Schädlinge an Zimmer- und Balkonpflanzen

So haben Spinnmilben, Trauermücken und Läuse keine Chance

Ob am Balkongemüse oder an Zimmerpflanzen: Pflanzenschädlinge sind lästig und können die ganze Pflanze eingehen lassen. Doch mit ein paar Tricks werden Sie die ungebetenen Gäste auch ohne Chemiekeule wieder los.

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Wenn im späten Frühling die kalten Nächte vorbei sind, dürfen auch die Tomaten-Setzlinge von ihrer Kinderstube auf der Fensterbank in die grossen Töpfe auf dem Balkon umziehen. In der warmen Sonne gedeihen sie prächtig und machen Vorfreude auf die Ernte. Vollreif und frisch vom Strauch gepflückt schmecken sie einfach am besten. Vor allem seltene und alte Sorten, die es im Supermarkt sicher nicht zu kaufen gibt, lohnen den Eigen-Anbau. Kein Wunder also, dass Tomaten zu den beliebtesten Balkon-Gemüse-Sorten gehören.

Umso grösser ist der Ärger, wenn sich plötzlich allerlei Schädlinge über die liebevoll hochgepäppelten Pflänzchen hermachen – und das nicht nur auf dem Balkon! Genauso gerne sitzen Schädlinge an Zimmerpflanzen, zum Beispiel Schildläuse am Zitronenbaum oder Wollläuse an Orchideen.

Mit den richtigen Tricks Spinnmilben bekämpfen und Trauermücken loswerden

Wenn Sie Schildläuse bekämpfen oder auch Trauermücken loswerden wollen, müssen Sie nicht gleich zur chemischen Keule greifen. Viele Hausmittel gegen Läuse an Pflanzen helfen auch gegen andere Schädlinge. Sollten sich die ersten Blattläuse, Spinnmilben oder Weissen Fliegen – das sind kleine weisse Schädlinge an Zimmerpflanzen, oft auch an Gurken und Tomaten – einstellen, sind Seifenlauge, Knoblauchsud oder Natron die erste Wahl. Oft reicht es sogar schon, die Schädlinge von den Pflanzen abzuwischen oder mit einem gezielten Wasserstrahl wegzuspritzen. Mit natürlichen Pflanzenstärkungsmitteln, etwa aus Brennnesseln, Ackerschachtelhalm oder Zwiebeln, lässt sich gleichzeitig auch etwas gegen Pilzkrankheiten tun.

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Nützlinge gezielt fördern und einsetzen

Gut ist es auch, wenn Sie Nützlinge in der Nähe haben. Bieten Sie also Marienkäfern, Ohrwürmern, Florfliegen und auch Vögeln ein Zuhause, dann stehen diese natürlichen Feinde der Schädlinge sofort parat, wenn es nötig wird. Ganz gezielt lassen sich entsprechende Nützlinge zur Bekämpfung von Schädlingen auch im Fachhandel oder online kaufen – einige sind jedoch nur für geschlossene Räume geeignet.

Notfalls greifen Sie vorsichtig zu biologischen Pflanzenschutzmitteln, die möglichst für Bienen und Nützlinge ungefährlich sein sollten. Denn viele Insektizide schaden den Nützlingen mehr als den Schädlingen: Marienkäfer und Co. reagieren sensibler auf die Gifte und erholen sich in ihrem Bestand viel langsamer als die Schädlinge. Und die nehmen dann umso schneller wieder überhand.

Pflanzenschädlingen vorbeugen: Gut gewappnet gegen Angreifer

Damit sich die ungebetenen Gäste erst gar nicht einnisten, ist Vorbeugen angesagt. Denn gesunde, kräftige Pflanzen wehren sich ganz gut selber gegen Blattlaus und Co. Wählen Sie für Balkon und Fensterbrett also Pflanzen aus, für die der Standort ideal ist. Mediterrane Pflanzen werden in neblig-feuchtem Klima nicht glücklich, und schattenliebende Gewächse leiden auf dem heissen Südbalkon. Gutes Substrat ist ebenso wichtig. Wählen Sie aus ökologischen Gründen immer torffreie Erde. Spezialerde ist für Orchideen, Azaleen und Kakteen sinnvoll. Tomaten fühlen sich im Kübel auch mit guter Gemüse- oder Universalerde wohl. Entscheidend ist, die Starkzehrer ausreichend zu düngen und sie vor Regen geschützt aufzustellen. Dann haben es die Schädlinge an Ihren Pflanzen so richtig schwer.

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Ausführliche Portraits der einzelnen Schädlinge finden Sie in unseren Tipps.

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