Alkoholfreie Getränke-Varianten: gut und gesund?
Das Wichtigste zu Bier, Wein und Spirituosen ohne Alkohol
Bier, Wein, Sekt und sogar Spirituosen wie Tequila, Rum oder Gin gibt es mittlerweile auch als alkoholfreie Varianten. Aber was bedeutet das eigentlich, wie funktioniert die Herstellung und was sollten Sie beim Genuss alkoholfreier Getränke beachten?
Ob beim Feiern, zum Essen oder als genussvoller Tagesabschluss: Die Schweizer verzichten in den vergangenen Jahren – und das nicht nur im «Dry January» – vermehrt auf Alkohol und entscheiden sich immer häufiger für alkoholfreie Getränke. So hat sich etwa der Anteil alkoholfreier Biere am Schweizer Gesamtmarkt seit dem Jahr 2010 mehr als verdreifacht – er lag 2024 bei 7,1 Prozent. Zwar sind die Zahlen für alkoholfreie Weine und Spirituosen aktuell noch niedriger, aber auch hier steigt die Nachfrage merklich. Das hängt auch damit zusammen, dass sich alkoholfreie Drinks in puncto Geschmack und Vielfalt stetig verbessern. Probieren lohnt sich also!
Klassiker: alkoholfreie Biere, Weine und Schaumweine
Während sich alkoholfreies Bier im Getränkesortiment längst etabliert hat, sind alkoholfreier Wein, Sekt oder Champagner noch nicht so lange im Regal zu finden. Beim Bier ist die Entwicklung inzwischen weit fortgeschritten: Heute steht Ihnen eine breite Auswahl an unterschiedlichsten alkoholfreien Sorten zur Verfügung, die geschmacklich und qualitativ mithalten können.
Beim alkoholfreien Wein und Schaumwein haben Winzer noch etwas Nachholbedarf, was die aromatische Güte angeht. Dennoch gibt es auch hier mittlerweile hochwertige Produkte, die den Originalen nahekommen und sich damit als alkoholfreie Begleiter zum Essen oder auf Feiern eignen. Hergestellt werden diese alkoholfreien Getränke-Varianten meist durch Verfahren wie gestoppte Gärung oder nachträgliche Entalkoholisierung, etwa mittels Vakuumdestillation oder Filtration.
Newcomer: alkoholfreie Spirituosen wie Gin, Rum oder Whisky
Seit etwa einem Jahrzehnt wagen sich Unternehmen auch an die Herstellung alkoholfreier Spirituosen. Ob Gin, Whisky, Rum oder Tequila: Heute können Sie die beliebten Destillate auch als alkoholfreie Drinks kaufen. Diesen wird entweder im Laufe der Produktion der Alkohol entzogen oder gar nicht erst zugesetzt.
Um den Imitaten den typischen Geschmack zu verleihen, kommen sogenannte «Botanicals» zum Einsatz: Oft werden die Aromen von Früchten, Kräutern, Gewürzen und anderen Pflanzenteilen extrahiert und dann mit Wasser und weiteren Zutaten gemischt. Bitterstoffe, Chili-Extrakte oder Verdickungsmittel sollen für ein «alkoholisches» Mundgefühl sorgen. Das gelingt bisher mal mehr und mal weniger gut: Kenner raten aktuell noch dazu, diese Art von Spirituosen nicht pur, sondern vorzugsweise in alkoholfreien Mix-Getränken wie Cocktails oder Longdrinks zu geniessen.
Was bedeutet eigentlich «alkoholfrei»?
Der Begriff «alkoholfrei» legt nahe, dass ein Getränk keinen Alkohol enthält. Das muss aber nicht der Fall sein: Laut Gesetz dürfen Produzenten Getränke mit einem Alkoholgehalt von unter 0,5 Volumenprozent in der Schweiz und der EU als alkoholfrei deklarieren. Das bedeutet, dass als alkoholfrei bezeichnete Drinks dennoch Alkohol enthalten können. Das gilt im Übrigen auch für Säfte: Durch die Gärung der Früchte entsteht ebenfalls – wenn auch in sehr geringen Mengen ‒ Alkohol.
Anders ist es bei Getränken, die explizit mit dem Zusatz «ohne Alkohol» oder «0,0 Prozent» gekennzeichnet sind. Diese dürfen tatsächlich keinerlei Alkohol enthalten. Wenn Sie komplett auf Alkohol verzichten möchten oder müssen, ist demnach ein Blick auf das Etikett ratsam.
Wein, Bier und Co.: Ist «alkoholfrei» gesund?
Viele Menschen fragen sich, ob alkoholfreie Getränke gesünder sind. Im Vergleich zu den alkoholischen Pendants lässt sich diese Frage häufig bejahen: Durch den Wegfall des Alkohols sinken die damit verbundenen Gesundheitsrisiken. Oft haben etwa alkoholfreie Biere auch weniger Kalorien. Allerdings enthalten manche alkoholfreien Varianten viel Zucker oder künstliche Aroma- und Zusatzstoffe. Darum sollten Sie beim Kauf auf die Zutatenliste achten und die Getränke weiterhin als Genussmittel ansehen.
Es gibt zudem Personengruppen, für die alkoholfreie Drinks nicht uneingeschränkt empfehlenswert sind. Dazu gehören zum Beispiel Schwangere oder Abstinente, für die selbst geringe Mengen Restalkohol gesundheitliche Folgen haben können. Gichtpatienten sollten alkoholfreies Bier wegen der enthaltenen Purine nur in geringen Massen trinken. Und auch Drinks, die gänzlich ohne Alkohol verkauft werden, bergen das Risiko, sich an den Geschmack alkoholähnlicher Produkte zu gewöhnen. Deswegen sollten sie beispielsweise Kindern nicht angeboten werden.