Alles, was Sie über Bier wissen müssen

Die beliebtesten Biersorten im Überblick

Ob Helles, Dunkles, Lager oder Pale Ale: Bier ist keinesfalls gleich Bier. Dank unterschiedlicher Brauweisen gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Biersorten. Das beliebte Hopfengetränk blickt ausserdem auf eine beeindruckende Geschichte zurück.

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1. Kurze Schweizer Biergeschichte

Bereits im 9. Jahrhundert wurde in Schweizer Klöstern unter der Anleitung von Mönchen Bier gebraut. Aus alten Aufzeichnungen ist besonders die Brauerei des Klosters St. Gallen bekannt. Hier gab es im Jahr 820 historischen Plänen zufolge gleich drei Brauerei-Bereiche. Das nahrhafte Getränk sorgte besonders während der Fastenzeit für wichtige Kalorien, ohne dass das Fasten gebrochen werden musste, denn der Papst hatte das Biertrinken in der Fastenzeit ausdrücklich erlaubt. Brauereien, wie wir sie heute kennen, entstanden zu Beginn des 15. Jahrhunderts, als viele Landesfürsten den Klöstern den gewerblichen Verkauf ihres günstigen Bieres verboten. Bern war der erste Kanton, der eine Bewilligung zur gewerblichen Bierbrauerei erhielt und der Grundstein für zahlreiche lokale Brauereien war gelegt. Über 1‘200 Brauereien gibt es heute in der Schweiz.

2. Die wichtigsten Biersorten im Überblick

Unterschieden werden in der Schweiz nicht nur Biersorten, sondern auch Bierstile, die unter die übergeordneten Sorten fallen. Im Alltagsgebrauch werden aber beide Begriffe synonym verwendet. Die Sorte eines Bieres hängt immer vom Stammwürzegehalt ab. Der Stammwürzegehalt ist der Anteil der im Brauwasser gelösten Stoffe aus Malz und Hopfen. Er bestimmt den Alkoholgehalt, Geschmack und den Kohlensäuregehalt. Liegt der Wert unter 10 Prozent, spricht man von einem Leichtbier, je höher der Wert ansteigt, entstehen dann die Sorten Lagerbier, Spezialbier und Starkbier.

Das sind die beliebtesten Sorten und Stile in der Schweiz:

  • Helles Lager ist das meistgetrunkene Bier und durch seine milde Note ein beliebter Alltagsbegleiter. Bei milden Bieren wie dem Lager spricht man auch von untergärigen Bieren, die im Aussehen meist auch sehr klar sind.
  • Pils ist ebenfalls ein untergäriger Bierstil, hat aber eine höhere Hopfenbittere und macht das Pils damit bitterer als ein Lager. Besonders in Deutschland ist Pils die Biersorte Nummer eins, in der Schweiz kommt es gleich hinter dem Lager.
  • Naturtrübes Bier ist ungefiltert und wird oft auch Zwickelbier oder Kellerbier genannt. Viele regionale Brauereien haben ein eigenes Kellerbier, das besonders von Bierliebhabern geschätzt wird, die Wert auf ursprünglichen Geschmack legen.
  • Weizenbier wird im Brauprozess Weizen oder Weizenmalz zugegeben. Es ist ein obergäriger Bierstil mit viel Kohlensäure und einem fruchtigen Aroma. Beliebt bei den Schweizern ist auch die Kombination mit Zitronenlimonade, der Russ.
  • Märzen ist ein Festbier, das traditionell zu Ostern oder Weihnachten gebraut wird. Es hat eine dunklere, oft goldrote Farbe und einen stärkeren Alkoholgehalt als Pils oder Lager. Märzen ist untergärig und hat einen malzhaltigen Geschmack, der an Biskuit oder geröstetes Brot erinnert.
  • Amber hat wie das Märzen eine ausgeprägte Malznote und ist bernsteinfarben. Amber-Liebhaber schätzen besonders die ganz eigene Karamellnote.
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  • Schwarzbier ist untergärig und hat, wie sein Name schon sagt, eine dunkle, fast schwarze Farbe. Es ist ein sehr trockenes Bier mit oft starken Röstaromen, ist im Abgang aber überraschend cremig.
  • (Indian) Pale Ale ist eine obergärige, stark hopfenbetonte Biersorte mit intensiver Frucht- oder Piniennote. Es ist seit der Craft-Bier-Bewegung in den frühen 2000ern sehr populär. Viele Schweizer Brauereien haben ihr eigenes IPA im Sortiment.
  • Stout ist ein obergäriges, tiefdunkles Bier mit Röstmalzaromatik, das seinen Ursprung auf den Britischen Inseln hat. Die Schaumkrone ist meist fest und cremefarben.

  • Alkoholfreies Bier darf sich ein Bier nennen, wenn es maximal 0,5 % Vol. hat. Dem Bier wird entweder nach dem Brauvorgang der Alkohol wieder entzogen, oder beim Brauen selbst wird ein spezielles Verfahren angewendet, bei dem weniger Alkohol entsteht

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