Wände streichen - ob weiss oder farbig

So geht es in 6 einfachen Schritten

Mit neuer Farbe an den Wänden wohnt es sich einfach schöner! Die gute Nachricht? Mit der richtigen Vorbereitung ist es gar nicht so schwer, die eigenen vier Wände selber zu streichen. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie das funktioniert.

Frau streicht eine Wand mit dem Farbroller
Foto: Getty Images

Wände streichen: So bereiten Sie sich vor

Schritt 1: Fläche ausmessen und Utensilien kaufen

Als erstes sollten Sie die zu streichende Fläche ausmessen. Dann können Sie die Wandfarbe sowie weitere benötigte Utensilien im Fachgeschäft oder Baumarkt besorgen.

Neben Wandfarbe brauchen Sie: Malerkrepp, Malervlies oder Folie zum Abdecken von Boden und Möbeln, sowie geeignete Farbroller, Pinsel und eine Farbwanne.

Schritt 2: Wandfarbe aussuchen

Bei der Auswahl der passenden Wandfarbe gibt es einiges zu beachten: Nicht nur der Farbton muss stimmen, sondern auch der Farbtyp, oder die Zusammensetzung der Farbe.

Damit Sie den richtigen Farbton finden, können Sie zuerst ein Farbkonzept definieren. Generell lassen helle, kühle Farben den Raum optisch grösser wirken, während warme, dunkle Farben ihn eher verkleinern, dafür aber wärmer wirken lassen. Unsere Ratgeberbox weiter unten hilft Ihnen bei der Entscheidung der passenden Wandfarbe weiter.

Die Optionen für Farbtypen sind breit gefächert: Latexfarben sind dünnschichtig und lassen die Struktur der Wand durchschimmern. Naturfarben enthalten keine chemischen Lösungsmittel. Leimfarben können mit Wasser abgewaschen werden. Falls Sie bei der Wahl des Farbtypen unsicher sind, können Sie sich direkt im Fachgeschäft beraten lassen.

Schritt 3: Den Raum fürs Wändestreichen herrichten

Bevor Sie die Wände streichen, sollten Sie zudem den Raum gründlich abstauben, die Wände abreiben und mögliche Dübellöcher sauber verputzen. Auch feine Risse können Sie selbst verputzen – bei grösseren Rissen empfiehlt es sich jedoch, das Handwerk einem Profi zu überlassen.

Entfernen Sie alle Möbel und Dekoration aus dem Zimmer oder platzieren Sie diese in der Raummitte und legen Sie eine Folie darüber, um sie vor Farbspritzern zu schützen. Als letzter Vorbereitungsschritt sollten Sie zudem den gesamten Boden mit Vlies oder Folie auslegen.

Schritt 4: Abkleben nicht vergessen

Für ein schönes Farbresultat lohnt es sich zudem, alle Kanten an Sockeln, Fenster- und Türrahmen sowie Steckdosen und Lichtschalter möglichst genau abzukleben. Dafür eignet sich Malerkrepp (ein gut ablösbares Papier-Klebeband). In vielen Baumärkten gibt es auch fertige Papierrollen mit selbstklebender Kante, die sich ebenfalls gut eignen.

Für einen besonders sauberen Anstrich können Sie zudem die Steckdosen und Lichtschalter entfernen. Dafür müssen Sie aber unbedingt sicherstellen, dass die Stromzufuhr währenddessen unterbrochen wird.

Schritt 5: Wände grundieren

Die Wand darf keine losen Teile aufweisen; rohes Mauerwerk sollte vorher verputzt werden. Wenn kreideartige Abriebe an Ihrer Hand haften oder wenn ein feuchter Schwamm einen sichtbaren Fleck hinterlässt, braucht es definitiv einen Anstrich mit Grundierung.

Tipp: Die meisten Grundierungen sind sehr wässrig – lassen Sie diese über Nacht trocknen.

Jetzt geht’s los: So malen Sie wie ein Profi

Schritt 6: Wände streichen

Sobald Sie die Wandfarbe angerührt haben (sofern dies nötig ist), können Sie loslegen und endlich Ihre Wände streichen! Beginnen Sie mit der Decke, damit allfällige Farbspritzer an den Wänden wieder entfernt werden können. Anschliessend können Sie die Ecken und Kanten der Wände streichen (mit einem Flachpinsel oder einer kleinen Farbrolle). Die Farbe darf noch nass sein, wenn Sie mit dem Rest der Wand beginnen.

Tragen Sie die Wandfarbe am besten mit einer breiten Rolle von unten nach oben auf und malen Sie anschliessend horizontal darüber. Die einzelnen Bahnen dürfen sich jeweils um einige Zentimeter überlappen – dadurch lässt sich die Farbe gleichmässig verteilen. Zum Schluss können Sie die gestrichenen Flächen stets in derselben Richtung (von oben nach unten) abrollen.

Zusammenhängende Flächen sollten Sie dabei immer «in einem Rutsch» streichen. Es empfiehlt sich also, Wand für Wand zu arbeiten. Falls Sie die Arbeit unterbrechen müssen, sollten Sie Pinsel und Rollen nicht gleich auswaschen, sondern lediglich in etwas Frischhaltefolie einpacken. So können Sie sie sogar unbesorgt über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag die Wände weiter streichen.

Falls Sie mit der Deckkraft des Anstrichs nach dem Trocknen nicht zufrieden sind, können Sie ohne Weiteres einen zweiten, etwas dünneren Anstrich machen.

Tipp: Streichen Sie Ihre Wände lieber zweimal dünn als einmal zu dick! Ist die Farbe getrocknet (meist nach 24 Stunden), können Sie den Malerkrepp sorgfältig entfernen und sich über Ihre neuen, farbigen Wände freuen!

Das kleine Farb-Einmaleins zum Wändestreichen

Wollten Sie schon immer farbige Wände haben? Diese Tipps helfen Ihnen bei der Auswahl der passenden Wandfarbe:

  • Werden Wände und Decken in hellen, kühlen Tönen gestrichen, wirkt der Raum grösser. 
  • Gerade bei nördlich gelegenen Zimmern sorgen etwas wärmere Weisstöne (Creme) für mehr Behaglichkeit, da im Allgemeinen eher wenig Sonnenlicht in das Zimmer dringt.
  • Dachschrägen und niedrige Decken wirken leichter, wenn sie in einem etwas helleren Ton als Wände und Boden gestrichen werden.
  • Im Eingangsbereich wirken farbige Wände mit warmen, intensiven Farben einladend und gemütlich, z. B. in Braun oder Dunkelrot.
  • Orange und Rot in Essbereich oder Küche wirken appetitfördernd und regen die Kommunikation an.
  • Im Schlafzimmer eignen sich beruhigende Farben wie Blau oder Grün, im Arbeitsbereich erhöhen zarte Farbtöne oder Gelb die Konzentrationsfähigkeit.
  • Blau und Weiss wirken im Badezimmer sauber und frisch, während Brauntöne entspannend wirken.