich kann und wo seine Grenzen liegen.

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Essig kaufen und richtig aufbewahren

Beim Essigkauf geht es in erster Linie um den Verwendungszweck. Möchten Sie ihn in der Küche nutzen, ist ein Speiseessig eine gute Wahl. Für den Haushalt kann es sich dagegen lohnen, Essig als Essenz zu kaufen. Diese ist meist günstiger und durch ihre starke Konzentration ergiebiger, muss aber vor der Anwendung häufig verdünnt werden.

Für eine leichtere Dosierung sind Flaschen mit integriertem Ausgiesser praktisch. In Familienhaushalten ist bei Essigessenz ein kindersicherer Verschluss wichtig. Auch das Flaschenmaterial spielt eine Rolle: Insbesondere bei Essig für die Küche sollten Sie auf Glas setzen, da die Säure minderwertigen Kunststoff angreifen kann. Dunkles Glas bietet zudem einen gewissen Lichtschutz. Haushaltsessig und Essigessenz können Sie in Plastikflaschen kaufen – diese werden üblicherweise aus säureresistentem Kunststoff hergestellt.

Durch seine Säure ist Essig recht robust, was die Haltbarkeit angeht. Dennoch sollten Sie bei der Lagerung einige Dinge beachten, denn Wärme, Licht und Sauerstoff können Aroma und Farbe beeinflussen und die Qualität mindern. Darum sollten Sie Essig gut verschlossen, kühl und lichtgeschützt aufbewahren. Weil naturtrübe oder aromatisierte Essige oft empfindlicher reagieren als klar gefilterte, pasteurisierte Produkte, kann es im Sommer sinnvoll sein, diese Sorten im Kühlschrank zu lagern. Trübungen, Bodensatz oder Farbveränderungen sind in der Regel harmlos und kein Grund, den Essig zu entsorgen. Schimmel, Gasbildung oder ein fauliger Geruch sind hingegen Anzeichen dafür, dass der Essig verdorben ist.

Essig zur Verwendung in der Küche

Essig übernimmt in der Küche ganz unterschiedliche Aufgaben: In Salatsaucen dient er als Basiszutat für die Emulsion und balanciert die Fettigkeit des Öls aus. Verwenden Sie Essig in Marinade, trägt er dazu bei, dass Fleisch und Fisch zarter werden und die Aromen besser aufnehmen können. Kräftigen Eintöpfen und Saucen verleiht ein Spritzer Essig Frische und Tiefe, sodass sie weniger schwer daherkommen. Ins Kochwasser gegeben, lässt er pochierte Eier besser gelingen oder bewahrt die leuchtende Farbe von Rotkabis und Randen. Traditionell gebräuchlich ist Essig zum Einlegen von Gemüse, weil seine Säure beim Konservieren hilft.

Als Würzmittel hat Essig aber noch weitere Facetten: So können Sie mit einem hochwertigen Aceto Balsamico als raffiniertem Finisher nicht nur herzhafte Speisen wie Salat, Parmesan oder Fleisch verfeinern. Auch süssen Desserts mit Erdbeeren, karamellisierten Feigen, Kirschen oder Pfirsichen oder Vanilleeis verleiht er spannende Geschmacksnuancen. Darüber hinaus machen sich milde Fruchtessige als Frischekick gut in Obstsalaten. Und stark verdünnt ist Essig in sommerlichen Getränken ein herrlich säuerlicher Durstlöscher.

Essig und seine Wirkung auf die Gesundheit

Viele Menschen halten Essig für gesund. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass er die Produktion von Speichel, Magensäure und Verdauungssäften anregen und eine desinfizierende und entzündungslindernde Wirkung haben könnte. Auch soll Essigsäure den Anstieg des Blutzuckerspiegels nach Mahlzeiten abmildern oder als Spülung für gesund glänzende Haare sorgen. Diese positiven Effekte von Essig auf die Gesundheit sind jedoch wissenschaftlich bisher nicht eindeutig belegt. Stattdessen sollten beispielsweise Menschen mit Diabetes oder Neurodermitis mit Essig vorsichtig sein und bei Bedarf medizinischen Rat einholen.

Einen besonderen Hype gibt es um Apfelessig zum Abnehmen. Auch hier zeigt sich: Ob diese Essigsorte oder Essig generell wirklich derart den Stoffwechsel ankurbelt und den Appetit zügelt wie behauptet, konnte in repräsentativen Studien bislang nicht nachgewiesen werden. Apfelessig ist demnach wohl nicht das Wundermittel, als das er in sozialen Medien oft dargestellt wird. Wenn Sie den Trend selbst einmal ausprobieren möchten, können Sie am Morgen ein Glas Wasser mit einem Esslöffel Apfelessig (nicht mehr!) trinken – allerdings nur dann, wenn Sie keine säurebedingten Beschwerden haben.

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Essig zum Putzen und Entkalken im Haushalt

Im Haushalt lässt er sich da einsetzen, wo seine Säure gefragt ist: Unter anderem im Bad und in Küchengeräten lässt sich mit Essig wirksam Kalk entfernen, weil die Säure das Calciumcarbonat anlöst. Darum eignet sich Essig auch als Reiniger zum Putzen von Toiletten, Duschen und Armaturen, aber auch beim Fensterputz, zum hygienischen Säubern des Kühlschranks oder zum Gläserspülen können Sie Haushaltsessig verwenden.

Essighersteller werben zudem damit, dass sich mithilfe eines Essigbads Schweissgerüche aus der Kleidung und mit verdünntem Essig Flecken aus Teppichen entfernen lassen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, weil die Säure unter Umständen Farben angreifen kann. Sogar bei der Schädlingsbekämpfung kann Essig nützlich sein – etwa zum Auswaschen der Küchenschränke oder zum Bau einer Fruchtfliegenfalle.

Essig ist als Putzmittel aber nicht immer die richtige Wahl: Es gibt Materialien, die lieber nicht mit der Säure in Kontakt kommen sollten. Dazu gehören Metalle wie Kupfer und Aluminium, Natursteine wie Marmor und Granit, geölte Holzoberflächen sowie Gummi- und Silikonmaterial, aus dem oft Dichtungen für Spül- und Waschmaschinen hergestellt werden. Auch wichtig bei der Verwendung: Sie sollten Essig nie mit chlorhaltigen Reinigern mischen und ihn zum Putzen stets verdünnen – das gilt vor allem für Essigessenz, die stark reizend ist. Bei empfindlicher Haut sollten Sie ausserdem Handschuhe benutzen.

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