Kneippen: Tipps zur Anwendung

So geht gesundes Kneippen

Richtiges und vor allem gesundes Kneippen lässt sich leicht lernen. Hier finden Sie wichtige Regeln und wertvolle Tipps, wie Sie sich z. B. am besten nach der Kur wieder aufwärmen und ab wann auch Kinder Kneippen können.

Frau duscht mit kaltem Wasser zum Kneippen
Foto: Getty Images

Bei Fieber ist Kneippen tabu

Wer sich krank fühlt, sollte lieber nicht kneippen. Ein angeschlagenes Immunsystem wird durch kühle Wasseranwendungen nur weiter geschwächt.

Vor allem bei erhöhter Körpertemperatur ist Kneippen absolut tabu, da es den Kreislauf zu sehr belasten würde. Auch bei einer akuten Blasen- oder Nierenentzündung sollte dringend auf Kneippen verzichtet werden.

Etwas Anderes gilt jedoch, wenn die Erkältung erst im Anmarsch ist. Bei den ersten geringen Anzeichen, wie einem Kribbeln in der Nase oder leichtem Halskratzen, können Sie durch die Wassertherapie sogar einen Ausbruch der Infektion verhindern. Wer sich aber nicht ganz sicher ist, ob er ausreichend fit ist, sollte im Zweifel lieber so lange mit dem Kneippen warten, bis die Symptome abgeklungen sind.

Wasser abstreifen und sich aufwärmen

Streifen Sie nach dem Kneippgang das kühle Wasser lediglich mit den Händen von Ihrer Haut ab, anstatt sich mit einem Handtuch gründlich abzutrocknen. Die Verdunstungskälte bringt Ihre Durchblutung in Schwung und wirkt langfristig vitalisierend.

Lediglich stark behaarte Körperstellen sollten Sie mit einem Handtuch trocken tupfen, da das Trocknen an der Luft ansonsten zu lange dauern würde und die Gefahr einer Verkühlung bestünde.

Wer sich nach dem Kneippen nicht wieder aufwärmt, erreicht den gegenteiligen Effekt der Kur: die Schwächung des Immunsystems. Das Aufwärmen erfolgt nach dem Kneippen idealerweise durch dicke Kleidung und leichte Bewegung. Auch sanfte Massagen unterstützen die Durchblutung und regeln so die Wärmeregulation.

Frau streicht sich Wasser von der Haut.
Foto: Getty Images

Kneippen tut auch Kindern gut

Auch bei Kindern hilft regelmässiges Kneippen, das Immunsystem zu stärken. Kinder sollten für den Einstieg aber mindestens vier Jahre alt sein.

Jüngere Kinder können Sie jedoch schon an das Kneippen gewöhnen, indem Sie Wassertreten und Güsse mit angenehm temperierten Wasser durchführen.

Ab dem vierten Lebensjahr gewöhnen Sie die Kleinen dann vorsichtig an den kalten Reiz. Der Körperkontakt mit dem kalten Wasser sollte erst nur wenige Sekunden dauern. Für den Anfang können Sie spielerisch beginnen: Benutzen Sie beispielsweise eine Wasserpistole, mit der Sie Waden, Arme und Co. vorsichtig anspritzen.

Nach dem Kneippen sollten Sie die Kinder gründlich abtrocknen (nicht nur das Wasser abstreifen), damit sie sich schnell wieder aufwärmen.

Junge beim Kneippen zu Hause
Foto: Getty Images

Eisbaden für besonders Mutige

Besonders effektiv soll es sein, wenn man den gesamten Körper in kaltes Wasser taucht. Doch diese Anwendung sollte nur bei voller Gesundheit durchgeführt werden.

Ausserdem sollten Sie diese Art des Kneippens schrittweise durchführen; also zunächst die Arme und Beine abkühlen und erst dann den restlichen Körper in das kalte Wasser tauchen.

Ein Eisbad regt den Kreislauf an. Foto: Getty Images

Da ein solches Eisbad sich massiv auf den Kreislauf auswirkt, empfiehlt es sich, die Anwendung nicht alleine durchzuführen. Denn falls es zu Schwindel oder einer Kreislaufschwäche kommt, sollte immer eine helfende Person dabei sein. Im Akutfall lagern Sie die Beine hoch und lassen sich von der Begleitperson helfen.

Nach dem Eisbad ist ausserdem eine Ruhephase von mindestens 45 Minuten notwendig, um dem Körper Zeit zur Regeneration zu geben.

Frau trocknet sich nach dem Kneippen ab.
Kneippen regt die Durchblutung an und stärkt so das Immunsystem. Foto: Getty Images

Das könnte Sie auch interessieren

Die schönsten Orte zum Kneippen in der Schweiz

Kneippanlagen aus verschiedenen Regionen

Wer eine Kneippkur machen möchte, muss dafür nicht weit reisen. Die Schweiz bietet wunderschöne Naturorte zum Kneippen. Die besten Becken zum Wassertreten, Barfusswege sowie Erlebnisse für die ganze Familie finden Sie in dieser Übersicht:

Brainfood: Die Dos und Don’ts

Alltagsmythen im Test

Ist Traubenzucker wirklich Brainfood? Und Kaffee ein geistiger Wachmacher? Was ist mit Schokolade? Häufige Irrtümer über Nahrung fürs Gehirn und Ratschläge zum Thema Brainfood finden Sie hier. Diese Tipps machen Sie schlauer!